Pflegekräfte der Asklepios-Stadtklinik in Bad Tölz – (v. li.) Ljazim Asani, Frauke Koch und Isabelle Meichsner – appellierten im März 2020 an die Bevölkerung, zur Entlastung des Gesundheitssystems soziale Kontakte zu vermeiden.
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Pflegekräfte der Asklepios-Stadtklinik – (v. li.) Ljazim Asani, Frauke Koch und Isabelle Meichsner – appellierten im März 2020 an die Bevölkerung, zur Entlastung des Gesundheitssystems soziale Kontakte zu vermeiden.

Entwicklung seit Anfang 2020

Corona im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Eine Chronologie

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Anfangs schien das Thema weit weg, dann rückte es immer näher – und schließlich bestimmte Corona das gesamte Alltagsleben. Ein Rückblick über die Entwicklung im Landkreis seit Jahresbeginn.

  • Kein anderes Thema prägte das Jahr 2020 so stark wie das Coronavirus. Der Tölzer Kurier blickt zurück.
  • Als Ende Januar 2020 erstmals davon im Tölzer Kurier die Rede war, ahnte noch niemand, welche Folgen die Pandemie haben würde.
  • Die ersten bestätigten Infektionen in Bad Tölz-Wolfratshausen hab das Landratsamt am 11. März bekannt, mittlerweile wurden 2183 Landkreis-Bürger positiv getestet, 16 sind mit oder an Corona verstorben.
  • Im Lokalteil des Tölzer Kurier kommt das Thema Corona erstmals am 29. Januar unter der Überschrift „Gewappnet gegen das Coronavirus“ vor. Die erste konkrete Auswirkung: Die Berufliche Oberschule in Bad Tölz sagt einen für Ende März geplanten Schüleraustausch mit dem chinesischen Wuhan ab.
  • Zum Ende der Faschingsferien verzeichnet das Tölzer Gesundheitsamt täglich rund 30 Bürgeranfragen zum Thema Corona. Noch gibt es im Landkreis keinen Corona-Verdachtsfall. Einige Fußballvereine sagen ihre Trainingslager in Italien ab.
  • Anfangs schien das Thema weit weg, dann rückte es immer näher – und schließlich bestimmte Corona das gesamte Alltagsleben. Ein Rückblick über die Entwicklung im Landkreis seit Jahresbeginn.
  • Das Landratsamt teilt am 6. März mit, dass zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus das Josefifest am Reutberg abgesagt wird. Auch weitere geplante Veranstaltungen sind gestrichen, darunter das „Electric Winter Festival“ am Brauneck.
  • Als nächstes trifft es die Tölzer Löwen, die sich erstmals für die Play-offs der DEL2 qualifiziert hatten. Doch die Liga beschließt am 10. März, die Eishockeysaison vorzeitig zu beenden.
  • Am 11. März gibt das Tölzer Gesundheitsamt die beiden ersten bestätigten Corona-Infektionen im Landkreis bekannt. Es handelt sich um zwei knapp über 50-jährige Männer, die sich bei einem Auslandsaufenthalt beziehungsweise an ihrem Arbeitsplatz außerhalb des Landkreises angesteckt haben. Die Stadt Bad Tölz sagt unterdessen alle Veranstaltungen bis 19. April ab, darunter den Ostermarkt und die Bürgerversammlung.
Der Aufruf „Bleibt’s dahoam, bleibt’s gesund“ prangte in selbst gemalter Form im Frühjahr 2020 auch an Balkonen am Tölzer Kapellengasteig.
  • 12. März: Die beiden nächsten Corona-Infizierten im Landkreis sind ein 25-Jähriger und eine 30-Jährige, die sich möglicherweise an einer Berufsschule außerhalb des Landkreises beziehungsweise bei einem Italien-Aufenthalt angesteckt haben. Das Tölzer Gesundheitsamt richtet ein Bürgertelefon ein.
  • Schulen und Kindergärten bleiben ab 16. März geschlossen. An den Kliniken tritt ein Besuchsverbot in Kraft, Rathäuser und Landratsamt schließen. Die Zahl der positiv Getesteten im Landkreis ist auf sechs gestiegen.
  • Die meisten Einzelhandelsgeschäfte müssen ab 18. März geschlossen bleiben.
  • Das Tölzer Gesundheitsamt öffnet am 19. März erstmals eine Drive-in-Teststation auf der Tölzer Flinthöhe. Zu diesem Zeitpunkt heißt es: Getestet wird nur, wer zuvor in einem Risikogebiet war und Symptome hat oder direkten Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall hatte. Im Landkreis sind 38 Corona-Infektionen nachgewiesen.
  • Die Buchberg-Klinik in Bad Tölz muss Mitte März für zwei Wochen schließen. Eine Ärztin war positiv auf das Coronavirus getestet worden.
  • Über das Wochenende 4./5. April sterben erstmals im Landkreis zwei Menschen erwiesenermaßen an den Folgen von Covid-19. Am 2. und 5. April waren in Bad Tölz-Wolfratshausen zudem drei Menschen gestorben, die zwar mit dem Coronavirus infiziert waren, bei denen das Gesundheitsamt aber davon ausgeht, dass das Virus nicht die Todesursache war.
  • Die zuletzt leer stehende Asylbewerberunterkunft an der Wackersberger Steinsäge bekommt Mitte April eine neue Bestimmung: Sie dient nun zur Unterbringung von infizierten Bewohnern anderer oberbayerischer Gemeinschaftsunterkünfte, die in Quarantäne müssen. O Bis 20. April steigt die Zahl der Menschen, die sich im Landkreis mit dem Coronavirus infiziert haben, auf 383. Der 21. April ist der erste Tag seit Wochen, an dem das Landratsamt keine einzige Neuinfektion vermeldet. O Nach und nach erfolgt der „Exit“ vom Lockdown: Gärtnereien öffnen am 20. April wieder, ein Großteil der weiteren Geschäfte eine Woche später. Am selben Tag beginnt als erstes für die Abschlussklassen wieder der Unterricht. Die Friseursalons nehmen am 4. Mai die Arbeit auf. Ab 7. Mai werden die ersten Gottesdienste gefeiert, die Museen öffnen am 11. Mai. In Biergärten und in Außenbereichen der Gastronomie dürfen ab 18. Mai wieder Gäste bewirtet werden.
  • Eine neue Zahl ist jetzt maßgeblich für die Frage, ob lokal weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ergriffen werden müssen: Die Zahl der Neuinfektionen in sieben Tagen auf 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz). Am 14. Mai liegt dieser Wert im Landkreis bei 3,9. Der Schwellenwert von 50 war zuvor in den Kalenderwochen 13, 14 und 15 – also ungefähr von 23. März bis 12. April – überschritten worden.
  • Die Hotels öffnen am 30. Mai wieder ihre Pforten. Durch den ersten Lockdown verzeichnete die Tourismuswirtschaft im Landkreis laut der Servicestelle „Tölzer Land Tourismus“ im März und April einen Umsatzausfall von rund 33 Millionen Euro. Die Tölzer Tourismuschefin Brita Hohenreiter berichtet, dass die Belegungszahlen der Tölzer Hotels im April bei 6,4 Prozent des Vorjahresniveaus lagen.
  • Den Sommer über ist das Infektionsgeschehen im Landkreis gering. Anfang Juli verzeichnet das Landratsamt einen Corona-Ausbruch in einer Asylunterkunft in Geretsried. Vermeldet werden 21 Personen, die sich angesteckt haben. In diesem Zusammenhang müssen drei Klassen der Isardamm-Grundschule in Quarantäne. Kurz darauf werden auch in der Tölzer Gemeinschaftsunterkunft an der Peter-Freisl-Straße 26 Infektionen verzeichnet.
  • Als Ende Juli in Oberfischbach erstmals eine Kita wegen der Corona-Infektion einer Erzieherin geschlossen wird, ist noch nicht klar: Im Herbst wird es an der Tagesordnung sein, dass immer wieder Kindergartengruppen und Schulklassen in Quarantäne müssen. O Das Testzentrum des Tölzer Gesundheitsamts zieht Ende Juli ins Tölzer Farchet um.
Der Wunsch „Bleibt gesund!“ ist noch auf einem Transparent am Eingang der Kita Oberfischbach zu lesen. Als sich eine Erzieherin mit Corona infiziert, wird die Einrichtung geschlossen.
  • Ende August steigt die Zahl der Ansteckungen wieder. Das Landratsamt meldet am 28. August binnen sieben Tagen 29 bestätigte Neuansteckungen. 28 der Betroffenen sind Reiserückkehrer.
  • Auf der Tölzer Flinthöhe nimmt am 1. September gemäß den Vorgaben des Freistaats ein neues Drive-in-Testzentrum den Betrieb auf, in dem sich jedermann kostenlos einen Abstrich nehmen lassen kann. Hier sind bis zu 200 Testungen am Tag möglich. Betrieben wird es von der Aicher Ambulanz als externer Dienstleister.
  • Die Stadt Bad Tölz sagt am 10. September die Leonhardifahrt ab. Die Entscheidung, heuer keinen Christkindlmarkt abzuhalten, fällt am 28. September.
  • Rund 100 Teilnehmer verzeichnet Mitte November eine Demonstration der „Querdenker“-Bewegung in der Tölzer Marktstraße, die sich gegen die Corona-Schutzmaßnahmen richtet. Seit Juni wird hier alle zwei Wochen protestiert.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis überschreitet am 21. Oktober den Schwellenwert von 35. Das bedeutet nach dem bayerischen Vorwarnsystem, dass die Corona-Ampel auf Gelb springt und Regelverschärfungen in Kraft treten, etwa eine Sperrstunde um 23 Uhr und eine Maskenpflicht im Schulunterricht ab der 5. Klasse.
  • Gerade einmal fünf Tage später steigt die Sieben-Tage-Inzidenz auf über 50. Die Corona-Ampel zeigt jetzt Rot. Sperrstunde ist um 22 Uhr, die Maskenpflicht gilt auch für Grundschulkinder. Das Gesundheitsamt bemüht sich nach teils aggressiv geäußertem Druck von Eltern, eine Ausnahme von dieser Regel zu erwirken, scheitert aber.
  • Ende Oktober gibt es einen Corona-Ausbruch an der Fachklinik Lenggries – vermutlich ausgehend von einem Mitarbeiter. In der Folge werden 24 Patienten und 14 Mitarbeiter positiv getestet.
Das Drive-in-Testzentrum auf der Tölzer Flinthöhe öffnete am 1. September.
  • Mit dem am 2. November bundesweit in Kraft tretenden „Lockdown light“ müssen Gastronomiebetriebe, Theater, Museen, Kinos, Fitnessstudios und Thermen wieder schließen.
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt im November im Landkreis rasant. Am 12. November wird bei der Sieben-Tage-Inzidenz erstmals der Wert von 200 überschritten.
  • Im Landkreis sind am 26. November erstmals alle 24 Intensivbetten belegt, davon sieben mit Covid-19-Patienten. Genug Reserven gibt es in den Nachbarlandkreisen.
  • Bis 15. Dezember muss es in jedem Landkreis ein Impfzentrum geben. Im Landkreis sind zwei Standorte vorgesehen, angedockt an die Krankenhäuser in Bad Tölz und Wolfratshausen.
  • Am 9. Dezember treten verschärfte Kontaktbeschränkungen in Kraft. In Bad Tölz schließen fünf Gastro-Stände, die als Christkindlmarkt-Ersatz aufgestellt waren.
  • Die Zahl der bestätigten Infektionen seit Beginn der Pandemie liegt am 13. Dezember bei 2183. 16 Menschen im Landkreis sind an oder mit Corona gestorben.

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