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Flößer mit Leib und Seele: Michael Angermeier aus Arzbach.

DVD-Vorstellung

Flößerfilm ein „nachhaltiges Werk“

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Ein größeres Lob hätte sich das Produktionsteam nicht wünschen können. „Dös habt‘s sauguat gmacht“, schwärmt Floßmeister Michael Angermeier über den Film „Fahr ma obi am Wasser“. Jetzt gibt es die Dokumentation auf DVD.

Bad Tölz – Mitwirkende und Musik, Geschichten und Gstanzl – die offizielle DVD-Präsentation im Tölzer „Binderbräu“ war eine rundum gelungene Veranstaltung. Für Hausherr Andreas Binder war es eine „Herzensangelegenheit“, die Produktion als Hauptsponsor zu unterstützen. Er hätte sich allerdings noch mehr Tölzer Engagement gewünscht, sagte er bei der Begrüßung der Gäste am Samstagabend. Filmemacher Walter Steffen ist als Produzent und Regisseur – nach anfänglichen Zweifeln – längst davon überzeugt, dass ihm und seinem Team mit „Fahr ma obi am Wasser“ ein „nachhaltiges Werk“ gelungen ist. Der Film werde auch noch folgenden Generationen etwas von der spannenden Geschichte der Flößerei erzählen, sagte Steffen bei der Vorstellung.

Die DVD soll bald nicht nur in vielen Wohnzimmern abgespielt werden, sondern auch in den örtlichen Schulen. Das wünscht sich jedenfalls die Wolfratshauser Flößerstraßen-Vorsitzende Gabriele Rüth ebenso wie ihr Stellvertreter Hermann Paetzmann. Er stellte zusammen mit der Erzählerin Sabrina Schwenger in einer kurzweiligen Einführung die Geschichte der Flößerei im Schnelldurchgang vor.

Was es mit dem archaischen Handwerk der Flößerei und dem ältesten Transportmittel der Welt auf sich hat, das erzählt der eineinhalbstündige Dokumentarfilm laut Michael Angermeier „in wunderschönen Bildern“. Er ist hellauf begeistert von der Produktion. „Der Zeitpunkt ist genial gewählt“, sagte er bei der DVD-Vorstellung. „Früher waren wir nur die Gaudiflößer“, so der Arzbacher. Inzwischen habe sich das Bewusstsein geändert. „Die Leute haben plötzlich Interesse für unsere Arbeit – dabei machen wir nichts anderes als das, was unsere Väter und Großväter schon getan haben.“ Das Wissen um das alte Handwerk sei nirgends mehr so präsent wie auf der Isar. Und ganz unverhofft werde man inzwischen als Immaterielles Kulturerbe eingestuft. „Ich glaube, wenn ich noch 20 Jahre weitermache, dann werde ich sogar heiliggesprochen“, so Angermeier in seiner humorvollen Art.

Der Floßmeister schlug aber auch ernste Töne an. Die zunehmende Wertschätzung der Flößerei hat sich seiner Meinung nach bislang nur nicht bei den Naturschützern herumgesprochen, grantelte er. „Die stecken uns immer noch in die gleiche Schublade mit den Schlauchbootfahrern.“ Das ärgere ihn.

Den Kinofilm „Fahr ma obi am Wasser“ haben inzwischen weit über 10 000 Zuschauer gesehen. Das ist sensationell, so Walter Steffen. Die DVD wartet mit noch unveröffentlichtem Material auf. Zum Beispiel mit dem Gedicht, das Theodor Brannekämper vor 70 Jahren als damals achtjähriger Bub in Lenggries aufgesagt hat. Er durfte an der Isar die Flöße verabschieden, die das Holz zum Wiederaufbau des Dachstuhls von St. Peter nach München brachten. Dass er später als Dombaumeister auch den Wiederaufbau des Münchner Liebfrauendoms leiten sollte, hätte er sich damals nicht träumen lassen.

Die DVD von „Fahr ma obi am Wasser“ ist im Handel erhältlich oder direkt über www.isarfloesser-film.de.

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