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Das Hotelgrundstück an der Arzbacher Straße ist hier ganz grob rot umrandet. In seiner südwestlichen Ecke ist das Sportstudio (3) vorgesehen. Von hier soll der Gabriel-von-Seidl-Weg als gerade Achse quer über das Areal führen. Westlich würde der T-förmige Hotel-Bau (1) liegen, östlich sind fünf Wohnhäuser geplant (2).

Pläne für Projekt an der Arzbacher Straße 

Ein Hotel und fünf Wohnhäuser im Park

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Statt zweier Hotels mit 220 Zimmern ist jetzt nur noch eines mit 150 vorgesehen. Der Querfinanzierung dienen nicht „Serviced Apartments“, sondern normale Wohnhäuser. Die ganze Anlage bleibt parkartig. So sehen die neuen Pläne für das Hotel an der Arzbacher Straße aus.

Bad Tölz – Bürgermeister Josef Janker zeigt sich geradezu „begeistert“. Und auch im Stadtrat herrsche allgemein „breite Zustimmung“, berichtet das Stadtoberhaupt. Grund für den Überschwang sind die „konkreten Planungsgrundzüge“ (Janker) für das Hotelprojekt an der Arzbacher Straße, die das Bauunternehmen Arcus nun vorgelegt hat. Nachdem sie vergangene Woche dem Stadtrat und am Mittwochabend den Anwohnern vorgestellt wurden, stellten die maßgeblichen Beteiligten ihre Planungen gestern in einem Pressegespräch vor.

Das, was jetzt vorgesehen ist, beinhaltet zwei wesentliche Abweichungen von einem bislang bekannten groben „Masterplan“. So haben sich die Entwickler von Arcus und ihre Mitstreiter von der Idee verabschiedet, zwei Hotels zu errichten. Von einem Drei- und einem Vier-Sterne-Haus mit zusammengerechnet 220 Betten war in der Vergangenheit die Rede. Das sei aber „eine Nummer zu groß“, sagte jetzt Matthias Lowin, Geschäftsführer der auf Hotels spezialisierten Mainzer Unternehmensberatung Feuring. Schließlich sehe man sich in Bad Tölz „nach vielen Jahren als Pionier“ im Hotelbau dieser Größenordnung. Zudem sei der Bau eines einzigen Hotels ökonomischer und logistisch einfacher zu bewerkstelligen.

So fängt man also etwas kleiner an: Architekt Oliver Hofmeister, ein gebürtiger Tölzer, stellte die neuen Planungsgrundzüge vor. Demnach ist ein T-förmiger Hotelbau vorgesehen, der rund 150 Zimmer beinhaltet. „Diese lägen im Drei- bis Vier-Sterne-Bereich“, ergänzte Lowin. „Aber solche Klassifizierungen sind ja eher irreführend.“ Das Hotel-T soll aus einem Riegel in Nord-Süd-Richtung bestehen, der mit einer „attraktiven Fassade“ hin zur Arzbacher Straße zeigt. Senkrecht dazu läge nördlich ein zweiter Riegel in Ost-West-Richtung, mit dem gastronomischen Bereich im Osten, also in Richtung Gabriel-von-Seidl-Weg und Isar.

Wichtige Projekt-Beteiligte: Birgit Hirsch, Martin Litvan und Karl Hirsch vom Sportstudio Hirsch sowie Bürgermeister Josef janker, Unternehmensberater Matthias Lowin, Mit-Ideengeber Michael Maass, Projektentwickler Manuel Geiger und Architekt Oliver Hofmeister (v. li.) stellten gestern im Kurhaus die neuen Hotelpläne vor.

Der Gabriel-von-Seidl-Weg bildet in den Plänen eine Querachse über das knapp 14 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Arzbacher Straße und Bockschützstraße. Westlich davon ist das Hotel vorgesehen, im Osten der zweite große Teil des Bauprojekts: Wohnhäuser. Das ist die zweite wesentliche Änderung gegenüber dem bisherigen Konzept. Hier war zuvor von „Serviced Apartments“ die Rede – einer Art von gehobenen Ferienwohnungen, deren Bewohner den Hotel-Service mitnutzen sollten. Doch die seien beim deutschen und österreichischen Käufer nicht an den Mann zu bringen, meint Lowin. „Der will eine Eigentumswohnung auch selbst nutzen.“ Seine Schlussfolgerung: Die Querfinanzierung „funktioniert nur mit normalem Stockwerkseigentum.“

Fünf Wohnhäuser hat Architekt Hofmeister nun eingeplant, mit Wohnungen à 60, 85 und 100 Quadratmetern – wie viele Wohnungen auf den insgesamt 3000 Quadratmetern unterkommen, hängt davon ab, welche Größe wie nachgefragt ist.

Drittes Element auf dem Areal ist ein Neubau für das Sportstudio Hirsch, das dann unter dem Namen Sensofit firmieren wird. Dafür hat der Architekt einen sechseckigen und mit vier Geschoßen den höchsten Bau des Areals in die südwestliche Ecke des Grundstücks eingezeichnet.

Dass die Pläne nun insgesamt deutlich abgespeckt wurden, führt auch dazu, „dass das Volumen in diesem Bereich absolut verträglich ist“, so Hofmeister. Alle Gebäudeteile seien „eingebettet in Grün“, die gesamte Anlage werde einen „Parkcharakter“ haben und „komplett verkehrsberuhigt“ sein – vor allem, weil die Parkplätze praktisch komplett in den Untergrund verlegt werden. Der baumbestandene Gabriel-von-Seidl-Weg wird laut Hofmeister aufgewertet. Er bildet die fußläufige Erschließung der Wohnhäuser und die Achse in die Innenstadt.

Wie geht es jetzt weiter? Die aktuelle Planung soll Grundlage für einen Bebauungsplan sein, den die Stadt aufstellen will. „Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr im Frühjahr mit dem Bau beginnen können“, sagte Geiger. Die Bauzeit werde voraussichtlich eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Der Kaufvertrag für das Grundstück solle „in absehbarer Zeit“ abgeschlossen werden.

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