Blickt sorgenvoll in die Zukunft: Helmut Winkler vom Dartlokal „Double In“. Er hofft, dass ihn Freunde und Stammkunden unterstützen.
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Blickt sorgenvoll in die Zukunft: Helmut Winkler vom Dartlokal „Double In“. Er hofft, dass ihn Freunde und Stammkunden unterstützen.

Wegen Lockdown

Tölzer „Double In“-Wirt bittet um Hilfe: „Ich häng’ an meinem Baby“

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Bad Tölz – Helmut Winkler weiß nicht mehr weiter. Der Wirt des „Double In“ an der Königsdorfer Straße in Bad Tölz fürchtet, dass er die Dart-Gaststätte nicht länger wird halten können – wenn er nicht Unterstützung bekommt.

  • Der Gastronom muss laufende Kosten stemmen bei null Einnahmen
  • Staatliche Unterstützung bekommt der Wirt der Dart-Kneipe nicht, da er hauptberuflich Metzger ist
  • Dart-Sport liegt brach

„Ich hab’ momentan null Einnahmequelle, muss aber laufende Kosten stemmen“, so Winkler. Wenn ihm sein gutmütiger Vermieter nicht auch noch mit den Pachtzahlungen entgegenkommen würde, sähe es ganz finster aus. Das Problem für Winkler stellt sich folgendermaßen dar: Während er während des ersten Lockdowns als Selbstständiger noch staatliche Unterstützung erhielt, geht er dieses Mal leer aus.

Keine staatliche Unterstützung

Im November gab es die Aussage, dass Wirte mit 75 Prozent vom letztjährigen Novemberumsatz unterstützt werden“, so Winkler. Also habe er gemeinsam mit seinem Steuerberater den Antrag gestellt. Es kam eine Absage: „Weil ich hauptberuflich Metzger bin.“ Das Unsinnige in seinen Augen: „Wenn ich mit dem Lokal mehr verdient hätte als als Metzger, dann hätte ich Unterstützung bekommen. Aber so falle ich unter die Grenze.“ So bliebe ihm nun die Option, sich privat zu verschulden, um das „Double In“ am Leben zu erhalten.

Helmut Winkler hat E-Mail an Ministerpräsident Söder geschrieben

In einer E-Mail habe er Ministerpräsident Markus Söder auf seine Situation aufmerksam gemacht. Die Antwort war aber nur, dass die Regelung für Teilselbstständige eben so gelte. „Ich finde das nicht nachvollziehbar.“

Da er die Hoffnung aber nicht aufgeben will, startete Helmut Winkler über Facebook einen Aufruf: Er bat seine Stammgäste und Dart-Kollegen um Unterstützung. „Die Resonanz ist aktuell sehr gut“, freut sich Winkler. „Ich bin in der Dart-Szene bekannt, daher kommt Hilfe auch von außerhalb.“ Gerührt ergänzt er: „Ich häng’ doch an meinem Baby.“

Dart-Sport liegt brach

Seit 15 Jahren führt er die Gaststätte. Ihn bekümmert auch, dass aufgrund der Corona-Pandemie der Dart-Sport brach liegt. Der Deutsche Dart-Verband habe 200 000 Mitglieder. Sie alle seien momentan gebremst und könnten keinen Ligasport ausüben. „Da geht es um viele Preisgelder.“ Gespielt werden durfte im vergangenen Jahr zwischen 8. August und 1. November – mit Auflagen. „Wir haben dann aber gesagt, wir unterbrechen die Liga, bis es wieder ohne Auflagen möglich ist.“ Als Verantwortlicher wollte er da auch kein Risiko eingehen.

Problematisch sei aber, dass die Dartspieler nun aus der Übung kommen. Auf der anderen Seite boome der Absatz bei privaten Dartautomaten. „Das ist für mich ja auch schlecht. Wenn ich wieder öffnen darf, kommt keiner mehr zum Trainieren, weil jeder einen eigenen Automaten zu Hause hat. Die ganze Situation zieht einen Rattenschwanz hinter sich her. Finanziell ist das kaum zu bewältigen.“

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