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Für diese Jahreszeit ungewöhnlich viel Wasser floss gestern in der Isar. Statistisch gesehen gibt es so hohe Werte im Januar/Februar nur etwa alle 100 Jahre. Neben dem Regen ließen die hohen Temperaturen den Schnee in den Bergen schmelzen. 

Schneeschmelze

Darum floss am Montag so viel Wasser die Isar runter

Lenggries/Bad Tölz – So viel Wasser hat die Isar selten zu dieser Jahreszeit: Am Montag überspülte  der Wildfluss die Kiesbänke.

Für die Jahreszeit ungewöhnlich viel Wasser lief gestern sprichwörtlich die Isar runter. Gut 1,60 Meter Wassertiefe wurde Mittags an der Tölzer Isarbrücke gemessen – ein halber Meter mehr als 24 Stunden zuvor. Rasant stieg in derselben Zeit auch der Sylvensteinstausee an. Lag der Seespiegel am Sonntagabend um 23 Uhr noch bei 737 Metern über Meereshöhe, hatte er am Montag um 10 Uhr bereits 741 Meter erreicht.

Der Zufluss zum Sylvensteinsee ging in der Nacht zum Montag sprunghaft nach oben. Die Spitze lag bei 160 Kubikmetern pro Sekunde. 

Dabei sei der anhaltende Regen eigentlich gar nicht das Problem gewesen, sagt Tobias Lang, am Weilheimer Wasserwirtschaftsamt zuständig für den Stausee. Das Problem war, dass gleichzeitig mit dem Regen auch die Temperatur spunghaft nach oben ging. In den Bergen taute der Schnee. Die Folge: „In der Spitze sind 160 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Sylvenstein gelaufen“, sagt Lang. Erreicht war dieser Spitzenzufluss am Montag um 8 Uhr morgens. Zum Vergleich: Am Sonntagabend strömten gerade einmal gut 18 Kubikmeter in den See. Überrascht hat Lang an dem Ganzen eigentlich nur eines: „Laut den Wetterprognosen hatte ich bereits Sonntagfrüh mit der Zuflusserhöhung gerechnet.“

Etwa die Hälfte des Zuflusses wird derzeit an die Isar weitergegeben. So hofft Lang, dass der Seespiegel bis Donnerstag wieder auf den Anfangswert nach unten geht. „Momentan hat es noch keine Auswirkungen auf die Baumaßnahme“, sagt Lang. Weiter aufstauen könne man das Wasser aber nicht, weil sonst nicht weitergearbeitet werden könne. Wie berichtet, baut das Wasserwirtschaftsamt gerade den Mechanismus ein, mit dem das sogenannte Revisionsschütz in Zukunft bewegt werden kann – ohne dass der Seespiegel jedes Mal abgesenkt werden muss. Das Revisionsschütz – sozusagen der Stöpsel des Sylvensteinsees – wird geschlossen, wenn im Grundablassstollen gearbeitet werden muss oder Revionsarbeiten anstehen. Über diesen Stollen wird normalerweise die Wasserabgabe aus dem See in die Isar geregelt.

Die Wassermengen, die gestern in den See beziehungsweise wieder herausströmten sind natürlich nichts im Vergleich zu den Hochwasserwerten, die beispielsweise Pfingsten 1999 oder im August 2005 gemessen wurden. Für Januar/Februar seien die Werte aber durchaus hoch. „Laut Statistik ist das ein Wert, der im Februar nur etwa alle 100 Jahre vorkommt“, sagt Lang.

Ab März soll der Aufstau im Sylvenstein wieder beginnen – normalerweise liegt der Seespiegel nämlich 15 Meter höher. Dabei hatte Lang eigentlich auf die Schneeschmelze gesetzt. Macht ihm das frühe Tauwetter hier nun einen Strich durch die Rechnung. „Nein“, sagt Lang. „Das schneit schon noch einmal. Das tut es immer.“  va

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