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Vorsicht am Telefon: Betrüger entwickeln immer neue Maschen, um ihre Opfer abzuzocken. 

Mit diesen Tricks arbeiten Betrüger

Bei Anruf Abzocke

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Microsoft-Masche, Enkeltrick und die Verlockung eines Autoschnäppchens: Telefon- und Internet-Betrüger sind einfallsreich. Auch aus dem Landkreis sind etliche Fälle bekannt. Doch so leicht wie früher gehen die Bürger den Tätern nicht mehr auf den Leim.

Das Telefon klingelt, eine freundliche Stimme meldet sich – und schon kann die Falle zuschnappen. Längst haben Kriminelle Anrufe bei recht willkürlich ausgewählten Bürgern als Methode entdeckt, um Opfer für ihre Betrugsmaschen zu finden. Im Landkreis versuchten es Unbekannte erst kürzlich mit der „Microsoft“-Masche (wir berichteten). Dieser Trick zieht mittlerweile nicht mehr so. Die Polizei rechnet aber damit, dass neue Wellen von Betrugsversuchen folgen.

In Tölz war zuletzt ein 78-jähriger Mann ins Visier der Täter geraten. Ein Anrufer gab sich als Mitarbeiter von Microsoft aus, fragte, ob der Tölzer Produkte des Konzerns nutze, und wollte Personalien sowie Kontodaten des Rentners herausfinden. Außerdem forderte der Fremde ihn auf, Geld zu überweisen. Der 78-Jährige tat das einzig Richtige: Er legte auf und verständigte die Polizei.

Dieses Verhalten lobt Andreas Guske, Sprecher des auch für den Landkreis zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Ob die Anzeige dann tatsächlich zur Ergreifung von Tätern führt, sei aber alles andere als sicher, muss er einräumen. „Häufig sitzen die Täter im Ausland – teilweise in Ländern, in denen es mit der Ermittlungshilfe durch die Behörden schwierig ist.“ Trotzdem: Jeder Hinweis auf einen telefonischen Betrugsversuch könne ein neuer Ermittlungsansatz sein und verhelfe den Beamten in jedem Fall zu Erkenntnissen über die genaue Vorgehensweise der Täter.

Bei der „Microsoft“-Masche verlangen die Anrufer auch häufig, dass ihnen die Opfer einen Fernzugriff auf deren Rechner ermöglichen. Dann installieren die Betrüger eine Schad- beziehungsweise Spionagesoftware, um etwa an Kontodaten heranzukommen. Diese Vorgehensweise sei aber im Landkreis „nicht massenhaft“ aufgetreten, sagt Guske, und zudem schon wieder am Abklingen. „Die Masche ist vielen Menschen aus den Medien bekannt und funktioniert nicht mehr so gut.“ Ein Grund zum Aufatmen sei das aber noch nicht. „Es gibt ständige Abwandlungen der Tricks, die Betrüger erfinden sich immer wieder neu. Das nächste Mal geben sie sich vielleicht als Mitarbeiter der Telekom oder von Vodafone aus.“

Deutlich verbreiteter war Guske zufolge zeitweise der „Enkeltrick“. Der Ablauf ist mittlerweile weithin bekannt. Ein Anrufer gibt sich als naher Verwandter aus und behauptet, in einer akuten Notlage zu sein. Der Angerufene könne ihm helfen, indem er einem Mittelsmann einen größeren Geldbetrag übergibt. „Die Betrüger geben sich manchmal auch als Rechtsanwalt aus und sagen: ,Ihre Tochter hat im Ausland einen Unfall verursacht, bei dem ein Mensch gestorben ist. Jetzt ist sie in Haft und wird nur gegen Kaution freigelassen‘“, schildert Guske. Eine spezielle Variante: Es werden gezielt Russland-Deutsche angerufen und auf Russisch angesprochen. Auf diese Weise wurde in Bad Tölz vor zwei Jahren eine Frau um mehrere tausend Euro geprellt.

Guske zufolge nehmen sich die Täter gern gezielt einen Landkreis nach dem anderen vor. „Es kann sein, dass sie heute Miesbach abtelefonieren und morgen Bad Tölz-Wolfratshausen.“ Deswegen sei es für die Polizei wichtig zu wissen, wo die Betrüger gerade ihr Unwesen treiben.

Weil dank der Aufklärungsarbeit durch Polizei und Medien viele Bürger sensibilisiert seien, greife der Trick nicht mehr so gut wie früher, sagt der Polizeisprecher. „Uns sind sogar schon Festnahmen bei den Geldübergaben gelungen.“ An die Hintermänner heranzukommen, bleibe aber schwierig.

Und noch vor einer weiteren Betrugsmasche warnt Guske. Dabei bieten die Täter vermeintliche Autoschnäppchen im Internet an. Doch damit das Fahrzeug ausgeliefert werden kann, müssen die Käufer erst einmal eine „Zollgebühr“ überweisen. „Peu à peu verlangen die Täter dann immer neue Überweisungen – aber das Auto kommt nie an“, sagt Guske. Vor einiger Zeit bekamen Betrugsopfer sogar einmal die Mitteilung, ein – in diesem Fall sogar angeblich gewonnenes Auto – hänge gerade beim Hauptzollamt Bad Tölz oder Lenggries. In keinem der beiden Orte gibt es ein Hauptzollamt.

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