Viele Leser dürften sich vor der erneuten Bücherei-Schließung noch mit Medien eindecken. In der Lenggrieser Gemeindebücherei (Foto) ist deshalb am Montag von 9 bis 19 Uhr geöffnet.
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Viele Leser dürften sich vor der erneuten Bücherei-Schließung noch mit Medien eindecken. In der Lenggrieser Gemeindebücherei (Foto) ist deshalb am Montag von 9 bis 19 Uhr geöffnet. (Archivfoto)

„Müssen die Zähne zusammenbeißen“

Büchereien und Bildungseinrichtungen frustriert über Schließung

Vom „Lockdown light“ waren Büchereien, die Volkshochschulen und das Kreisbildungswerk im November noch nicht betroffen. Das sie jetzt doch zumachen müssen, traf sie recht unerwartet.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Von der Überarbeitung der Corona-Regeln sind erneut auch Bibliotheken und Bildungseinrichtungen betroffen. Ab dem 1. Dezember müssen sie wieder schließen. Vorläufig bis 20. Dezember kann man in Büchereien keine Medien ausleihen. Die Mitarbeiter bedauern das sehr.

„Ich finde das unglaublich schade“, sagt Barbara Pölt, Mitarbeiterin der Gemeinde- und Pfarrbücherei in Benediktbeuern. „Vor allem, weil wir uns sehr an die bisherigen Regelungen gehalten haben.“ Die neuen Anweisungen werden aber natürlich umgesetzt.

Ähnlich äußert sich Angelika Schöppner, Leiterin der Pfarr- und Gemeindebücherei in Kochel. „Wir hatten zwar schon vermutet, dass es wieder darauf hinauslaufen wird, dennoch kommt die Schließung sehr plötzlich.“

In Lenggries können sich Leseratten am Montag noch einmal eindecken

Überrascht und ein wenig deprimiert ist man auch in der Stadtbücherei in Bad Tölz. Seit die neue Regel bekannt ist, würden merklich mehr Bücher ausgeliehen. „Das freut uns. Zeigt es doch, dass die Leute unsere Arbeit sehr schätzen“, sagt Irina Schwindt, derzeit die kommissarische Leiterin. Details zur erneuten Schließung von städtischen Einrichtungen gibt die Verwaltung am Montag bekannt.

Auch in Lenggries möchte man die letzten Tage vor der Zwangsschließung nutzen. „Wir werden am Montag, 30. November, den ganzen Tag über geöffnet haben“, sagt Bücherei-Mitarbeiterin Maria Rosen. „Von 9 bis 19 Uhr können sich die Leser die Medien ausleihen.“

Frist für bereits entliehene Medien verlängert sich automatisch

Während der Schließung kann man über einige örtliche Bibliotheken digitale Medien wie E-Books auch übers Internet ausleihen, weil die Einrichtungen Mitglied im Bibiliotheksverbund Sübo sind. Das gilt für Bad Tölz und Lenggries, nicht jedoch für Benediktbeuern. „Wir haben das leider nicht“, sagt Barbara Pölt. „Dafür können die Bürger am Samstag und am Montag noch persönlich bei uns vorbeikommen.“

Medien, die bereits entliehen sind und nicht bis 1. Dezember zurückgegeben werden, verlängern sich kostenlos bis zum Ende des erneuten Lockdowns, also vorerst bis 20. Dezember. Dafür werden keine extra Gebühren erhoben, sagen alle Bücherei-Mitarbeiter. In Kochel wäre es auch möglich, die Bücher während dieser Zeit auf der Bank vor dem Pfarramt zu hinterlegen. „Wenn das für jemanden infrage kommt, muss die Person mich allerdings vorab kontaktieren“, sagt Leiterin Angelika Schöppner. Wie es nach dem 20. Dezember weitergehen soll, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu sagen. „Es wäre aber naiv zu glauben, dass man da wieder öffnen kann“, sagt Irina Schwindt von der Tölzer Stadtbücherei.

Keine Präsenzveranstaltungen mehr bei Volkshochschule und Kreisbildungswerk

Auch die Kurse bei Volkshochschulen (VHS) und beim Kreisbildungswerk (KBW) sind von den neuen Regelungen betroffen. „Zumindest unsere Präsenzveranstaltungen sind nun nicht mehr möglich“, bedauert Andreas Käter, Leiter des Kreisbildungswerks Bad Tölz-Wolfratshausen. „Online-Kurse werden aber weiterlaufen.“ Nicht alle bisherigen Angebote könnten allerdings auf ein Online-Angebot umgestellt werden. „Wenn das nicht möglich ist, bekommen die Teilnehmer das Geld natürlich zurück.“

Auch das KBW hofft, dass sich die Situation 2021 bessert. So lange müsse man eben die Zähne zusammenbeißen, sagt Käter, und sich gegenseitig motivieren weiterzumachen. „Es ist einfach gerade sehr belastend, Dinge auf die Beine zu stellen, die dann ausfallen müssen.“

Kreativität und Flexibilität werden Käter zufolge aber auch weiterhin notwendig sein, ebenso der Ausbau der Digitalisierung. „Ich denke, wir müssen unsere digitalen Angebote und Kommunikationswege zukunftsfähiger gestalten. Unser Bildungsbeitrag wird auch in Zukunft wichtig sein.“ Digitale Kommunikation werde weiter eine große Rolle spielen.

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