Zur Wahrung der Denkmäler und Traditionen hat der Landkreis die Kreisheimatpfleger Martin Englert (li.) und Thomas Lauer (re.) bestellt. Landrat Josef Niedermaier stellte sie vor.
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Zur Wahrung der Denkmäler und Traditionen hat der Landkreis die Kreisheimatpfleger Martin Englert (li.) und Thomas Lauer (re.) bestellt. Landrat Josef Niedermaier stellte sie vor.

Thomas Lauer folgt Maria Mannes

Denkmäler mit Leben füllen: Neuer Kreisheimatpfleger in Bad Tölz vorgestellt

  • Melina Staar
    VonMelina Staar
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Der Landkreis hat einen neuen Kreisheimatpfleger für den Bereich Denkmalschutz und Denkmalpflege. Thomas Lauer wurde am Montag als Nachfolger von Maria Mannes vorgestellt. Corona-bedingt hatte sich die Bestellung des neuen Kreisheimatpflegers verzögert.

Bad Tölz-Wolfratshausen - „Es gibt am Landratsamt ein eigenes Denkmal-Team, das sich um Bauanträge mit Denkmal-Bezug kümmert“, erklärte Landrat Josef Niedermaier. Dieses Team arbeite eng mit dem Landesamt für Denkmalschutz zusammen. „Das Ehrenamt des Kreisheimatpflegers ist die Schnittstelle zur Region und zu den Leuten.“ Aufgabe sei es, Verständnis für den Denkmalschutz zu schaffen, „in einem Landkreis mit einer Denkmaldichte, wie sie nur wenige haben“.

Kreisheimatpfleger möchte noch mehr Interesse für Denkmäler wecken

Der Landkreis lebe nicht nur von der wunderschönen Landschaft, sagte Thomas Lauer, „sondern auch von den Gebäuden, die dort stehen.“ Viele Menschen würden das durchaus sehen, aber wüssten oft nicht die Hintergründe. „Ich möchte gerne Interesse für Denkmäler wecken“, sagte Lauer. „Denkmäler müssen mit Leben gefüllt sein.“

Ihn freue die kollegiale Zusammenarbeit mit Kreisbaumeister Andreas Hainz und mit Christoph Scholter vom Landesamt für Denkmalpflege, sagte der Gaißacher. „Wir sind sozusagen ein Triumvirat.“ Sie helfen, wenn eine bauliche Änderung an einem denkmalgeschützten Gebäude geplant ist. Was bei einem modernen Bau eine verfahrensfreie Maßnahme ist, wie etwa der Austausch eines Fensters, muss bei einem denkmalgeschützten Haus beantragt werden.

Thomas Lauer zur Seite steht weiterhin Martin Englert

Die Einrichtung der Heimatpflege gebe es nur in Bayern. „Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die ich ernst nehmen und für die ich mich voll und ganz einsetzen werde.“ Es sei eine umfassende Tätigkeit, „die ich ausfüllen werde zum baulichen Wohl des Landkreises“.

Weiterhin als Kreisheimatpfleger tätig ist auch Martin Englert. Der Kreistag hat ihn für weitere fünf Jahre berufen. Seit 2008 füllt er den Posten aus. „Es bereitet mir große Freude, es ist ein riesiges Gebiet.“ Sein Aufgabenbereich ist umfassend: Vorträge zu verschiedenen Themen wie Dialekte, Kultur, Brauchtum gehören ebenso dazu wie Buchbeiträge, Veranstaltungen, Führungen und die Beantwortung privater Anfragen. Daneben pflegt Englert die Städtepartnerschaften und organisiert Musiktreffen.

Die Wurzeln sichtbar machen - das ist eine Herausforderung

Niedermaier bittet die Bürger, das Angebot der Kreisheimatpfleger zu nutzen. „Gehen Sie auf die Kreisheimatpfleger zu.“ Wer nicht wisse, woher er komme, könne die Moderne nicht gestalten. „Das ist die größte Herausforderung – die Wurzeln sichtbar zu machen.“ Er wolle eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft schlagen, sagte Lauer. „Erhalten und gestalten“, heiße das Stichwort.

Das größte Anliegen der Denkmalpflege sei es, so Kreisbaumeister Andreas Hainz, etwas zu erhalten, was „für seine Entstehungszeit typisch und schützenswert ist“. Es gehe darum, den typischen Baustil originalgetreu zu erhalten.

Angesichts von Wohnraummangel sei es verständlich, dass man auch denkmalgeschützte Bauten ändern wolle, so Niedermaier. Dies sei auch möglich. Die wesentlichen Elemente müssten erhalten bleiben, könnten aber weiterentwickelt werden. Um hier die jeweils richtige Lösung zu finden, stünden Kreisheimatpfleger und Landratsamt bereit.

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