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Ehemaliger Löwen-Hauptsponsor Cengiz Ehliz: Gericht hebt Haftstrafen-Urteil auf

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Von: Oliver Rabuser

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Er ist wieder da: Wee-Gründer Cengiz Ehliz und TEG-Chef Jürgen Rumrich vereinbaren eine weitere Kooperation.
Wee-Gründer Cengiz Ehliz (li.) und TEG-Chef Jürgen Rumrich . © Martin Vogel/kn

Der ehemalige Hauptsponsor der Tölzer Löwen und Wee-Gründer Cengiz Ehliz war 2020 zu einer 40-monatigen Haftstrafe verurteilt worden. Nu hat das Berufungsgericht in Antwerpen das Urteil aufgehoben.

Bad Tölz/Antwerpen – Er wusste es ja ohnehin schon immer und ließ in keinem Gespräch auch nur ein Jota an Zweifel aufkommen. Jetzt ist der ungebrochene Idealismus von Cengiz Ehliz, Gründer der Firma Wee.com und ehemaliger Hauptsponsor der Tölzer Löwen, auch von juristischer Seite legitimiert. Ein Berufungsgericht in Antwerpen hob ein erstinstanzliches Urteil aus dem Jahre 2020 vollumfänglich auf. Ehliz war wie berichtet zu einer Haftstrafe von 40 Monaten verurteilt worden. Unter anderem lautete die Anklage gegen den gebürtigen Tölzer auf Betrug.

Ehliz: „Ein Freispruch erster Klasse“

„Ein Freispruch erster Klasse“, betont Ehliz in der ihn stets begleitenden Maxime der Selbstsicherheit. Die Thematik diverser Vorwürfe sei durch den Urteilsspruch nunmehr „endgültig besiegelt“.

Mit der zurückeroberten Reputation sieht Ehliz gleichermaßen den Zeitpunkt der Abrechnung gekommen. Insbesondere am ECT-Vorstand lässt der 51-Jährige kein gutes Haar. „In Tölz gibt es ein Problem, und das heißt Hubert Hörmann.“ Der lässt sich auf keinerlei Fehde ein und reagiert gelassen.

Der Vorwurf vor Gericht lautete Betrug

Rückblick: Ehliz war von einem Bezirksgericht wegen angeblichen Betrugs zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Während sich seine Skeptiker eines feixten, die Kritiker das unterstellte Schneeballsystem bestätigt sahen, wich Ehliz zu keiner Zeit von den Sichtweisen ehrbaren Handelns ab. Einzig die fahrigen Vorarbeiten zum Prozess und Schlampereien seiner Hausjuristen räumte er ein. Ebenso, dass er das zusammengetragene Konvolut an Unterlagen nicht eigenhändig geprüft habe. „Da ist ein Fehler passiert, bin ich selbst schuld.“ Fortan kümmerte sich Ehliz persönlich und federführend um die Notwendigkeiten, einhergehend mit einer Zäsur im Personalwesen seines Firmenkonstrukts.

Vorsitzende Richterin sieht keinen der Vorwürfe als als haltbar an

Nicht wenige Berater und Fachleute sahen die Wahrscheinlichkeit als hoch an, dass die Justiz den Strafrahmen, wenn auch in gebremster Form, dennoch bemühen werde, selbst wenn Ehliz sämtliche Vorwürfe im Detail ausräumen kann. Er hätte ja schließlich bereits in erster Instanz sorgfältiger handeln können.

Doch dazu kam es nicht ansatzweise. Die der Berufung vorsitzende Richterin sah nichts von dem, was die Anklage präsentierte, als haltbar an. Selbst die Gerichtskosten wurden der Klägerseite aufgebürdet. „Es war mir 100-prozentig klar, dass es nur Freispruch geben kann“, sagt der Visionär im Brustton der Überzeugung. Ab sofort beginnen die Aufräumarbeiten. Eine Anwaltskanzlei wurde eigens beauftragt, gegen jedweden öffentlichen Rufmord vorzugehen, zudem die „Schmierfinken“ auf den entsprechenden Internet-Plattformen abzumahnen.

Geharnischte Kritik an Löwen-Vorstand Hubert Hörmann

Aus dem Umfeld der Tölzer Löwen erreichen Ehliz indes immer wieder Anfragen, ob er, respektive Wee als relevantes Unternehmen, nicht doch wieder zu einem Premium-Sponsoring, ähnlich dem der letzten Jahre, neigen würde. „Prinzipiell schon“, stellt der 51-Jährige klar, ehe er das ganz große „Aber“ folgen lässt: „Nicht unter dem Führungsstil, der in Tölz vorherrscht.“ Die Kritik an Hubert Hörmann fällt geharnischt aus. Mit den Partnern in Weißwasser oder Sion habe er nach dem ersten Urteil das „selbe Thema“ gehabt. Doch wurde ihm dort Unterstützung, zumindest aber ein Abwarten auf den endgültigen Schiedsspruch, zugesagt. Nicht so in Tölz. „Der Umgang mit Sponsoren ist in Tölz nicht mal auf Oberliganiveau“, betont Ehliz.

Ehliz spricht von einer „respektlosen Umgangsweise“

Vor der Konfrontation mit Hörmann wegen der vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit von Wee habe er zu keiner Zeit „eine so respektlose Umgangsweise“ erlebt, Hörmanns Führungsstil, den Ehliz mit dem eines Despoten vergleicht, sei „nicht DEL2-tauglich“. „Wenn das Cengiz Art ist, die Sache aufzuarbeiten, habe ich kein Problem damit“, entgegnet Hörmann mit den Vorwürfen konfrontiert – überrascht, aber auch leidenschaftslos.

„In Tölz kann man eine Menge bewegen, wenn man es will“

Als Bedingungen für ein Revival als Hauptsponsor nennt Ehliz neben Hörmanns Demission eine „innovative und zeitgemäße Führung“, die marktorientiert handle und nicht von „persönlichen Interessen und Ego-Problematik“ konterkariert werde. Ehliz formuliert seinen Wunsch nach „Wandel und neuen Strukturen“. Alleine schon, um den inzwischen wackeligen Status quo langfristig zu sichern.

„In Tölz kann man eine Menge bewegen, wenn man es will. Ziel kann nicht sein, in die Oberliga abzurutschen.“ Also genau das, was Hörmann wiederum nicht kategorisch ausschließen will und kann.

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