Der Kunstwanderweg auf dem Blomberg ist eines der Vorzeigeprojekte des Vereins. Unser Bild zeigt die Land-Art-Installation von Monika Glasl. Foto: Archiv

Droht dem Kunstverein Tölzer Land die Auflösung?

Keiner will an die Spitze

Bad Tölz - Bei der Hauptversammlung am Montag wollte niemand als Vorsitzender kandidieren. Ein neuer Anlauf soll in einem Monat gemacht werden.

 Vorsitzende Patrizia Zewe hatte schon vor einigen Wochen angekündigt, nicht mehr zu kandidieren. Nun führt ihre Stellvertreterin und Vorgängerin Sylvia van der Drift den Verein kommissarisch bis zur nächsten Versammlung.

Zewe hatte ihren Rücktritt in einer Mail an die Mitglieder angekündigt. Als Grund nannte sie unter anderem persönliche Verletzungen. „Ich bin zu dünnhäutig“, räumte sie ein. Sylvia van der Drift, bisherige Stellvertreterin, stellte sich aus familiären Gründen nicht zur Wahl. Die Holzkirchnerin war bereits 2011 einige Zeit Vereinschefin.

Obwohl das Jahresprogramm 2016 komplett steht, fand sich in der Versammlung kein Vorsitzender. Rund ein Dutzend direkt angesprochene Anwesende lehnten ab. Immerhin wurde Doris Niewöhner, die sich bisher kommissarisch um die Öffentlichkeitsarbeit gekümmert hatte, dafür fest in den Vorstand gewählt. Sie hob die Forderung aufs Tapet, dass ein Vorsitzender aus Bad Tölz kommen müsse. Daraufhin lehnten einige der Anwesenden generell ab, das Amt zu übernehmen.

Es wurde auch eine Doppelspitze ins Gespräch gebracht, wofür eine Satzungsänderung erforderlich gewesen wäre. Hier meldete sich die Schulleiterin der Max-Rill-Schule in Reichersbeuern, Carmen Mendez, zu Wort. „Wie wollen Sie in zwei Jahren zwei Leute dafür finden, wenn Sie heute schon nicht mal einen für den Vorstand finden?“, fragte Mendez.

Nach einer Stunde fruchtloser Diskussion stellte sich schließlich Sylvia van der Drift kommissarisch als Vorsitzende zur Verfügung. Findet sich in der nächsten Mitgliederversammlung niemand für dieses Amt, wird der Verein aufgelöst und abgewickelt.

Dabei ist das Programm für 2016 schon ausgearbeitet: Im Mai will der Vorstand den Kunstwanderweg „Sinneswandel“ am Blomberg begutachten. Danach folgt wie alle zwei Jahre ein Gespräch mit Bürgermeister Josef Janker und Kämmerer Hermann Forster darüber. Beim „Kunstsommer im Schloss“ bietet die Max-Rill-Schule den Künstlern von 29. bis 31. Juli Raum für ihre Werke. Des Weiteren kann sich der Verein beim Tölzer Herbstzauber präsentieren.

Christian Stadelbacher forderte in schriftlicher Form einen Rechenschaftsbericht darüber, wie die Finanzen des Kunstwanderwegs aussehen. Van der Drift sagte ihm dies nach dem Gespräch mit der Stadt zu. Der Bildhauer Jürn Ehlers aus Herrsching, ebenfalls Vereinsmitglied, will ein neues Kunstwerk für den „Sinneswandel“ anfertigen.

Der Kunstsalon, seit Januar neues Domizil des Vereins in der Marktstraße, ist mit Ausstellungen, Künstlergesprächen und Workshops belegt. Im Juni zeigt Michael Fackelmann Fotografien unter dem Titel „Servus Alpamare“, im September stellt die Kalligrafin Birgit Haas-Heinrich, Schriftführerin des Vereins, das Thema Menschenrechte dar. Die Vereinsausstellung „Das kleine Format“, bisher im Stadtmuseum im Dezember veranstaltet, verwandelt sich zu „art-99-charity“ im Kunstsalon, ebenfalls zu Zeiten des Christkindlmarkts. „Dort werden kleinere Werke zum Mitnehmen für 99 Euro für einen guten Zweck verkauft“, erklärte van der Drift. Wem der Erlös heuer zugute kommt, ist noch nicht beschlossen.

Die erfolgreiche Ausstellung an der Isar-Promenade („art gardening“) findet heuer zum dritten Mal statt. Auch die Jahresausstellung im Kunstturm an der Flinthöhe soll wieder im Herbst eröffnen. Nun steht alles unter der Prämisse, ob sich nicht doch ein Vorsitzender finden lässt.

Es gab auch noch Disput um Ehrenmitglieder. Den ganzen Bericht lesen Sie heute im Tölzer Kurier. (bib) 

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