Tierheime leiden unter Corona-Krise
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Tierheime leiden unter Corona-Krise.

Corona 

Tierheimen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fehlen Einnahmen 

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Ruhig ging es in den vergangenen Wochen in den Tierheimen im Landkreis zu. Geöffnet war nur für Notfälle – zum Beispiel wenn Fundtiere abgegeben wurden. Ansonsten war coronabedingt kein Besuchsbetrieb möglich.

Bad Tölz/Gelting – Für die Tiere sei trotzdem bestens gesorgt worden, sagt Hans Fichtner vom Tölzer Tierheim. Gekümmert habe er sich um alles alleine. Das Personal musste er freistellen. Denn die wichtigen Einnahmen durch die Tierpension sind komplett eingebrochen.

Normalerweise können im Tierheim Haustiere während der Urlaubszeit abgegeben werden. Nun fielen aber die Osterferien flach, auch für die Pfingstferien sieht es nicht rosig aus. „Die Kosten für Versicherung, Heizung, Unterhalt und so weiter sind aber trotzdem immens“, betont Fichtner. Er stehe mit dem Landratsamt in Kontakt. Trotz der Lage ist er sich sicher: „Wir werden das überleben.“

Vereinzelt wurde nach Katzenkindern gefragt

Auch im Tierheim in Gelting gab es nur einen eingeschränkten Betrieb, sagt Manuela Ravara. Sieben Tage die Woche sei eine telefonische Bereitschaft hergestellt. „Vereinzelt wurde nach Katzenkindern gefragt. Aber ansonsten ist es sehr ruhig.“

Einige Berichte hatten zu Beginn der Corona-Krise Ängste geschürt, auch über Haustiere könne eine Ansteckung mit dem Virus erfolgen. Das stellte sich rasch als unbegründet heraus. Beunruhigt hätte das die Menschen im Landkreis sowieso nicht, sagt Ravara. Es wurden nicht vermehrt Haustiere im Tierheim abgegeben. „Ich glaube, auf dem Land sind die Leute da auch anders als in der Großstadt.“ Sie sei seit 25 Jahren für das Tierheim zuständig, habe aber immer erlebt, dass auf dem Land einfach anders mit Tieren umgegangen werde. „Sie werden da nicht einfach abgegeben.“

Optimismus trotz schwieriger Lage: „Wir werden das überleben“

Wie in Tölz fehlt auch in Gelting derzeit die Möglichkeit, über die Tierpension etwas dazuzuverdienen. „Natürlich machen wir da große Einbußen, Ostern und Pfingsten ist alles abgesagt.“ Wie es weitergehe, könne sie auch nicht vorhersagen. Ein Loch werde zweifelsfrei in die Kasse gerissen. Klagen möchte sie aber nicht. „Wir kommen schon über die Runden.“ 

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Dr. Tobias Reploh ist Kinderarzt in Bad Tölz. Anlässlich der Corona-Lockerungen in Schulen und Kindergärten gibt er Tipps für Eltern - und spricht über Symptome, die aufhorchen lassen sollten.

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