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Ein Blick in die neue Rettungswache der Bergwacht Bad Tölz

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Fast fertig ist die neue Rettungswache. Rechts fehlt noch die aufgeständerte Terrasse, auf der linken Seite wird in naher Zukunft die Stiftung Bergwacht anbauen.
Fast fertig ist die neue Rettungswache. Rechts fehlt noch die aufgeständerte Terrasse, auf der linken Seite wird in naher Zukunft die Stiftung Bergwacht anbauen. © Arndt Pröhl

Es ist fast geschafft: Der Bau der neuen Rettungswache der Bergwacht Bad Tölz ist so gut wie abgeschlossen. Aber der Weg zu dem neuen Gebäude auf der Flinthöhe war ein weiter – und ein teurer.

Bad Tölz – Momentan ist die Tölzer Bergwacht in Containern neben dem Zentrum für Sicherheit und Ausbildung (ZSA) der Stiftung der Bergwacht Bayern mehr schlecht als recht untergebracht. Bald wird sich das für die ehrenamtlich tätigen Lebensretter aber ändern: In unmittelbarer Nähe ist neben dem ZSA eine neue Rettungswache entstanden. Der Bau, der übrigens auf Gaißacher Flur steht, ist so gut wie fertig. Begonnen wurde im Herbst 2020. „Unser Gedanke bei der Planung war, einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen zu wollen“, sagt Wolfgang Buchner von der Tölzer Bergwacht. Um ein Erdgeschoss aus Beton kam man allerdings mit Blick auf die Hanglage und den Erddruck nicht herum. „Wir haben Recyclingbeton prüfen lassen, aber das ging nicht“, sagt Buchner.

Neue Rettungswache der Bergwacht Bad Tölz kostet rund 1,8 Millionen Euro

Die oberen Stockwerke aber bestehen auf Holz. Dass ausgerechnet die Preise für diesen Baustoff so deutlich nach oben gehen würden, ahnte bei der Planung noch niemand. Generell litt das Vorhaben unter der Baukostenexplosion. Die Rohstoffknappheit führte zudem immer wieder zu Verzögerungen. Rund 1,8 Millionen Euro inklusive Möblierung wird das Ganze kosten. Die ersten Schätzungen 2018 lagen etwa bei der Hälfte. Finanziert wird der Bau aus Spenden, aus Einnahmen von Aktionen, wie dem Bratwurst- und Weinverkauf auf dem Christkindlmarkt, aus dem Verkauf eines Grundstücks und aus Leader-Mitteln. Über das EU-Programm gibt es 300.000 Euro.

Im neuen Mehrzweckraum können Schulungen und Ausbildungsabende stattfinden. 
Im neuen Mehrzweckraum können Schulungen und Ausbildungsabende stattfinden.  © Arndt Pröhl

Im Erdgeschoss stehen nun vier Garagenstellplätze für die Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Der Bodenbelag ist so robust, dass er auch Ketten aushält. Und er ist so beschichtet, dass sich das Salz aus Tauwasser nicht langsam in den Beton frisst. Auch eine Werkstatt, ein Technikraum, ein Lager und eine Umkleide finden im Parterre Platz. Die Räume sind sehr hoch. „Man könnte noch eine Galerie einbauen, um den Raum noch besser zu nutzen“, sagt Architekt und Bauleiter Stefan Wurmb.

Neue Rettungswache Bergwacht: Terrasse mit wunderbarem Ausblick Richtung Berge

Im ersten Stock ist das Herzstück der große Mehrzweckraum. Der Boden besteht aus geschliffenem Estrich, Wände und Decken sind aus Fichtenholz. Eine Besonderheit im ganzen Gebäude sind die Fenster: Sie öffnen sich nach außen. Ein Vorteil: Sie gehen im Raum nicht im Weg um. Ein Nachteil: „Das bietet nicht jeder Fensterbauer an. Wir haben zwölf angeschrieben, nur zwei haben Angebote abgegeben“, sagt Wurmb.

Darüber hat das Obergeschoss Platz für eine Küche, Sanitäranlagen, eine Garderobe, Büroflächen und natürlich für die Einsatzzentrale. Und vom Obergeschoss aus gibt es außerdem Zugang auf die aufgeständerte Terrasse, die einen wunderbaren Ausblick Richtung Berge bietet. Mit Blick darauf ist es vermutlich zu verschmerzen, dass das Flachdach nicht als Dachterrasse zur Verfügung steht. Stattdessen wird es begrünt.

Demnächst wird sich ein Erweiterungsbau der Stiftung der Bergwacht Bayern anschließen

Von außen mutet die Form der Rettungswache derzeit ein wenig seltsam an, weil das Treppenhaus im hinteren Bereich ein weiteres Stockwerk aufweist. Das liegt daran, dass sich dort in naher Zukunft der lang gestreckte Erweiterungsbau der Stiftung der Bergwacht Bayern anschließen wird. Der Baubeginn hatte sich zuletzt aber mit Blick auf die Finanzierung immer wieder verzögert. Die Tölzer mussten aber irgendwann anfangen, weil die Leadermittel-Zusage an eine Fertigstellung bis Ende 2021 gekoppelt war.

Spenden

Wer die Bergwacht Bad Tölz unterstützen möchte, kann das über das Konto bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen tun. IBAN: DE67 7005 4306 0000 0598 08

Weitere Infos gibt es im Internet auf www.bergwachttoelz.de

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