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Lisa Braun zeigte die E-Bikes, die man bei den Tölzer Stadtwerken entleihen kann.

E-Bikes

Ein elektrisierender Trend

Ob der Rentner, der sein Herz-Kreislauf-System nicht überlasten sollte, oder der Arbeitnehmer, der nicht verschwitzt am Arbeitsplatz erscheinen möchte: Immer mehr Radler entscheiden sich für ein E-Bike.

Bad Tölz-Wolfratshausen„Mittlerweile kommen auch immer mehr junge Leute, die E-Bikes nutzen“, sagt Peter Lindner. Der Inhaber der erst kürzlich eröffneten Tölzer „Baycicle Factory“ geht davon aus, dass die Zahlen der verkauften Elektroräder noch ansteigen. Die Einschätzung, dass die Kunden jünger werden, teilt der Wolfratshauser Radlhändler Dieter Landmann. „Ab 35 Jahre aufwärts“ sei seine Kundschaft alt, die sich für diesen Typ Zweirad interessiert. Interessant sei ebenfalls, wie sich das Kaufinteresse verschiebt: „Von denen, die auf dem hochpreisigen Sektor, also ab 2500 Euro, ein Fahrrad kaufen möchten, greifen bei mir 70 bis 80 Prozent zum E-Bike.“

Bis zu 25 Kilometer pro Stunde erreichen die meisten Pedelec-Modelle. 2016 wurden deutschlandweit über 600 000 E-Bikes verkauft – 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt rollen rund drei Millionen Elektro-Fahrräder auf Deutschlands Straßen.

Richard Worm vom Isartaler Zweiradhaus in Geretsried schätzt den Anteil der E-Bikes an den bei ihm verkauften Rädern „auf um die 40 Prozent“. Tendenz steigend. Und doch gibt es immer noch den Kunden, der verschämt um die Elektro-Radl herumschleicht. Das ändert sich erst, wenn Worm ihn zu einer Probefahrt animiert hat. „Drückt er das Knöpferl, und die Unterstützung beim Treten setzt ein, sitzt er im Sattel und lacht.“

Auch Josef Riedelsheimer erkennt einen immer stärker werdenden Trend zum E-Bike. Das erleichterte Fahren habe auf jeden Fall Vorteile, sagt der Betreiber von Zweirad Riedelsheimer in Bad Tölz: „Es ist gerade für ältere Leute gelenkschonend. Und auch wenn weniger Kraft notwendig ist, spricht man trotzdem das Herz-Kreislauf-System an.“

Das Wichtigste für die Händler ist ganz klar die Probefahrt vor dem Kauf. „Erst dabei kann man feststellen, welches Rad wirklich zu einem passt. Größe und Gewicht sind da wichtige Komponenten“, sagt Lindner.

Aber nicht nur mit dem eigenen Gefährt kann man die Radwege der Umgebung unsicher machen. Auch der Verleih von Elektrorädern boomt. Die Stadtwerke Bad Tölz beispielsweise sind im Besitz von zwei E-Mountainbikes und zwei E-Citybikes, die auf www.stw-toelz.de in der Rubrik „Mobilität“ gebucht werden können. „Die Räder kann man stundenweise oder auch für eine Woche mieten“, erklärt Lisa Braun vom Kundenservice. Und das Ladegerät zum Aufladen werde natürlich mitgeliefert. Wer Fragen hat, ist bei den Stadtwerken ebenfalls an der richtigen Adresse: „Am einfachsten ist es, wenn Interessierte in den Kundenservice kommen. Wir helfen bei der Ausleihe, sind der persönliche Ansprechpartner und geben Auskunft, wie E-Bikes genutzt werden“, rät Braun.

Eine Rad-Hochburg im Landkreis ist Lenggries. Mit dem Isarradweg und der München-Venezia-Tour führen zwei bekannte Routen durch den Isarwinkel. „Auch mit Kindern kann man bei uns ganz entspannt radeln“, weiß Ursula Grottenthaler von der Gäste-Info. Sie empfiehlt den E-Bike-Verleih auch allen, die das Ganze mal ausprobieren wollen, bevor sie mehrere tausend Euro in den Kauf eines E-Radls stecken. In Zusammenarbeit mit dem Arabella Brauneck-Hotel und Sport Sepp in Lenggries werden Pedelecs vermietet – seit heuer gibt’s mit der Gästekarte sogar einen Rabatt. Auf der Homepage der Gemeinde www.lenggries.de gibt es dazu ausführliche Informationen. Auch ein Radtour-Planer ist dort zu finden.

Ob eigenes oder geliehenes Zweirad: Vorsicht beim Fahren ist allemal geboten. Laut Statistischem Bundesamt gab es von Januar bis September 2016 46 Tote bei Unfällen mit Pedelecs. Deshalb gilt: Helm aufsetzen. Das sollte aber natürlich auch jeder tun, der mit einem herkömmlichen Rad unterwegs ist. 

Tamara Scheid/Patrick Staar

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