Ein eingespieltes Team: In der ZDF-Serie spielte Schauspieler Maximilian Grill den Dorfpfarrer„Tonio Niederegger“. Die weibliche Hauptrolle „Julia“ verkörperte Ooana Devi Liebich (li.).
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Ein eingespieltes Team: In der ZDF-Serie spielte Schauspieler Maximilian Grill den Dorfpfarrer„Tonio Niederegger“. Die weibliche Hauptrolle „Julia“ verkörperte Ooana Devi Liebich (li.).

Interview mit Maximilian Grill

Die in Bad Tölz gedrehte Serie „Tonio und Julia“ geht in den Endspurt

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Hauptdarsteller Maximilian Grill erzählt über die Dreharbeiten im Tölzer Land und verrät, wieso es mit „Tonio und Julia“ nicht mehr weiter geht.

  • Im ZDF werden nun die 9. und 10. Folge von „Tonio und Julia“ ausgestrahlt
  • Es werden die letzten Folgen der in Tölz gedrehten Serie sein
  • Hauptdarsteller Maximilian Grill erzählt im Interview wieso das beliebte Format nun zu Ende geht

Bad Tölz – Das lange Warten hat ein Ende: Die nächsten Folgen der Heimatserie „Tonio und Julia“ werden am 11. und 18. Oktober im ZDF ausgestrahlt. Danach ist aber leider Schluss mit der Romanze aus Bad Tölz. Die 9. und 10. Folge werden die letzten sein. Schon bevor das bekannt wurde, war klar, dass Hauptdarsteller Maximilian Grill, der in der Serie den jungen Pfarrer Tonio Niederegger mimt, aussteigt. Im Interview mit dem Tölzer Kurier, erklärt er, warum und wie es nun bei ihm weitergeht.

Herr Grill, etwas verzögert werden ab diesem Wochenende die letzten Folgen von „Tonio und Julia“ ausgestrahlt. Wie sehen Sie dem Serienende entgegen?

Ich denke, es ist ein guter Zeitpunkt in der Geschichte, um aufzuhören oder sie neu zu gestalten. Man darf den Spannungsbogen nicht überreizen. Jede Geschichte ist einfach auch einmal zu Ende erzählt, und diesen Punkt sollte man nicht überschreiten.

„Hatte das Gefühl, dass die Geschichte zu Ende erzählt ist“

Bevor klar war, dass die Serie eingestellt wird, hat sich bereits abgezeichnet, dass Sie den Cast verlassen. Stehen die beiden Entscheidungen miteinander in Zusammenhang?

Das eine hat nicht das andere bedingt. Ich hatte bereits nach den letzten Dreharbeiten das Gefühl, dass die Geschichte zu Ende erzählt ist. Wenn man es dann künstlich in die Länge zieht, nur weil das Format gut läuft, passiert es oft, dass die Figuren unglaubwürdig oder pubertär wirken. Das wollte ich nicht. Anscheinend hat das ZDF das dann unabhängig von mir genauso gesehen. Ich finde die Entscheidung richtig und gut.

In der Serie haben Sie einen eher unkonventionellen Pfarrer gespielt. Konnten Sie sich persönlich mit dem Charakter identifizieren?

Tonio wird als sehr integer und mit einem hohen Wahrheitsanspruch dargestellt. So schätze ich mich selber auch ein. Auf der anderen Seite war es sehr spannend, dass er Pfarrer ist. Das hat mit meiner Person absolut nichts zu tun. Das hat die Rolle für mich dann auch spannend und herausfordernd gestaltet.

Grill selbst ist auch der Kirche ausgetreten

Sind Sie katholisch?

Nein. Ich bin schon vor längerer Zeit aus der evangelischen Kirche ausgetreten, da ich mich mit der Institution nicht identifizieren kann. Daher war es spannend, sich in einen katholischen Pfarrer hineinzudenken und einzufühlen.

Was ist Ihre schönste Erinnerung, die sie mit „Tonio und Julia“ verbinden?

Das war der erste Drehtag in der Mühlfeldkirche. Da habe ich zum ersten Mal den Talar angehabt und in der Kirche eine Predigt gehalten. Es war beeindruckend, was für eine Energie und Ausstrahlung das auf mich hatte. Ich war sofort komplett in der Rolle drin. Das war ein sehr besonderer Moment für mich.

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Was werden Sie am meisten vermissen?

Mir fällt der Abschied vom Team immer am schwersten. Die Leute bei dieser Produktion waren wirklich ein Glücksgriff, und wir haben drei Jahre lang viel am Leben der anderen teilgenommen.

Aktuell: Dreharbeiten für neue ZDF-Komödie in München

Sie waren für die Dreharbeiten länger im Tölzer Land. Wie haben Sie die Zeit hier im Landkreis erlebt?

Es war für mich ein schönes Gefühl – wie ein Zurückkommen. Da meine Großeltern in Tölz gelebt haben, habe ich viel Zeit meiner Kindheit hier verbracht. Ich mag die Region wahnsinnig gerne. Vor allem den Walchensee, Herzogstand und Kochelsee.

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Welche Auswirkungen hatte Corona heuer auf Ihre beruflichen Pläne?

Im Winter mache ich normal immer Pause. Als es dann im Februar plötzlich nicht mehr weiterging, war das schon sehr ungewohnt. Zum Glück war ich aber gut abgesichert. Ich habe den Lockdown dann mit meiner Tochter zusammen verbracht. Das war wie ein Geschenk für mich.

Wie geht es nun bei Ihnen weiter?

Aktuell drehe ich in München für eine ZDF-Komödie.

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