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Lernen zu Hause statt in der Schule: Für Kinder und Jugendliche in Deutschland ist das seit Montag neuer Alltag. 

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Der Klick ins Klassenzimmer

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Damit die Schüler am Ball bleiben haben viele Schulen sich digitale Notlösungen einfallen lassen. SO gibt es E-Mail Kontakt mit Lehrern, Lernvideo und die Lernplattform mebis. Jedoch gibt es einige Startschwierigkeiten. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Seit Montag sind die Schulen geschlossen. Für die Kinder heißt das aber nicht, dass sie auf der faulen Haut liegen dürfen. Vielmehr werden sie mit Unterrichtsmaterial versorgt, zumeist digital. Das könnte eine Chance sein. Der Start aber verläuft holprig.

Von vielen Schulen genutzt wird die Lernplattform mebis, sagt Peter Naumann. Er ist ein Berater für Digitale Bildung für Grund- und Mittelschulen im Landkreis. „Die Schüler haben außerdem die Möglichkeit, mit dem Lehrer per E-Mail in Kontakt zu treten.“ Plattformen wie mebis bieten laut Naumann ein Grundgerüst für die Lehrer an. Dort können die Pädagogen den Schülern Aufgaben stellen. Es gibt ein Forum für Rückfragen.

Schüler können mit Lehrern per E-Mail in Kontakt treten 

Viele seiner Kollegen, die bisher eher zögerlich mit den digitalen Möglichkeiten umgingen, würden nun einen „Aha-Effekt“ erleben, freut sich Naumann. Er geht davon aus, dass ab der kommenden Woche alle Lehrer gut mit der Plattform vertraut sind. Für Rückfragen stehen Berater wie Naumann parat. Ziel der Lehrer sei es, den Schülern immer aktuell die Lern-Materialien zur Verfügung zu stellen.

Für Schüler ohne Internet-Zugang oder für solche, die lediglich ein Smartphone zum Surfen verwenden – auf diesen sind die Arbeitsaufträge meistens nicht zu erledigen – gibt es die Möglichkeit, die Unterrichtsmaterialien auf dem Postweg zuzusenden. „Wir wollen alles auffangen, keiner soll hängen bleiben“, sagt Naumann.

Chance für neue Möglichkeiten der Vernetzung 

Er sieht es auch als Chance, dass Lehrer nun neue Möglichkeiten suchen, sich zu vernetzen. Auch haben einige Lernplattformen derzeit kostenlose Angebote bis nach Ostern oder sogar bis in den Sommer. Es sei aber sehr schwierig zu beurteilen, was hier von den Lehrern aus Datenschutzgründen benutzt werden darf. Deswegen versuche man die bestehenden Wege zu beschreiten. Das mebis-System etwa halte alle Anforderungen bereit, die moderner Unterricht bieten müsse.

Allerdings gab es zu Beginn der Woche Probleme mit mebis. Eine Überlastung aufgrund der hohen Zugriffsrate und dazu ein Hacker-Angriff am Montag führten dazu, dass Schüler zunächst nicht an Lernmaterial gelangen konnten. „Man ist gar nicht auf die Seite draufgekommen“, berichtet Valentina (14). Dienstags konnte sie sich einloggen, fand aber nur Material für ein einziges Fach. Der Rest, so die Gymnasiastin, sollte per E-Mail geschickt werden.

Hacker- und Überlastungsprobleme bei mebis 

Am Anfang der Woche habe es eine Information an die Eltern gegeben, sagt die Mama eines Gymnasiasten aus Bad Tölz. Da habe es geheißen, dass die Plattform mebis nicht zur Verfügung stehe. Ab kommendem Montag solle diese wieder funktionieren. Bis dahin sollten die Informationen per E-Mail übermittelt werden. „Aber bekommen haben wir noch nichts“, so die Mama am Dienstagnachmittag.

Serverkapazität von mebis soll verzehnfacht werden 

Auch bei ihrem zweiten Kind, das die Realschule besucht, sei die Versorgung mit Lernstoff nicht perfekt angelaufen. „Es gab ein Lernvideo. Das war’s.“ Zum Glück gebe es andere Wege, mit den Kindern trotzdem schulische Aufgaben zu erledigen, etwa Gelerntes zu Wiederholen. „Oder einfach ein Buch lesen.“ Trotz allem möchte die Frau niemanden kritisieren. „Wir Eltern werden gut informiert, es ist jeder bemüht. Es ist schließlich eine Ausnahmesituation.“

Wie Peter Naumann erfahren hat, soll die Serverkapazität von mebis nun verzehnfacht werden. Bis dieser Vorgang abgeschlossen ist, werde das Material per Telefon, E-Mail, via Download auf den Homepages oder über den Postweg bereitgestellt. „Jeder Lehrer arbeitet an seinem Limit, um sicher zu stellen, dass die Schüler gut versorgt sind.“

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