Hell, groß und freundlich: Schulleiterin Bärbel Weixner ist mit den Klassenzimmern ganz zufrieden.
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Hell, groß und freundlich: Schulleiterin Bärbel Weixner ist mit den Klassenzimmern ganz zufrieden.

Finanzplanung der Stadt

Lettenholzschule muss wohl noch Jahre auf Neubau warten

  • Christoph Schnitzer
    vonChristoph Schnitzer
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Das war eine klare Ansage vom Tölzer Kämmerer Hermann Forster, als es jüngst um die Tölzer Finanzplanung der kommenden Jahre ging. „Den Neubau der Lettenholzschule schaffen wir derzeit nicht.“

Bad Tölz - Eine Studie im Auftrag der Stadt hatte ergeben, dass eine Generalsanierung der in die Jahre gekommenen Schule teurer als ein Neubau käme. „Aber auch da reden wir von einem Betrag deutlich im zweistelligen Millionenbetrag“, sagte Kämmerer Hermann Forster bei den jüngsten Haushaltsberatungen der Stadt. Das Projekt rutschte also in der Prioritätenliste weit nach hinten.

Anders als erwartet ist das für Schulleiterin Bärbel Weixner nicht unbedingt ein Beinbruch. Seit 2014 ist die 55-Jährige Leiterin der Grundschule an der östlichen Stadtgrenze. Schon als die Stadt das 12,6 Millionen Euro teure Großprojekt Jahnschule (Kindergarten, Schule, Aula, Turnhalle) startete, habe sie sich gedacht, dass ihre Lettenholzschule „noch einige Jahre warten muss“. Zumal auch an der Südschule teure Sanierungsmaßnahme anstehen.

Die Lettenholzschule hat derzeit etwas weniger als 180 Schüler, die aus 15 Nationen stammen.

Auch in ihrer sechs Jahrzehnte alten Grundschule auf der Flinthöhe mit derzeit acht Klassen und etwas weniger als 180 Schülern ist die Bausubstanz nicht gerade gut. Bei einem Rundgang zeigt Bärbel Weixner ein ausgedehntes unverputztes Kellergeschoss. Wofür es diente? „Keine Ahnung“, sagt die Schulleiterin. Es ist schwer zugänglich, voll Schutt und muss dennoch regelmäßig auf Wassereinbrüche kontrolliert werden.

Der Werkraum und andere Schulzimmer im Souterrain riechen ein wenig streng. Es gibt feuchte Stellen im Mauerwerk, Risse im Putz und mitunter nicht ganz dichte Fenster. Die Turnhalle mit Holzboden strahlt den Charme der 1950er-Jahre aus, ist fast nur für Ballspiele geeignet, besitzt aber eine kleine Bühne.

Bärbel Weixner mag ihre Schule trotz all ihrer Schwächen und ist eigentlich ganz froh, dass sie einen Neubau wohl nicht einmal bis zur Pensionierung in zwölf Jahren erleben wird. „Jetzt haben wir große, helle und freundliche Klassenzimmer“. Bei einem Neubau würden die gewiss deutlich kleiner, weil die Stadt natürlich den Förderrichtlinien des Staates folgen müsste. Die Schule sei derzeit nach Süden ausgerichtet, was sich bei einem Ersatzbau anstelle der derzeitigen Turnhalle ändern würde. „Wir haben einen wunderbaren, großen Pausenhof“. Der würde künftig bestimmt nicht mehr so groß sein. Das Areal ist so weitläufig, dass ein Teil – nicht zuletzt zur Gegenfinanzierung – für Wohnbebauung genutzt würde.

Die in die Jahre gekommene Schule, so hat Bärbel Weixner den Eindruck, gefällt auch Schülern und Eltern, was wiederum viel damit zu tun habe, „dass die Grundstimmung an unserer Schule gut ist“ – auch wenn das Haus alt ist.

Der Migrantenanteil an der Schule ist mit 60 bis 70 Prozent recht hoch. „Unsere Kinder kommen aus rund 15 verschiedenen Ländern“, erzählt Weixner lächelnd. Zum Thema gute Grundstimmung ergänzt sie noch, dass es immer wieder Schüler etwa von der FOS gibt, die ihr Praktikum „an ihrer alten Schule“ abhalten wollen.

Ein Indiz, dass es noch einige Jahre dauern wird mit dem Neubau, sind auch die jüngsten Investitionen der Stadt etwa in den Brandschutz. Es werde auch für die Inneneinrichtung Geld in die Hand genommen. „Da ist die Stadt seit einiger Zeit schon sehr großzügig“, meint Weixner und hofft – etwa, was die EDV und das technische Equipment betrifft – auf mehr.

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