Die ehemaligen Schüler des Seidl-Gymnasiums freuen sich über zwei Preise für ihren Kurzfilm „Horazio“: (v.li.) Josephine Greck, Fabian Sigler und Yannick Renn. 
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Die ehemaligen Schüler des Seidl-Gymnasiums freuen sich über zwei Preise für ihren Kurzfilm „Horazio“: (v.li.) Josephine Greck, Fabian Sigler und Yannick Renn. 

Bundes.Festival.Film

Deutschen Jugendfilmpreis eingeheimst

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Drei ehemalige Schüler des Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium haben mit ihrem Kurzfilm den Deutschen Jugendfilmpreis gewonnen. Nun hoffen sie noch auf den Publikumspreis beim Wuppertaler „Bundes.Festival.Film“. 

Bad Tölz/Wuppertal – Sie sind jung, motiviert, filmbegeistert und damit kürzlich auch erfolgreich geworden. Die drei Freunde Fabian Sigler aus Bad Tölz (19), Josephine Greck aus Lenggries (19) und Yannick Renn (20) aus Benediktbeuern haben mit ihrem Kurzfilm „Horazio – The Timekeeper“ (der Zeitnehmer) den Deutschen Jugendfilmpreis 2020 in der Altersklasse 16 bis 20 Jahre auf dem „Bundes.Festival.Film“ in Wuppertal gewonnen.

Preis-Verleihung fand Online statt 

Die Verleihung fand jedoch aufgrund der aktuellen Corona-Lage Online statt. „Wir haben aber alle Drei gemeinsam den Live-Stream angesehen“, sagt Yannick Renn, der Musikwissenschaften in Wien studiert.

Die Jury begründet ihre Entscheidung zugunsten des Tölzer Trios wie folgt: „Durch präzisen Schnitt und atmosphärischer Filmmusik entwickelt der Film einen spannenden Sog.”

Der knapp acht minütige Kurzfilm stellt den Konflikt zwischen Schulalltag und individueller Entwicklung auf eine kunstvolle Art und Weise da. Leitmotiv der gesamten Darstellung ist eine Armbanduhr. Eine Uhr die laut tickt und damit den Tackt des Alltags vorgibt. Die meisten Szenen sind schwarz-weiß. „Das soll den tristen Alltag darstellen“, sagt die Psychologie-Studentin Josephine Greck,

Die Filmemacher erklären die Quelle ihrer Inspiration: „Auch wenn Bildung sehr wichtig ist, wollen wir damit das Schulsystem kritisch hinterfragen.“, sagt Sigler. Seiner Meinung nach fehle es an Zeit, an Freiraum und an Platz, um eigene kreative Lösungen zu entwickeln und sich individuell entfalten zu können.

„Wollen Schulsystem kritisch hinterfragen“ 

Auch wenn sich alle drei Absolventen des Tölzer Gymnasium einig sind, dass das Gabriel-von-Seidl Gymnasium sein Bestens gegeben hat, erinnern sich Sigler und Greck an vor allem an Eintönigkeit und stressige Stunden. „Besonders in der Oberstufe und kurz vor dem Abitur, ging es nur noch um stupides ausweniglernen“, sagt Sigler.

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Die Idee all diese Erfahrungen filmisch darzustellen, habe mit einem Schulaufsatz, den Greck als Hausaufgabe in Deutsch verfasst hat, begonnen. „Wir fanden das Thema „Leistungsdruck“ alle gut. So haben wir uns entschieden, gemeinsam einen Film daraus zu entwickeln“. Von dem original Aufsatz sei dann zwar nicht mehr viel übrig geblieben. Doch die Idee sei „das Wichtigste gewesen“, so Sigler.

Die Motivation aller war groß. „Für das Umschreiben zum Drehbuch haben wir eigentlich nur einen Tag gebraucht“, erklärt Greck. Gedreht wurde insgesamt vier Tage lang. Ab dann stand die Hauptarbeit an: „Die Postproduktion, das Schneiden, die Musik und Vertonung. Das alles hat wirklich enorm viel Zeit in Anspruch genommen“, sagt Sigler. Er selbst, der sich um den Schnitt gekümmert hat, habe etwa 400 Stunden daran gearbeitet. In dieser Zeit hat sich Renn um die Filmmusik und die Vertonung gekümmert.

„Film entwickelt spannenden Sog“ 

Film und Musik sind schon lange Hobbys, die das Trio verbindet. Kein Wunder, immerhin haben sie sich auch im Schulorchester kennengelernt und angefreundet.

An Wissen und Können übers Filmemachen sind sie autodidaktisch gelangen. „Wir haben uns das Know-How selbst angeeignet, durch Bücher, Videos und viel Ausprobieren“, erklärt Sigler, der Physik an der LMU studiert.

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Wie man sehen kann, hat sich die Arbeit gelohnt. Denn neben der Ehrung auf dem „Bundes.Festival.Film“ würde nun auch bekannt, dass „Horazio“ auf dem „Flimmern und Rauschen Festival“ den Hauptpreis in der Alterskategorie 16 bis 21 gewonnen hat.

Nun hoffen die Studenten noch auf den Publikumspreis des „Bundes.Festival.Film“.

Online ist ihr Werk auch auf der Video-Plattform „youtube“ unter dem Stichwort „Horazio - The Timekeeper“ zu sehen.

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