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Feuer und Flamme für die Feuerwehr: Vanessa Demmel am Steuer eines Fahrzeugs der Ellbacher Wehr. Nach ihrer bestandenen Maschinisten-Prüfung will sich die 18-Jährige als Nächstes zum Trupp-Führer und zum Gerätewart ausbilden lassen. Danach strebt Demmel den Titel „Atemschutzträger“ an.

Durch Zufall zur Berufung

Diese Feuerwehrfrau steht ihren Mann

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Vanessa Demmel aus Ellbach will Menschen helfen. Aber nicht als Krankenschwester oder in einem anderen klassischen Frauenberuf: Die 18-Jährige strebt eine Karriere bei der Berufsfeuerwehr an. Jetzt ist sie ihrem Traum ein Stück näher gekommen: Als eine der ersten Frauen im Kreis hat sie die Prüfung zur Maschinistin bestanden.

Ellbach – Da ziehen selbst gestandene Feuerwehrmänner ihren Hut beziehungsweise Helm: Vanessa Demmel aus Ellbach hat die körperlich anspruchsvolle Prüfung zur Maschinistin bestanden. „Manche haben gedacht, ich schaffe es nicht“, sagt die 18-Jährige. „Aber ich habe die Prüfung mit Bravour bestanden.“

Ab sofort darf die Blondine also auch 7,5-Tonner fahren. Laut Demmel gar nicht so einfach, weil die Ellbacher Feuerwehr-Fahrzeuge zum Teil keine Servolenkung besitzen. „Nachdem ich zum ersten Mal hinterm Steuer saß, taten mir die Arme ganz schön weh“, verrät die junge Frau. Unter Muskelkater litt sie auch, als sie zusammen mit drei anderen zum ersten Mal eine Tragkraftspritze tragen musste – neben dem Fahren der Feuerwehr-Fahrzeuge eine der wichtigsten Aufgaben eines Maschinisten. Das Problem: So eine Spritze wiegt laut Kreisbrandrat Karl Murböck bis zu 190 Kilogramm. „Da kann man sich ungefähr vorstellen, was auf einen zukommt“, sagt Murböck.

Vielleicht liegt es daran, dass im Landkreis bislang nur wenige Vertreter des weiblichen Geschlechts die Maschinisten-Prüfung absolviert haben. Dabei ist der Anteil der Frauen bei der Feuerwehr gar nicht so unerheblich: Laut Murböck gibt es in der Region 106 aktive Frauen sowie 38 Nachwuchs-Feuerwehrfrauen zwischen 14 und 18 Jahren. Zum Vergleich: Bei den Männern lag der Anteil der Aktiven zum Stichtag am 31. Dezember 2016 bei 2989 Ehrenamtlichen. Außerdem gibt es 232 Herren der Schöpfung unter 18 Jahren, die sich bei der Feuerwehr engagieren.

Viele davon kommen über ein Familienmitglied in Kontakt mit der Feuerwehr. Vanessa Demmel dagegen führte der Zufall zu ihrer Berufung: 2015 landete ein Flugblatt im Briefkasten ihrer Familie. Auf diesem Weg versuchte die Ellbacher Wehr damals, Nachwuchs zu akquirieren. Mit Erfolg: Zusammen mit zwei Freundinnen dachte sich Demmel: „Das schauen wir uns mal an.“ Alle drei sind hängen geblieben. Doch vor allem Demmel war sofort Feuer und Flamme von der Kameradschaft innerhalb der Truppe und der Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen. Und nicht zuletzt von der Chance, an Fahrzeugen herumzuschrauben – neben dem Reiten ihr größtes Hobby. „Schon als Kind habe ich lieber mit Autos als Barbies gespielt“, verrät Demmel und lacht.

Nach der Schule begann sie sogar eine Lehre zur Kfz-Mechanikerin, die sie aber aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Alternativ entschied sich die junge Frau für eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Die absolviert sie derzeit – wie könnte es anders sein – beim Autohaus Rinner in Bad Tölz. Wenn sie in zwei Jahren damit fertig ist, will sie versuchen, bei der Berufsfeuerwehr in München aufgenommen zu werden. „Das ist mein Traum.“ Auch, wenn ihre Mama noch ein bisschen skeptisch ist. Angst, dass ihr während eines Einsatzes etwas zustoßen könnte, kennt die junge Frau selbst nicht. „Es kann immer etwas passieren.“

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