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Ein voller Lastwagen wartet auf den Abtransport: Dahinter (v. li.) Birte Otterbach von der Stadt und die Helfer Manfred Gröger, Franz-Josef Janßen, Günter Riedel, eine Mitarbeiterin des Jugendcafés, Michael Goll und Camilla Plöckl.

Dutzende Ehrenamtliche im ganzen Tölzer Land unterwegs

Ramadama: Helfer finden auch Stahltüre und Reifen

Kuriose Fundstücke aller Art wurden wieder beim Ramadama am Samstag gefunden. Aber  lustig ist das nicht: Es ist ärgerlich, was manche Leute in der Natur alles hinterlassen.

Bad Tölz – Eigentlich wollten Irmgard Martin und Hartmut Stahn von der Tölzer Tauschzeit beim Ramadama richtig Strecke machen. Doch daraus wurde nichts. Sie kamen am Samstagmorgen am Isarufer hinter dem Rewe-Supermarkt gerade mal 100 Meter weit, dann hatten sie sechs große Müllbeutel mit Plastikabfällen gefüllt, und die dreistündige Ramadama-Aktion war beendet. Aber auch die anderen 45 Teilnehmer in Tölz hatten jede Menge Abfall gesammelt – unter anderem Autoreifen, eine Stahltüre und eine Kugellampe.

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Ein Stück weiter isarabwärts waren auf dem Festplatz Thomas, Teresa, Franzi und Klara Schneider unterwegs. Auch die junge Familie füllte problemlos mehrere Säcke mit Müll. Unter anderem fiel ihnen ein Stück von einem auseinandergebrochenen Skateboard in die Hände, dazu ein Holzschild und ein Strafzettel. Wegwerfen schützt vor Strafe freilich auch nicht.

Auch die Kleinsten waren mit dabei: Die Klasse 3a der Tölzer Lettenholz-Schule kümmerte sich um den Bereich zwischen Schule und Kindergarten.

Vor allem war der Festplatz übersät mit Schnaps- und Bierflaschen. Am Ende waren die Säcke so schwer, dass sie die Familie nicht mehr tragen konnte. „Auf dem Festplatz hat es ganz schön ausgeschaut“, berichtet Schneider, der immer wieder gerne beim Ramadama mitmacht. „Die drei Stunden sind schnell vergangen. Danach treffen sich die Helfer immer im Jugendheim und erzählen, was sie gefunden haben – das ist ganz witzig.“ Camilla Plöckl ergänzt, es sei einfach „ein gutes Gefühl, wenn der ganze Abfall wieder weggeräumt ist, an dem man ständig vorbeifährt“.

Bestens gelaunt war auch die Bergfreunde-Gruppe mit Manfred Gröger, Franz-Josef Janßen, Günter Riedel und Michael Goll. Janßen fand neben der Arzbacher Straße eine „unfassbar große Menge“ an Wodka- und Jägermeister-Flaschen. „Ich hatte eigentlich gedacht, dass man beim Autofahren nicht trinken soll“, merkte er lakonisch an. Wie gewohnt erwies sich der Bereich um das Spielhahnjäger-Denkmal als Müllkippe für merkwürdige Gegenstände. Die Gruppe fand dort schon mal ein Matratzenlager, Wellblechplatten und nun auch noch eine Stahltüre. Goll wunderte sich besonders, dass er viele mit Hundekot gefüllte Plastiksäckchen entdeckte: „Da hat wohl jemand den Sinn der Säckchen nicht so ganz kapiert.“

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Koordinatorin Birte Otterbach vom Tölzer Rathaus freute sich vor allem darüber, dass sich heuer fast doppelt so viele Teilnehmer am Ramadama beteiligten wie im Vorjahr. Die 45 Helfer füllten insgesamt um die 100 Müllsäcke. Mit Blick auf den vollen Lastwagen stellte die Pressesprecherin der Stadt kopfschüttelnd fest: „Es ist schon erstaunlich, wie sich die Menschheit benimmt und wie wenig Bewusstsein für die Natur da ist.“ Gerade der Bereich um die Tölzer Schnell-Restaurants sei mit Glasscherben übersät gewesen: „Gerade die Scherben sind ein großes Problem.“ Fürs kommende Jahr wünscht sich Otterbach, dass sich noch deutlich mehr Tölzer an der Aktion beteiligen. Irmgard Martin ergänzt: „Im Grunde müsste man das dreimal pro Jahr machen.“

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