Am Sonntag waren am Nockherplatz nur noch zwei Stände vertreten.
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Am Sonntag waren am Nockherplatz nur noch zwei Stände vertreten.

Corona-Auswirkungen

Der etwas andere Herbstmarkt in Bad Tölz

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Lange war alles in Bad Tölz aufgrund der Pandemie lahmgelegt und abgesagt. Am Wochenende stellte die Stadt in einer corona-konformen Variante den Herbstmarkt dennoch auf die Beine. Während es am Samstag eher ernüchternd lief, kamen am Sonntag dennoch einige Besucher zum Bummeln.

  • Trotz Corona-Pandemie fand in Bad Tölz der Herbstmarkt statt
  • Die Stadt erstellte eine abgespeckte aber corona-konforme Variante
  • Während der Samstag ernüchtern war, kamen am Sonntag einige Besucher

Bad Tölz – Keine Frage, den Herbstmarkt kennt man in Bad Tölz normal anders. Aber normal ist heuer nun mal gar nichts. Trotzdem: „Die Bürger sollen ein Stück Alltag bekommen und die Händler wieder mehr Einnahmen“, sagt Susanne Frey-Allgaier, stellvertretende Kur- und Tourismusdirektorin. Daher hat die Stadt den Versuch unternommen – unter Einhaltung aller Auflagen – eine Lösung zu finden, den Herbstmarkt doch stattfinden zu lassen.

Am Wochenende platzierten sich also insgesamt 15 Standlbesitzer mit ihrer Ware am Nockherplatz und am Jungmayrplatz. „Der Samstag war leider sehr ernüchternd“, sagt Frey-Allgaier. Petrus hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aufgrund des Regens kamen nur wenige Besucher. „Die Stimmung unter den Händlern war entsprechend angespannt, manche haben sogar die Zelte abgebrochen und sind am Samstag bereits wieder gefahren“, berichtet sie.

Herbstmarkt am Nockherplatz und Jungmayrplatz statt in der Marktstraße

Die beiden Stadtplätze waren eingezäunt, so dass es nur zwei Ein- und Ausgänge gab. Dort war jeweils Sicherheitspersonal anwesend. Zum einen, um die Einhaltung der auf den Plätzen geltenden Maskenpflicht zu kontrollieren, zum anderen, um die Personenanzahl im Auge zu behalten. Am Jungmayrplatz wären 100 Besucher erlaubt gewesen. Am Nockherplatz 30. „Am Samstag haben wir aber die Anzahl nicht annähernd überschritten“, sagt Frey-Allgaier. Sonntag gegen frühen Nachmittag war dann schon mehr los. Womöglich lockte auch der verkaufsoffene Sonntag in der Stadt die Besucher an.

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494f7911-166e-40a3-ad54-bc9a36b9cd16.jpg Der verkaufsoffene Sonntag lockte viele in die Marktstraße.

So auch die Familie Oberländer aus Tölz. „Es ist schön, dass mal wieder ein bisschen was los ist“, sagt Christina Oberländer. „Es ist zwar weniger Angebot als sonst, dafür fühlt man sich mit dem Konzept sicher.“ Allgemein, so meint die Familie, haben solche Veranstaltungen die letzten Monate gefehlt.

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Angebot angepasst: Nur zehn Prozent weniger Einnahmen, als bei Märkten vor der Krise

Christian Sicheneder betreibt den Stand „Claudias Taschenladen“. Die Corona-Krise hat ihn besonders hart getroffen. „Am 1. März bin ich aus meiner Festanstellung raus und habe mich selbstständig gemacht – dann kam Corona“, erzählt der Münchner. Der Herbstmarkt ist nun seine zweite Veranstaltung in diesem Jahr. „Ich konnte meinen Stand schon bei ,Sommer in der Stadt’ am Münchner Odeonsplatz aufstellen.“ Sein Angebot hat er ganz den neuen Zeiten angepasst. „Ich verkaufe nun auch Masken mit bayerischen Motiven. Die kommen gut an“, weiß er. Damit habe er einiges auffangen können. „Ich habe so nur zehn Prozent weniger Einnahmen, wenn ich mit meinem Stand auf einem Markt bin wie vor Corona. Das könnte wesentlich schlimmer sein.“

Nürnberger Lebkuchen gab es am Jungmayrplatz.

Auch Carina Forster hatte das Glück, in Tölz einen der Standplätze zu ergattern. Ihr Vater, Walter Forster, verkaufte Süßwaren am Stand „Die kleine Lebkuchen Manufaktur“. Das gestrige Wetter bekamen auch sie zu spüren. Aber: „Es war immer noch besser, als gar nicht da zu sein. Es rentiert sich schon in geringen Maßen. Schön, dass die Stadt uns diese Möglichkeit gibt.“

Stadt erlässt Standgebühren für Samstag

Der Stadt dankbar ist auch Christian Sicheneder. Denn aufgrund der geringen Besucherzahlen am Samstag hat Bad Tölz den Händlern die Standgebühr für diesen Tag erlassen. „Das war wirklich ein großes Entgegenkommen.“

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