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Auch Johanna Zantl am Cello und Franziska Beck (re.) mit der Flöte beteiligten sich in der Tölzer Eichenstraße an der Aktion. „Erst fand ich die Idee befremdlich, aber es entsteht eine wunderbare Nähe“, sagte Zantl. 

Flashmob

Dutzende Menschen musizieren im Tölzer Land auf Balkon und Terrasse

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Am Sonntagabend gab es einen Flashmob in Deutschland – übers Internet verbreitete sich der Aufruf, um 18 Uhr aus dem Fenster die „Ode an die Freude“ zu singen oder mit einem Instrument zu spielen. Auch im Tölzer Land wurde mitgemacht.

Bad Tölz – Die „Ode an die Freude“, auch bekannt als „Freude schöner Götterfunken“, stammt aus der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven und gehört zu den populärsten klassischen Werken weltweit. Außerdem ist es die Hymne der Europäischen Union. Wer den Aufruf im Internet verbreitete, ist bislang unbekannt, jedenfalls wurde er tausendfach geteilt.

Im Tölzer Land sorgte Andrea Fessmann für eine weite Verbreitung. Die in der Kurstadt geborene Sängerin und Leiterin des „KlangKunst-Chores“ in Iffeldorf stellte sogar ein Video ins Internet, auf dem sie die „Ode an die Freude“ sang, begleitet von ihrem Mann Klaus Fessmann am Klavier. „Das war für alle gedacht, die nicht alleine singen wollten und vielleicht nicht so ganz stimmsicher sind“, sagt Fessmann. Sie ermutigte Schüchterne dazu, das Video um 18 Uhr im Hintergrund laufen zu lassen. „Dann haben sie ja meine Stimme als Begleitung.“

Auch Fessmann hatte den Aufruf online von Freunden bekommen. Die Idee, jetzt auf neuen Wegen musikalisch kreativ zu werden, unterstützt sie sehr. „Musik nimmt Angst“, sagt die Stimmbildnerin, die in Iffeldorf lebt. In ihrer Straße haben sich mehrere Nachbarn an der Aktion beteiligt und von vom Balkon aus oder vor der Haustüre musiziert.

Das Forstrevier Kochel hat zwei neue Verantwortliche: Elisabeth Necker und Florian Weber treten die Nachfolge von Max Leutenbauer an.

In Bad Tölz beteiligten sich viele Anwohner der Eichenstraße an der Aktion, berichtet Johanna Zantl, die dort den Kulturraum „EichenGrund“ betreibt. „Wir haben uns vorher in der Nachbarschaft telefonisch abgesprochen, und zirka 30 Leute haben mitgemacht.“ Die meisten hätten gesungen. Zantl spielte Cello, ihre Freundin Franziska Beck Flöte, andere Nachbarn spielten Klavier, und eine Familie trommelte sogar. Danach hätten sich alle zugewunken und anschließend telefoniert. „Erst fand ich die Idee befremdlich, so etwas zu machen, aber es entsteht eine wunderbare Nähe“, berichtet Zantl über ihre Erfahrung. Bei den Telefongesprächen sei dann die Idee entstanden, im Sommer wieder ein Straßenfest zu veranstalten. Sollte es an den kommenden Sonntagen um 18 Uhr wieder Flashmobs geben, will Zantl erneut dabei sein. „Aber dann singe ich auch, denn das Cello hatte Probleme in der Kälte.“

Gestrandet in Kochel: Zirkus vor dem Aus

Recht allein auf weiter Flur waren hingegen Marina Reiser-Kaschek und ihr Mann in Gaißach. „Wir standen auf der Terrasse und waren die einzigen“, berichtet Reiser-Kaschek, die im „KlangKunst-Chor“ von Andrea Fessmann singt und stimmlich versiert ist. „Aber leider war es rundum wie ausgestorben.“ Gemeinsam zu singen, hält auch Reiser-Kaschek für eine gute Idee in diesen Zeiten. „Alle sind so betrübt. Singen hebt die Stimmung.“ Auf Whatsapp habe sie sich anschließend mit Freunden ausgetauscht. „Es wäre schön, wenn man das jetzt jeden Sonntag machen könnte, und wenn noch mehr mitmachen.“

Andrea Fessmann hat auch ihre Künstler-Freunde in Italien und Frankreich angeschrieben. „Vielleicht können wir ja einen europäischen Chor bilden“, sagt sie augenzwinkernd. Zudem habe sie an den Bayerischen Rundfunk geschrieben und gefragt, ob man dort nicht auch etwas anbieten könnte, was zum Mitsingen animiert. „Ich denke, das wäre für viele Menschen eine schöne, verbindende Sache.“

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