DJ Ötzi auf der Winter-Wiesn

Der Mann für Amore

Wer am Samstag einen unbeschwerten musikalischen Abend verbringen wollte, der war in der Tölzer Wee-Arena am richtigen Platz.

Bad Tölz – Draußen war das Wetter nasskalt und wirklich ungemütlich, drinnen war Partystimmung angesagt. Im Eingangsbereich verstrahlten einige künstlich-winterweiße, mit Lichterketten geschmückte Bäume fast schon weihnachtliche Atmosphäre, drinnen setzten die Scheinwerfer die Künstler auf der Bühne ins richtige Licht.

„DJ Ötzi“ und seine Band bildeten sozusagen den Höhepunkt der „Winter Wiesn“, die „Wee“ und deren Tölzer Gründer Cengiz Ehliz als Hauptsponsoren der Tölzer Löwen auf die Beine gestellt hatten. Während tagsüber ein Programm für Familien angeboten wurde, ging am Abend eine „Weltpremiere“ unter dem Motto „Alpenpop trifft Tölzer Rock“ vonstatten: Den ersten Teil bestritt die hiesige Oberkrainer-Coverband „The Heimatdamisch“, den zweiten DJ Ötzi alias Gerhard Friedle mit seinen Musikern. Schwer hatte es der österreichische Alpenpop-Star wirklich nicht, die knapp 3000 Besucher in Laune zu bringen. Da hatte „The Heimatdamisch“ mit der rockigen Stimmgewalt von Conny Kreitmeier und Gesangspartner Bastian Starflinger zuvor erstklassige Arbeit geleistet, daran konnte man ohne weiteres anknüpfen.

Das sah auch Friedle so. Er sei noch nie hier „in dieser Ecke gewesen und begeistert, dass die Vorband so geil gespielt hat und hier so viel los ist“. Mit Anweisungen wie „Alle auf die Bänke, die Arme in die Höhe und singen“ hielt der mehrfach ausgezeichnete Star seine Fans in den etwa eineinviertel Stunden in Schwung. Seine Lieder, alle in eingängigem Format, erfüllten ihren Zweck bestens: mit Rhythmus oder romantischer Prägung mitzureißen.

Der musikalische Effekt bekam optische Verstärkung durch zwei Tänzerinnen, die zum Künstler-Team gehörten. Schleunigst folgten einige Besucher DJ Ötzis Aufruf, auf die Bühne zu kommen und gemeinsam mit ihm zu singen. Und welchen Titel wohl? Natürlich den großen Erfolgshit vom „Stern, der deinen Namen trägt und alle Zeiten überlebt“.

Wie das gesamte Publikum zeugten die neu gewonnenen Mitsänger von einem Querschnitt der Altersgruppen. Ein riesiges Erlebnis war der Auftritt wohl auch für die neunjährige Linda Karner, die da plötzlich, wenn auch nur kurz, im Rampenlicht stand. Die Akteure oder deren Angehörige hielten den Moment mit ihren Handykameras fest – inklusive einem Foto mit dem Star natürlich. Vor der Bühne steppte der Bär, genauer gesagt, da wurde getanzt, was das Programm hergab: „Country Roads“, „Sweet Caroline“ , If youll be my girl“ und unvermeidbar der frühe Party-Hit „Ich bin so schön, ich bin so toll, ich bin der Anton aus Tirol“, ließ der „Mann für Amore“, wie es in einem weiteren Lied heißt, aufeinander folgen.

Eine andere Seite des Musikers zeigte dann unerwarteter Weise Erna Kroiss aus Faistenhaar, die ein Foto von Friedle auf dem Jakobsweg präsentierte. Mit einem seiner neueren Songs, „Ich bin geboren, um dich zu lieben“, leitete der Mann mit der weißen Wollmütze die Schlussphase des Abends ein und ließ ihn mit seinem „Stern“ und allen verfügbaren Handylichtern verglühen.

Äußerst zufrieden mit dem Verlauf war übrigens auch Chef-Organisator Rüdiger Mengede. In Sachen Akustik sei die Arena inzwischen besser aufgestellt, und er sei überrascht, „dass das Tölzer Publikum so toll mitgegangen ist“. (Von Rosi Bauer)

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