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Großen musikalischen Herausforderungen stellten sich Chor und Orchester unter Leitung von Christoph Heuberger in der Stadtpfarrkirche. 

Konzert in der Stadtpfarrkirche

Ein Hochfest der Musik

Exzellente Solisten, Chor und Orchester brillieren mit einem anspruchsvollen Programm in der Stadtpfarrkirche.

Bad Tölz Mariä Heimsuchung wurde am Sonntagabend in der Tölzer Stadtpfarrkirche zu einem musikalischen Hochfest. Altistin Barbara Hölzl brillierte und zeigte mit Vivaldis „Nisi dominus“ ihr umfassendes Können. Dirigent Christoph Heuberger hatte zudem mit Händels „Coronation Anthems“ und Bachs feierlichem Magnificat ein reichhaltiges Programm zusammengestellt.

Die Klangfülle von Chor und Orchester sorgte neben berührenden Sätzen für Solisten und Soloinstrumente eine große musikalische Vielfalt. Vivaldis virtuoses „Nisi dominus“, komponiert für Alt-Solo, Viola d’amore und Orchester, verlangt den Aufführenden in neun Sätzen große Flexibilität ab. Im „Cum dederit“ herrschte trotz großer Ruhe ebensolche Spannung. Zur fast in Trance versetzenden Melodie der Streicher erhob Hölzl ihre flehende Stimme und hielt virtuos gegen die Dissonanzen stand.

Darauf folgte „Sicut sagittae“, das eher schon Operncharakter besaß. Hölzl zeigte Temperament im Vortrag und Feuer in der Stimme. Im Duett mit der Viola im „Gloria Patri“ rührte die in Tölz geborene Altistin mit ausdrucksstarkem und doch sanftem Gesang.

In Händels Anthems und in Bachs Magnificat bescherten alle Solisten in Soli wie in mehrstimmigen Partien dem Publikum im bestens besuchten Konzert höchsten Musikgenuss. Der international gefragte Tenor Julian Prégardien gestaltete das mächtige „Deposuit“ virtuos. Iris Prégardien (Zweiter Sopran) modellierte vollendet das zarte „Et exsultavit“. Anna Karmasins Sopran beeindruckte durch seine strahlkräftige Höhe. Thomas Stimmel, Träger des Kulturförderpreises des Landkreises, gefiel in Ensembles wie in Soli mit seinem volltönenden Bass.

Der Chor hatte sich mit dem Magnificat ein technisch höchst herausforderndes Werk erarbeitet. Julian Prégardien, der die Zusammenarbeit mit Profichören gewohnt ist, sagte: „Ich habe am Chorklang wirklich nichts vermisst. Er war kraftvoll und flexibel.“ Heuberger hatte sich zuvor lange mühen müssen, um das Orchester zu besetzen. „Die großen Orchester sind alle auf Reisen“, erklärte er. Dafür spielten junge Virtuosen wie Benjamin Beck vom Staatsorchester auf der Viola d’amore neben treuen Tölzer Musikern wie Gabi Roßberger (Oboe d’amore) und Trompeter Sepp Kronwitter.

Heuberger sah die Aufführung von Bachs Magnificat als Beitrag zum Reformations-Jubiläum. Die Johanneskantorei mit Elisabeth Göbel wird im Oktober mit lutherischen Messen eine eigene musikalische Note hinzufügen.

Birgit Botzenhart

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