Ein buntes Kinderbuch hat es der Inhaberin der Buchhandlung Winzerer, Petra Schenk, angetan: „Kleine Blume, große Welt“ ist eine kindgerecht geschriebene Erzählung vom Heranwachsen einer Mohnblume.
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Ein buntes Kinderbuch hat es der Inhaberin der Buchhandlung Winzerer, Petra Schenk, angetan: „Kleine Blume, große Welt“ ist eine kindgerecht geschriebene Erzählung vom Heranwachsen einer Mohnblume.

Zum Welttag des Buches

Diese Bücher haben es Literaturliebhabern aus dem Tölzer Land angetan

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Es ist der Tag aller Tage für Leseratten. Am 23. April ist der von der Unesco initiierte „Welttag des Buches“. Unsere Zeitung hat Literaturfans aus dem südlichen Landkreis befragt, welche Werke sie zuletzt begeistert haben.

Christine Gritsch von der Gemeindebücherei in Lenggries empfiehlt „Ihr Königreich“ von Jo Nesbø: „Durch die begeisterten Rückmeldungen meines Mannes und unserer Leser wurde ich auf den neuen Roman des Autors aufmerksam. Der Krimi handelt von einem Polizeichef, dessen Verschwinden nicht aufgeklärt werden konnte. Die Polizei nimmt die Ermittlungen wieder auf. Dadurch wird der Automechaniker Roy unruhig. Sein Bruder Carl ist kürzlich in die Stadt Os zurückgekehrt und bringt scheinbar Unheil mit. Er plant, der Stadt zu Reichtum zu verhelfen, und dazu kursieren viele Gerüchte. Es ist ein sehr spannender Roman zum Mitfiebern.“

Melanie Kallweit, Filialleiterin der Buchhandlung Rupprecht in Bad Tölz, hat „Grenzfall“ von Anna Schneider begeistert: „Das Buch ist der Auftakt einer packenden Krimireihe, die direkt vor unserer Haustür spielt, in der Grenzregion von Deutschland und Österreich. Als die junge, ambitionierte Kommissarin Alexa Jahn ihren neuen Job bei der Kriminalpolizei Weilheim antritt, wird sie gleich an ihrem ersten Tag mit einem mysteriösen Mordfall betraut. Am Brauneck in Lenggries wird der Oberkörper einer Frau entdeckt, dem man Beine aus Stroh angenäht hat. Kurz darauf wird der fehlende Unterkörper am Ufer des Achensees gefunden. Die Kommissarin Alexa Jahn muss zusammen mit ihrem österreichischen Kollegen ermitteln, obwohl die beiden Polizisten nicht unterschiedlicher sein könnten. Der erste Fall des ungleichen Ermittlerduos Jahn und Krammer spielt zu einem großen Teil im Tölzer Umland und ist spannend bis zur letzten Seite. Eine absolute Empfehlung für alle Krimifans.“

Christoph Schnitzer, Autor und Redakteur beim Tölzer Kurier, empfiehlt „Die Hausnummer“ von Anton Tantner: „Ich liebe gut gemachte Sachbücher. ,Die Hausnummer‘ ist mir neulich in die Hände gefallen. Fasziniert habe ich in dem 80-Seiten-Büchlein nachgelesen, woher Hausnummern kommen und was die ,Geschichte ihrer Ordnung und Unordnung‘ (so der Untertitel) ist. Hausnummern als bürgerfreundliche Orientierungshilfe? Was für ein Trugschluss. Hausnummern erleichterten ab dem 18. Jahrhundert dem Staat, Soldaten auszuheben oder einzuquartieren sowie Steuern effektiv einzutreiben. Der einzelne Bürger verschwand nicht mehr in einer Masse, sondern war plötzlich einem Wohnort zuzuordnen. Kein Wunder, dass es in vielen Regionen massive Widerstände gegen die Einführung der Hausnummern gab. Nicht überall auf der Welt existiert übrigens das Hausnummern-System. In Tokio wird laut Tantner die Adresse durch Orientierungsskizzen ersetzt. Viel Historie und Wissen, garniert mit vielen Illustrationen. Tolles Buch.“

Petra Schenk, Inhaberin Buchhandlung Winzer in Bad Tölz, hat den Kinderbuchtipp „Kleine Blume, große Welt“ von Guido van Genechten parat: „,Kleine Blume, große Welt‘ ist ein wunderschönes Bilderbuch, geeignet für Kinder zwischen zwei und fünf Jahren. Eine Mohnblume erzählt in Ich-Form, wie sie vom Samen bis zur Kapsel heranwächst. Dabei wird auch ihre gesamte Umwelt beleuchtet und Kindern spielerisch so Natur, Pflanze und Tiere nähergebracht. Dabei spielen auch sonst eher unbeliebtere Tierchen wie zum Beispiel Blattläuse eine Rolle. Das absolute Highlight des Buches sind die schönen Illustrationen und die farbenfrohe Gestaltung der Seiten.“

Liane Madaus, Mitarbeiterin der Tölzer Buchhandlung Urban, war vom Buch „Agata und ihr fabelhaftes Dorf“ von Tea Ranno begeistert: „Der Roman ist lebhaft, jedoch auch ein bisschen derb. Aber die Charaktere sind toll. Die Geschichte handelt von Gut und Böse. Es geht um eine Witwe, die in einem sizilianischen Dorf ihr wunderschönes Grundstück am Meer vor dem Bürgermeister und seinen Mafia-Freunden verteidigt. Die wollen ihr Grundstück abwerben, um eine Müllhalde daraus zu machen, da dies der Gemeinde viel Geld bringt. Es ist eine schöne Geschichte, wie die Witwe mit Unterstützung dagegen ankämpft. Man muss nur großzügig über ein paar recht vulgäre Ausdrücke hinwegsehen können.“

Conny Henrizi, Mitarbeiterin im Klosterladen in Benediktbeuern, empfiehlt das Kochbuch „Hello Nature“ von Markus Sämmer: „Das Augenmerk liegt auf regionaler Ernährung. Es ist eine schöne Mischung aus Erklärungen, Rezepten und praktischen Tipps. Der Autor rückt die Herkunft unserer Lebensmittel wieder in den Vordergrund. Ich finde es toll, da es genau um das geht, was vor unserer Haustüre ist. Dazu sind Umweltverträglichkeit, Regionalität und Saisonalität wichtige Themen. Das Buch ist mit schönen Bildern ansprechend gestaltet und die Rezepte sind wirklich gut. Gespannt bin ich schon auf die Birnentarte mit Blauschimmel“.

Walter Fladerer, Inhaber der Buchhandlung „Lesebar“ in Lenggries, hat „Das ferne Feuer“ von Amy Waldman begeistert: „Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die ein Buch von einem Arzt liest, der beschreibt, wie er in Afghanistan viele humanitäre Projekte macht. Begeistert, was dieser Mann alles macht und beschreibt, entschließt sie sich mitzuhelfen. Doch vor Ort muss sie feststellen, dass alles anders ist. Ihre Illusion ist zerstört. Wie sie damit umgeht und was sie dann in diesem Land macht, ist spannend. Dazu lernt man auch viel Politisches und Geschichtliches. Besonders interessant fand ich die Einblicke, die man als Leser in das Land bekommt – auch mal aus afghanischer Sicht.“

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