Es wird weitergetestet: Im Landkreis müssen diejenigen Bürger, die keinen Befreiungsgrund anführen können, jetzt in der Regel knapp 20 Euro dafür bezahlen. SYMBOLFOTO: DPA
+
Es wird weitergetestet: Im Landkreis müssen diejenigen Bürger, die keinen Befreiungsgrund anführen können, jetzt in der Regel knapp 20 Euro dafür bezahlen.

Trotz neuer Kostenpflicht verzeichnen Anbieter rege Nachfrage

Corona-Schnelltests im Tölzer Land: Auch für 20 Euro noch gefragt

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
    schließen

Die Corona-Schnelltests, die Ungeimpfte fürs Restaurant, das Fitnessstudio und anderes benötigt, sind seit Montag für die meisten Bürger nicht mehr kostenlos. Im Landkreis werden in der Regel knapp 20 Euro dafür fällig. Der Nachfrage tat das am ersten Tag wenig Abbruch.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Bei Roseline Hausruckinger stand das Telefon nicht still. Dabei bietet die Eglingerin voraussichtlich erst ab Ende der Woche Tests an – bei sich zu Hause im Ortsteil Siegertshofen, in einem Raum mit separatem Eingang, an sechs Tagen die Woche. „Jeder sollte in der Gesellschaft einen Beitrag leisten“, sagt die Kauffrau. Daher habe sie beschlossen, die Angebotslücke speziell auf dem Land zu schließen und bildete sich fort. In ein paar Tagen will Hausruckinger soweit sein. Den Preis, den sie verlangt, hat sie noch nicht ganz durchkalkuliert. „Ich will meine Kosten gedeckt haben. Aber es sollte schon erschwinglich sein“, erklärt sie. Sie rechnet mit etwa 10 bis 15 Euro.

Ansturm in Lenggries am letzten Tag mit kostenlosen Tests

Glatte 20 Euro verlangt die Lenggrieser Apothekerin Eva Löhle für einen Schnelltest. Am Sonntag, dem letzten Tag der kostenfreien Tests, habe es an ihrer Station auf dem Festplatz noch einmal einen „richtigen Ansturm“ mit 250 Tests gegeben, berichtet sie. Am Montag nahm sie den Betrieb an einer neuen Örtlichkeit auf: Die Gemeinde hat ihr für die kalte Jahreszeit den Lesesaal der Tourist-Info zur Verfügung gestellt. Hier habe sie am ersten Tag schon „einige Anmeldungen“ verzeichnet, berichtet sie. Die Mehrheit davon seien Selbstzahler. „Aber es waren auch etliche dabei, die den Test bezahlt bekommen.“

Die Prüfung, ob jemand von den Kosten befreit ist, bedeutet viel Aufwand

Diese Ausnahmen gelten aktuell für Unter-18-Jährige, Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, Personen, die ins Krankenhaus, in die Reha oder ins Pflegeheim eingewiesen werden, Schwangere und Stillende, Studierende, Kontaktpersonen von Infizierten oder Infizierte, die sich aus der Quarantäne freitesten müssen, sowie, wenn die Corona-Warn-App einen Risikokontakt anzeigt – was jeweils mit dem passenden Dokument nachgewiesen werden muss.

Das zu überprüfen, „vervielfacht unseren Arbeitsaufwand“, sagt Apotheker Andreas Heinrich. Dennoch hat auch er beschlossen, sein Angebot in Bad Tölz weiterzuführen. Das Testhäuschen am Isarkai allerdings hat er geschlossen, um sich ganz aufs „Vitalzentrum“ zu konzentrieren. Zusätzlich kann man sich bei ihm nun auch zum Schnelltest in der St.-Jakobus- und der Kur-Apotheke in Lenggries anmelden. Kostenpunkt: 19,50 Euro.

In Geretsried gibt es nur noch eine Teststation

Während in Wolfratshausen die von ehrenamtlich tätigen Organisationen rund um die DLRG betriebene Teststation geschlossen hat, heißt es über Facebook von der Teststation im Kosmetikstudio Jungbrunnen: „Wir bleiben vorläufig noch.“ Und die Helios-Apotheke hat eigens neues Personal eingestellt und seine Teststation Anfang Oktober wiedereröffnet. Noch herrschte dort nach Auskunft einer Mitarbeiterin am Montag kein großer Andrang. Der Selbstzahler-Test koste dort „um die 20 Euro“, sagt sie.

In Geretsried befindet eine der letzten verbliebenen Teststationen am Verkaufshäuschen von „Gustavo Gusto“. Dort erlebte das Team der Betreiber-Firma Excura am Sonntag ein „Grande Finale“, wie Geschäftsführerin Alexandra Dieterich sagt. Auch am Montag sei der „Bedarf erkennbar“ gewesen, obwohl „etwas weniger los war als an den vergangenen Montagen“. 18 Euro müssen hier Selbstzahler berappen. Etwa die Hälfte der Kundschaft am Montag machte laut Dieterich einen Ausnahmegrund zur Kostenbefreiung geltend. „Für etwas Verwirrung“ habe lediglich gesorgt, dass Excura nicht alle diese Gruppen kostenlos testen darf – Studenten zum Beispiel nicht.

Auf der Flinthöhe gibt es nur Tests für diejenigen, die von den Kosten befreit sind

Im Testzentrum des Gesundheitsamts auf der Tölzer Flinthöhe werden dagegen gar keine kostenpflichtigen Corona-Tests durchgeführt. Hier können ausschließlich diejenigen vorstellig werden, die von den Kosten befreit sind. Alle betroffenen Gruppen und weitere Anlaufstellen stehen auf  www.lra-
toelz.de/coronatest-toelwor.

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare