Nach Manipulations-Skandal

Diesel-Fahrer: Tölzer Landratsamt setzt letzte Frist zum Nachrüsten

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Droht den Opfern des Abgas-Manipulations-Skandals jetzt sogar die Stilllegung ihres Autos? Zumindest hat die Tölzer Kfz-Zulassungsstelle bereits die ersten betroffenen Fahrzeughalter angeschrieben, die bislang noch nicht das vorgeschriebene Software-Update haben durchführen lassen.

Bad Tölz-Wolfratshausen –  Ein Rückblick: Nachdem herausgekommen war, dass Volkswagen Diesel-Fahrzeuge so manipuliert hatte, dass sich geschönte Abgaswerte präsentieren ließen, musste der Konzern rund 2,6 Millionen Autos zur Umrüstung in die Werkstätten zurückrufen. Auch bei Porsche hatte der damalige Bundesverkehrsminister einen Pflichtrückruf angekündigt. VW schrieb die Halter der betroffenen Fahrzeuge an. Doch es gab durchaus Autobesitzer, die der Aufforderung zum Werkstatt-Termin nicht Folge leisteten – zum Beispiel weil sie Nachteile für Leistungsfähigkeit und Fahrverhalten befürchteten. Aktuell nun informiert das Kraftfahrzeugbundesamt (KBA) die örtlichen Kfz-Zulassungsstellen darüber, welche Fahrzeuge noch nicht nachgerüstet sind.

Wie Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer auf Anfrage mitteilt, hat das KBA der Tölzer Kfz-Zulassungsstelle bislang die Kennzeichen von vier solchen Autos mitgeteilt.

„Bei diesen Fahrzeugen gibt es eine Abweichung der tatsächlichen Stickstoffemission von den Angaben, die der EU-Typen-Genehmigung zugrundeliegen“, erklärt Peischer. Falls diese Abweichung nicht durch eine technische Maßnahme behoben werde, „dann ist der Betrieb des Fahrzeugs zu untersagen“.

Die Angeschriebenen bekamen laut Peischer eine relativ knappe Frist, um das Software-Update nachzuholen. Eine Person habe daraufhin mittlerweile den geforderten Nachweis erbracht. „In den anderen drei Fällen ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen.“

Sollten sich die Betroffenen weiterhin nicht melden beziehungsweise die Nachrüstung verweigern, „wird es zur Betriebsuntersagung kommen“, kündigt Peischer an.

Durchaus bewusst ist ihr allerdings, dass es ein Gerichtsurteil vom 2. März gibt, das genau eine solche Auto-Stilllegung durch die Kfz-Zulassungsstelle im Rhein-Neckar-Kreis für nicht zulässig erklärt hat. Wie die rechtliche Situation nun einzuschätzen ist, „dazu müssen wir wohl die nächsten zwei bis drei Monate noch abwarten“, meint die Sprecherin.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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