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Für das Konzert in der Stadtpfarrkirche hatte die Stadtkapelle unter der Leitung von Josef Kronwitter besondere Werke für den sakralen Raum ausgesucht. 

Auftritt in der Stadtpfarrkirche

Ein Festkonzert am Festtag: Tölzer Stadtkapelle mit großartigen Solisten

Die Tölzer Stadtkapelle lockte mit ihrem Feiertags-Konzert am Tag der Deutschen Einheit zahlreiche Zuhörer in die Stadtpfarrkirche.

Bad Tölz –  Eintritt verlangten die Musiker nicht, dafür wurde um Spenden für die Jugendkapelle gebeten. Die Zuhörer erlebten große klassische Werke sowie Stücke, bei denen Solisten hervortraten.

Das Programm beinhaltete Werke, die klanglich gut für den Kirchenraum geeignet waren. Am Berührendsten war sicherlich das „Benedictus“ aus Karl Jenkins Messe „A Mass for Peace“, die er 1999 den Opfern des Kosovokrieges widmete. Den Solopart übernahm Manfred Kastenmüller am Euphonium. Der griechische Name des Instruments spricht für sich, es bedeutet „wohltönend“. Der warme, nicht ganz dunkle Ton eignete sich wunderbar für die ruhige Friedensmelodie. Die tiefen Blasinstrumente begleiteten das Solo, zu dem feinfühlig eine Klarinette dazukam. Nach einem Tusch setzte das ganze Orchester ein, und die Trompeten erklangen strahlend, bevor die scheinbar rhythmuslose Komposition wieder ruhig endete. Weitere Solisten waren Sepp Scharf und Dominik Diener an der Klarinette mit Christiane Kronewirth am Fagott. Der feine Unterschied zwischen den Instrumenten war sehr gut herauszuhören.

Das klassische „Rondo“ von Ignaz Pleyel klang im Sound des Blasorchesters keineswegs fremd. Ebenso erging es den Zuhörern mit der zweiten Zugabe von Händels Wassermusik. Es schien, als hätte der Komponist seine berühmte Melodie original für ein symphonisches Blasorchester geschrieben.

Von Händel hatte die Stadtkapelle zuvor schon den „Einzug der Königin von Saba“ aus dem Oratorium „Salomo“ zu Gehör gebracht. Trompeter Michael Lindmair führte mit vielen geschichtlichen Erklärungen durchs Programm, auch betreffend der Königin von Saba. Quellen beschrieben sie als sehr reich und weise. Das Prädikat „prächtig“ hatten aber auch die Solotrompeter Florian Langeder und Florian Kronwitter an den Piccolotrompeten verdient.

Zwar keine offiziellen Solisten, aber doch hervorzuheben waren die Schlagzeuger in Jan van der Roosts „Orion“. An den „Bolero“ erinnernd, hielten Schlagzeuger Michael Kronwitter und Sebastian Knüpfer präzise den unveränderten Rhythmus bis zum Schluss.

Richard Strauß’ Komposition „Allerseelen“, eine Gedichtvertonung, ist ein vielfältiges Werk an Stimmungen, schwankend zwischen Tragik und Zuversicht. Das Orchester verstand es wunderbar, diese herauszuarbeiten. Mit einem Tusch bäumte sich die Melodie noch einmal majestätisch auf, bevor sie das Orchester strahlend zum Ende in Dur führte. Diese Herausforderung war nur die Einleitung zu Bizets „L‘Arlésienne“. Die Stadtkapelle entfaltete in den vier großen Sätzen ihren ganzen symphonischen Klang, nahm sich aber ebenso virtuos komplett zurück beim zarten Adagietto. Beim Publikum, das langen, stehenden Applaus gab, bedankte sich die Stadtkapelle noch mit Mozarts zartem „Ave verum“.

BIRGIT BOTZENHART

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