Die Hotelplanung an der Arzbacher Straße ist nach wie vor umstritten.

Arcus veräußert Immobilie in Dachau 

Dass Hotels verkauft werden, „ist üblich“

Kritiker des Hotelprojekts an der Arzbacher Straße sind besorgt: Der Investor Arcus hat sein Vorzeigehotel in Dachau im Februar verkauft. Geht es folglich auch in Tölz nur „um die schnelle Mark“? Investor Manuel Geiger und die Stadt wiegeln ab.

Bad Tölz – Im April 2015 besuchte der Tölzer Stadtrat das Dachauer Hotel „Tulip Inn Alp Style“, das als bayerisches Vorzeigeobjekt für die Investorengruppe Arcus diente. Sie will bekanntlich an der Arzbacher Straße in Bad Tölz ein 150-Zimmer-Hotel errichten. Kritiker bemängeln vor allem die Quersubventionierung durch Wohnbau und fürchten, dass erst die Wohnungen und dann – wenn überhaupt – das Hotel gebaut wird. Als nun Internet-Fachportale meldeten, dass „Arcus“ das Dachauer Hotel für 10 bis 15 Millionen Euro an ein nicht näher bezeichnetes „internationales Family Office“ veräußert habe, erhielten diese Befürchtungen neue Nahrung.

Das ist aber grundlos, sagt Arcus-Projektentwickler Manuel Geiger. Das Dachauer Hotel sei nicht wegen Betriebsführungs-Problemen, wie es gerüchteweise hieß, verkauft worden, sondern „ganz im Gegenteil wegen einer sehr erfolgreichen Betriebsführung und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolg sowie der optimalen Erbauung und Entwicklung des Hotels“. Geiger räumt dabei ein, dass man ursprünglich – wie in Tölz – die Betriebsführung extern vergeben habe wollen. Sie dann notgedrungen selbst in die Hand zu nehmen, habe sich aber als wirtschaftlich richtig herausgestellt.

Die grundsätzlichen Bedenken von Tölzer Bürgern kann Geiger nicht ganz nachvollziehen. Es sei durchaus üblich, dass sich die Eigentumsverhältnisse einer Hotelimmobilie in der Zeit ihrer Nutzung verändern. Erklärtes Ziel bleibe, versichert er, „in Tölz ein Hotelprojekt unter Berücksichtigung der Umsetzbarkeit optimal zu entwickeln“.

Ins selbe Horn bläst auch der Tölzer Bürgermeister Josef Janker. Der Erstinvestor finanziere, baue und finde einen Betreiber. „Wenn der Betrieb läuft, wird das Objekt für Fonds und Institutionen, die Geld in sichere und gut laufende Projekte anlegen möchten, interessant.“ Wenn der Erstinvestor dann einen Mehrerlös generieren könne, werde er verkaufen. Im Fall Arzbacher Straße könnte das Stadtoberhaupt daran nichts Nachteiliges erkennen: Denn ein Verkauf „wäre ja auch der Beweis, dass das Hotel läuft und für Geldanleger interessant ist“. Was für die Stadt vorrangig wichtig sei, seien „die 150 Zimmer und damit ein Zugewinn von ansprechenden, dringend benötigten Betten für unsere Gäste“.

Die Sorge, dass die Wohnungen Priorität vor dem Hotelprojekt haben könnten, mag Janker nicht teilen. Plan sei, dass Tiefgaragen für Hotel und Wohngebäude in einem Zug errichtet würden. Dann habe das Senso-Fit (Sportstudio) Vorrang. Zeitgleich werde mit dem Hotel begonnen, etwas zeitversetzt dann die Wohngebäude. Dies alles werde vertraglich zu regeln sein, sagt Janker.

Christoph Schnitzer

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