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Taxis, Krankenwagen, Privatautos: Die An- und Abfahrt zum Dialysezentrum am Kogel sorgt für Ärger.

Bauausschuss

Dialysezentrum am Genehmigungstropf

Das Dialysezentrum am Tölzer Kogelweg ist für Patienten ein Segen. Für Nachbarn ist es wegen des Verkehrslärms ein Graus. Im Bauausschuss wurde eine – längst bestehende – Vergrößerung erneut abgelehnt.

Bad Tölz – Manche Bauvorhaben haben ein jahrelange Geschichte. Beim Tölzer Dialysezentrum am Kogel hatten schon die Vorgänger des jetzigen Kollegiums diskutiert. Und waren zum selben Ergebnis wie in der Bauausschuss-Sitzung am Dienstag gekommen. Eine seit 2005 existierende Umwidmung von zwei Räumen, darunter eine Betriebswohnung, in Praxisräume mit acht zusätzlichen Betten (zum Bestand von 16) ist nicht statthaft. Der Grund: Die Parksituation am Kogelweg ist verheerend. An- und abfahrende Taxen, Krankenwagen und Privatwagen verstopfen den Kogelweg und sorgen vor allem nachts für Lärm und viele Beschwerden. Auch die Hauseigentümergemeinschaft der offiziell nur Ferienwohnungsanlage stimmte nicht zu. Im Herbst 2013 und nun erneut wurde der Tekturantrag abgelehnt.Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) begrüßte zwar die Dialyseeinrichtung. Der Standort aber „sei total verkehrt. Die Betreiber sollten einen anderen finden.“

Dr. Bettina Schröder ist eine von drei Ärztinnen in dem Zentrum. Sie reagierte am Freitag einigermaßen fassungslos über die erneute Ablehnung des Antrags, über dessen Behandlung im Ausschuss sie erst am Telefon erfuhr. Sie räumt die Parkengpässe durchaus ein, erinnert aber daran, dass man sich 1999 eigentlich in der damals leer stehenden Prof-Max-Lange-Klinik habe ansiedeln wollen. „Das hat die Stadt abgelehnt.“ Und sie fragt, warum man das Dialysezentrum damals überhaupt genehmigt habe, wenn nun der Standort „total verkehrt“ sei. Über den Vorschlag eines neuen Standorts kann sie nur den Kopf schütteln: „Wir können doch mit 800 Quadratmeter Fläche nicht auf die Schnelle umziehen. Wie stellt sich das die Stadt vor?“ Man habe zudem Millionen investiert.

An der Verschärfung der Verkehrssituation durch zusätzlichen Wohnbau am Kogelweg sei ihre Einrichtung auch nicht verantwortlich. Die Ärztin argumentiert schließlich, dass sich selbst mit Nichtzulassung der Umwidmung nichts an der Situation ändern würde. „Die 12 Nachtpatienten nutzen diese Räume gar nicht.“ Wie es weitergehen soll, da hat Schroeder keine Ahnung. Das Dialysezentrum sei ja sogar ein echter Magnet für Tölz. „Wir haben Patienten, die sonst an den Tegernsee zum Urlaub fahren und nun in Tölz bleiben, weil wir da sind.“

Die Stadt, so sagt Sprecherin Birte Otterbach auf Anfrage, habe großes Interesse, dass diese Praxis bestehen bleibt. Sie zitiert Bürgermeister Josef Janker mit den Worten, dass das Dialysezentrum eine „extrem wichtige Einrichtung ist, die wir in keinem Fall missen wollen“.

Gleichwohl sei der Standort wegen der unbefriedigenden Verkehrssituation nicht ideal und eine Verlagerung wünschenswert. Janker: „Eventuell ist eine Kooperation mit einer bestehenden Gesundheitseinrichtung denkbar.“

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