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Diskutierten mit Vertretern von „Fridays for Future“: (v. li.) Bürgermeisterkandidat Ingo Mehner, Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan und JU-Ortsvorsitzender Severin Eichenseher. 

Alexander Radwan stellte sich Fragen von Klima-Aktivisten 

CSU diskutiert mit „Fridays for Future“ über Klimaschutz 

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Die CSU Bad Tölz organisierte eine Diskussionsrunde, zu der auch Vertreter von Firday for Future eingeladen waren. Dabei stellte sich der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan den kritischen Fragen der Klima-Aktivisten. 

Bad Tölz – Die Kombination war eher ungewöhnlich: Die Tölzer CSU und Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan diskutierten im „Binderbräu“ über Klimaschutz – und zwar mit Vertretern von „Fridays for Future“. Das Thema fand Anklang: Etwa 40 Zuhörer waren gekommen – darunter auch Vertreter von „Scientists for Future“ und und „Parents for Future“.

„Ich freue mich, dass die ,Fridays for Future‘-Bewegung in Tölz ähnliche Vorstellungen der Schwerpunkte hat wie wir“, stellte Bürgermeisterkandidat Ingo Mehner einleitend fest. Damit meinte er die Themenfelder Verkehr, Strom und Heizen. „Wir können viel anpacken, aber Umweltschutz endet nicht an der Stadtgrenze“, ergänzte Mehner.

„Umweltschutz endet nicht an der Stadtgrenze.“

Eines der Hauptthemen des Abends war die Nutzung der Windkraft. Hier ging es vor allem um die in Bayern geltende 10H-Regelung, die den Mindestabstand von Windrädern zur Wohnbebauungen festlegt. Viele mögliche Standorte fallen dadurch weg. „Fridays for Future“ kritisieren diese 10H-Regel. „Mit Wind und Sonne könnte genug Strom produziert werden, und man bräuchte keine Stromtrassen mehr“, sagte die 15-jährige Sarina Haushofer. Die Kritik teilen die „Scientists for Future“. Durch die Abstandsregelung „wird in ganz Bayern kein einziges Windrad gebaut“, sagte ein Vertreter.

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Radwan sieht das anders. „Windkraft geht überall zurück, auch in Bundesländern, die diese Regelung nicht haben, sprich mit 10H hat das nichts zu tun.“ Die Abstandsregel sei auf Wunsch großer Teile der Bevölkerung eingeführt worden, betonte der Abgeordnete. „Über die Absolutheit von 10H kann man diskutieren, aber erst nach Kommunalwahl.“ Ingo Mehner hingegen brach eine Lanze für den Ausbau der Wasserkraft. Diese würde aber durch „zu strenge Umweltauflagen ausgebremst“. Als Beispiel nannte er das lange Genehmigungsverfahren für ein Kraftwerk am Loisach-Isar-Kanal.

Die Themen 10H-Regelung und BOB dominierten die Diskussion 

„Wie können wir den Öffentlichen Personennahverkehr umweltfreundlich ausbauen?“ Auch diese Frage bewegte viele an diesem Abend. Dabei ging es vor allem um die Bayerische Oberlandbahn (BOB). „Man muss nicht die ganze Strecke zweigleisig ausbauen, aber fraglos braucht man einige Ausweichstellen“, sagte Radwan. So könnte eine Taktverdichtung realisiert werden.

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Die Umweltschützer kritisierten, dass die BOB mit Dieselloks fährt und so CO2 und Feinstaub produziert. Deshalb arbeite man ja auch an der Elektrifizierung der Strecke, antwortete Radwan. Welche Methode dafür die sinnvollste sei, werde momentan geprüft. Bis zur Elektrifizierung wird aber noch einige Zeit ins Land gehen. Als Zwischenlösung tauscht die BOB die alte Flotte gegen neue Lint-Züge aus. Die fahren zwar auch mit Diesel, sollen aber einen geringeren Feinstaubausstoß haben. „Das ist ein großer Schritt“, sagte Radwan.

Radwan setzt auf Innovation in der Technik 

Generell plädierte der Abgeordnete dafür, „auf eine ergebnisoffene Forschung zu setzen, da die Herausforderungen des Klimawandels nur mit Innovationen zu stemmen sind“. Allerdings habe er leider in den vergangenen Jahren eine „allgemeine Innovationsfeindlichkeit“ beobachtet. Generell wäre es themenübergreifend wünschenswert, „wenn verschiedene Bereiche öfter zu konstruktiven Diskussionen zusammenkommen würden, um Kompromisse zu finden“. Radwan versprach, für weitere Diskussionen zur Verfügung zu stehen.

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