Der Vorstand der „Lust“ blickt optimistisch in die Zukunft (v. li.): Ludwig Retzer, Jan Richter, Jeanette Stahlberg (vo.), Gabi Ertl, Sepp Müller (vo.), Roswita Simon und Norbert Zandt. bib

"Lust": Vom drohenden Umzug nicht entmutigt

Bad Tölz – Die Debatte um den drohenden Auszug aus der Alten Madlschule beherrschte die Jahresversammlung der Tölzer „Lust“. Vorsitzender Sepp Müller sieht der ungewissen Zukunft keineswegs ängstlich entgegen.

Dass die „Lust“ von der Politik wahrgenommen wird, zeigten Kreisrätin Barbara Schwendner von den Grünen und Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart (CSU), die die Versammlung besuchten. Botzenhart nahm noch einmal Stellung zur Diskussion über den Gebäudetausch von Stadt und Ordinariat. Die Stadt würde für die Alte Madlschule vom Ordinariat die Franzmühle bekommen (wir berichteten). Es sei aber vor allem das Flair des alten Gebäudes, das der „Lust“ etwas Unverwechselbares verleihe, betonten die Vereinsmitglieder. Der Verein hatte die Stadträte kürzlich eigens in die Alte Madlschule eingeladen. Dort erfuhren die Gäste unter anderem, dass es nicht nur an Wochenenden Programm gebe.

„Die Stadt schätzt die Arbeit der ,Lust‘ ausdrücklich“, betonte Botzenhart. „Nur denken Verwaltungsbeamte nicht in Kategorien von Flair“, fügte er hinzu. Es lägen aber noch keine Gutachten vor, und damit keine Grundlage für ernsthafte Verhandlungen. Wenn es sich für die Stadt nicht rechnen würde, komme der Tausch auch nicht zustande. „Wir wären froh, wenn wir 2018 noch drin wären“, sagte Müller. „Aber sollte der Gebäudewechsel stattfinden, werden wir versuchen, das Flair der Lust woanders wiederherzustellen.“

Ludwig Retzer, Gründer des Vereins, erinnerte an den Umzug des Ensembles von der Knaben- in die Alte Madlschule. „Wir mussten uns damals verkleinern und haben uns durchgebissen“, sagte er. Müller glaube denen nicht, die sagten, mit dem Verlust des Gebäudes gebe es auch die „Lust“ nicht mehr. „Die Stadt ist ja gewillt, uns zu helfen. Die Veranstaltungen sind sehr gut besucht. Ich bin guten Mutes.“

Schwendner stellte ihre Initiative für eine Kulturförderung durch den Landkreis dar. „Wir sollten Kunst und Kultur wie den Sport im Landkreis verankern“, sagte sie. „Aber die Aktiven müssen den Mund aufmachen. Kultur ist ein touristischer und wirtschaftlicher Faktor.“

Sepp Müller ist sehr glücklich über sein neues Team, das mit ihm seit Februar 2015 die Lust weiterführt. Die Betreuung der Bar bei Veranstaltungen „läuft“, so der Vereinschef. „Und das, obwohl das gar nicht so leicht ist, zehn bis 15 Leute dafür zu finden“, betonte er.

Neuer Verantwortlicher für das Programm ist Norbert Zandt. Er übernahm die Planung von Annemarie Wolf, die aus beruflichen Gründen aus dem Vorstand ausschied. Zandt wurde in der Hauptversammlung einstimmig als neues Mitglied in den Vorstand gewählt. Der Lenggrieser ist Marketingfachmann. „Im Herbst kommen Riesenkracher wie Michael Fitz oder ,Opas Diandl‘ aus Südtirol und die ,NouWell Cousines‘“, verkündete er. Ebenso wird wieder der inzwischen schon traditionelle „Lehardsabend“ vor Leonhardi stattfinden. Was sich ebenfalls als Garant für ein ausverkauftes Haus erweise, sei der Poetry Slam. 2017 soll ein „St. Patrick‘s Day“ in der Alten Madlschule Premiere feiern. Als eigene Produktion ist noch bis Mai die Komödie „Penelope“ zu sehen. (bib)

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