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Der Turnverein Bad Tölz - hier ein Bild vom Kinderturnfest - ist begeistert von der Perspektive auf eine neue Bewegungshalle.

Geplanter Neubau

Dämpfer für die Optimisten: Stadtrat legt sich auf keinen Zeitplan für neue Turnhalle fest

Viel Lob gab es im Stadtrat für die Idee, die vom Turnverein Bad Tölz lange ersehnte Bewegungshalle  auf dem Gelände südwestlich der Dreifachturnhalle zu bauen. Doch wann das passieren wird, darauf geb es noch keine Antwort.

Bad Tölz – Unter altgedienten Turnvereins-Mitgliedern herrschte vor der Tölzer Stadtratssitzung am Dienstag eher Skepsis. Zu oft habe das Rathaus in den vergangenen Jahren die Vorschläge des Turnvereins für eine „Gerätehalle“ ausgebremst. Das sei auch jetzt mit der neuen Planung für eine Bewegungshalle direkt neben der Dreifachturnhalle (wir berichteten) zu befürchten. Nun ja. Begrüßt wurde die neue Planung in der Sitzung von allen Seiten, und Lob prasselte auf das Bauamt für die eigentlich nahe liegende Standort-Idee nieder. Bürgermeister Josef Janker und die Verwaltung vermieden es aber tunlichst, sich mit einem Beschluss in irgendeiner Form zu binden.

Erst auf hartnäckiges Nachhaken von Andrea Grundhuber (Grüne) wurde auf Vorschlag des Dritten Bürgermeisters Christof Botzenhart (CSU) ein Satz in den Beschluss über die Jahnschul-Planung aufgenommen, wonach sich der Stadtrat für eine Situierung der Bewegungshalle auf dem Gelände südwestlich der Dreifachturnhalle ausspricht.

„Der Satz war wichtig“, kommentierte TV-Vorsitzende Jane Clarke das Ergebnis und wollte sich ihren Optimismus trotz des Dämpfers nicht nehmen lassen. „Jetzt sind auch wir vom Turnverein gefordert und müssen dran bleiben.“ Der TV will immerhin eine halbe Million Euro zur Finanzierung beitragen.

Willi Streicher (SPD) hatte zuvor die Bedenken des Turnvereins geteilt. „Ich habe schon Angst, dass man, wenn jetzt drei Jahre vergehen, wieder bei Null anfängt.“ Sein Vorschlag, den Botzenhart-Satz noch mit weitergehenden Kostenermittlungen zu vertiefen, ging unter, ohne dass nachgebohrt wurde.

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Zuvor hatte der designierte Stadtbaumeister Florian Ernst eine Menge Lob für seine Planung neben der Dreifachturnhalle eingeheimst. Anton Mayer (CSU) sorgte für Schmunzeln in der Runde, als er doppelsinnig anmerkte: „Man sieht, die Verwaltung ist bereit, etwas zu machen, wenn man mit ihr redet.“ Mayer hatte im Dezember die Rathausführung zu mehr Engagement für den Turnverein aufgefordert. Der mutmaßliche CSU-Bürgermeister-Kandidat Ingo Mehner sah „nur Gewinner mit der neuen Lösung“. Der Forderung von Franz Mayer (Grüne), nach so vielen Jahren der Diskussion nun endlich Nägel mit Köpfen zu machen und das Projekt in die mittelfristige Finanzplanung aufzunehmen, erteilte Mehner aber eine Absage: „Was Sie machen, Herr Mayer, ist das Ausstellen ungedeckter Schecks.“ Man müsse das Projekt erst einmal in einer Stadtratsklausur priorisieren.

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Im Beschluss des Stadtrats wurden schließlich die bekannten Planungen für das Jahnschulareal mit Schule und Erweiterungsflächen, Kindergarten, Stadtkapellen-Probenraum und Turnhalle einstimmig festgehalten.

Als Andrea Grundhuber darin eine Stellungnahme zur so viel gelobten Bewegungshalle vermisste, antwortete Bürgermeister Josef Janker: „Das kommt zu gegebener Zeit.“

Kämmerer Hermann Forster verwies auf enorm kostenintensive Projekte, die für die Stadt zunächst einmal im Raum stünden. Mittelfristige Finanzplanung, das bedeute drei bis vier Jahre. Das gehe finanziell und kapazitätsmäßig nicht.

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Dann kam Botzenharts Kompromissvorschlag zum Standort der Bewegungshalle. Er wurde einstimmig befürwortet. Margot Kirstes (FWG) zum wiederholten Male vorgetragener Einwand, man solle am Jahnschul-Areal auch eine Tiefgarage planen, wurde von Bauamtsleiter Christian Fürstberger zurückgewiesen. Die Zufahrt müsste über den Krottenbach erfolgen, was die Anlieger auf den Plan rufen würde. Auch würden Tiefgaragen bei schulischen Einrichtungen erfahrungsgemäß nicht gut angenommen. Hinzu kämen erhebliche Mehrkosten.

Christoph Schnitzer

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