Stromzähler.
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Die Stromzähler-Nummer sollte man unbekannten Anrufern keinesfalls preisgeben.

Stadtwerke Bad Tölz warnen

Dubiose Anrufer fragen nach der Stromzähler-Nummer: Was fangen sie damit an?

In Bad Tölz häuft sich die Masche: Unbekannte Anrufer versuchen, die Stromzähler-Nummer in Erfahrung zu bringen. Die sollte man auf keinen Fall preisgeben.

Bad Tölz – Werbeanrufe per Telefon sind zwar verboten, aber gar nicht so selten. Die neueste Masche: Betrüger fragen nach der Stromzähler-Nummer. Erfahren sie diese, haben die Täter die Möglichkeit, unter fremdem Namen einen Stromvertrag zu kündigen und einen neuen abzuschließen.

Einer der Betroffenen ist der Tölzer Helmut Groß, der am Montag gleich zwei dubiose Anrufe erhielt. Zunächst habe „ein Herr mit ausländischem Akzent“ unter einer Tölzer Vorwahl bei ihm angerufen, berichtet der 65-Jährige: „Er hat irgendetwas davon erzählt, dass die Preise für Ökostrom runtergehen und dass ich dringend meinen Stromvertrag ändern muss.“ Er müsse ihm einfach nur die Zählernummer sagen, dann werde er zu einem günstigeren Tarif beliefert. „Ich habe ihm geantwortet, dass ich die Zählernummer nicht so schnell rausfinden kann“, sagt Groß.

Anrufer verwenden Tölzer Vorwahlen

Die beiden unterhielten sich weiter, bis sich der Unbekannte erneut nach der Zählernummer erkundigte. „Als ich dann nachgefragt habe, in wessen Auftrag er anruft, habe ich nur eine unklare Antwort bekommen“, berichtet Groß. „Das ist mir dann alles sehr komisch vorgekommen, und ich habe aufgelegt.“

Walter Huber Leiter der Tölzer Stadtwerke

Wenig später meldete sich erneut ein unbekannter Anrufer bei ihm, dieses Mal mit Münchner Vorwahl. „Er hat gesagt, dass er vom Energieportal ist und dass unser Stromvertrag ausläuft. Deshalb will er mit meiner Frau sprechen.“ Dieses Mal legte Groß sofort auf, „denn ich wollte sie nicht damit belästigen“.

Stadtwerke Bad Tölz warnen: Stromverträge laufen nicht einfach aus

Julia Mohaupt, Pressesprecherin der Stadtwerke, kennt solche dubiosen Anrufe: „Bei uns rufen gehäuft Leute an, denen gesagt wurde, dass ihr Stromvertrag ausläuft und dass sie ihre Zählernummer mitteilen sollen.“ Die Anrufer hätten meist eine Tölzer oder Penzberger Vorwahl verwendet. Mohaupt betont: „Die Anrufe sind eindeutig nicht rechtens. Ein Stromvertrag läuft niemals aus, sondern man muss ihn aktiv kündigen.“ Mitarbeiter der Stadtwerke würden am Telefon „niemals“ persönliche Daten wie die Zählernummer abfragen.

„Das ist Wahnsinn, es wird immer schlimmer“, bestätigt Walter Huber, Geschäftsführer der Tölzer Stadtwerke. Hinter einem solchen Werbeanruf könne durchaus eine seriöse Firma stecken, „aber der Vertriebsweg ist definitiv unseriös. Die Stadtwerke würden niemals irgendjemanden telefonisch einen Stromvertrag aufschwatzen“.

Unbekannte Täter versuchten auch, die Stadtwerke zu betrügen

Auch die Stadtwerke wären eben erst um ein Haar Opfer eines Betrugsversuchs geworden: „Auf unserem Konto ist eine Gutschrift von Amazon über einen Cent eingegangen. Und dann haben wir eine Mail bekommen, dass wir den Cent zurücküberweisen sollen. Hätten wir das gemacht, wäre wahrscheinlich eine vier- oder fünfstellige Summe bei uns abgebucht worden.“ Bei größeren Betrieben könne man mit dieser Methode durchaus Erfolg haben, sagt Huber, „denn in einem Großbetrieb weiß nicht jeder, was der andere bestellt oder kauft“. Gefährdet seien darüber hinaus vor allem ältere Leute, „denn die sind am Telefon oft gutmütiger“.

Wenn sich noch mehr Kunden über unseriöse Werbeanrufe beklagen, müsse man über eine Anzeige bei der Polizei nachdenken, sagt Huber. „Aber normalerweise kommt man mit einer Anzeige gegen Unbekannt nicht weit.“

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