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Mit seiner Musik verzauberte Pippo Pollina das Tölzer Publikum, mit Anekdoten brachte er die Zuhörer zum Schmunzeln. 

Ausverkauftes Konzert

Ein Mann der leisen Töne: Pippo Pollina begeistert wieder im Tölzer Kurhaus

Dass sich der sizilianische Musiker und Songschreiber Pippo Pollina eine riesige Fangemeinde erarbeitet hat, ist kein Geheimnis mehr. Überzeugendes Beispiel war jetzt sein Auftritt im Tölzer Kurhaus.

Bad Tölz –  Das Konzert war bereits seit geraumer Zeit ausverkauft. Und nahezu alle, die gekommen waren, waren vom Programm „30 Jahre Camminando“ begeistert. Der Musiker brachte es zusammen mit Roberto Petroli (Klarinette, Saxofon), Fabrizio Giambanco (Schlagzeug) und den Sängerinnen Roberta Prestigiacomo, Adriana Prestigiacomo und Claudia Sala zur Aufführung.

Pippo Pollinas Konzerte sind schon etwas Besonders. Ohne überlaute Töne – selbst der Drummer bemühte zumeist höchstens die Besen – besticht seine Musik vor allem durch den kraftvollen, emotionalen Gesang, umrahmt von lyrischen Erzählungen.

Obwohl Pollina nahezu ausschließlich in italienischer Sprache sang, in Einzelfällen auch in sizilianischem Dialekt, ging auch das Tölzer Publikum begeistert mit. Dabei begleitete er sich auf der Gitarre, am Klavier oder auch mit dem Tamburin, einem Instrument, das traditionell in der sizilianischen Musik eingesetzt wird.

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„Was wir heute hören, ist so eine Art ,Best of‘ aus den vergangenen 30 Jahren“, erklärte der Sizilianer, der seit geraumer Zeit mit seiner Familie nahe Zürich lebt. Dabei betonte er, dass die Musik in seinem Leben schon immer eine wichtige Rolle gespielt habe. „Als meine Kinder noch klein waren, gab es für alles, etwa zum Zubettgehen, ein besonderes Lied. Und heute sind meine Kinder erwachsen und machen selbst Musik.“ Freilich sparte Pollina in seinen Erzählungen auch nicht mit kleinen Anekdoten, die die Zuhörer zum Schmunzeln brachten.

So sagt er, es sei für einen Sizilianer schwierig, über längere Zeit das Meer nicht zu sehen. Da kam einmal für ihn und seine Band im Rahmen einer Deutschland-Tournee ein Auftritt in Wilhelmshaven ganz gelegen – dort gäbe es angeblich ein Meer, hatten sie vorab erfahren. So wollten die Musiker am Morgen nach dem Auftritt ein Café am Strand besuchen und erkundigten sich bei einem Einheimischen nach dem Weg. Zur Verblüffung der Italiener bekamen sie dann zur Antwort: „Am Morgen, das geht nicht, denn bei uns kommt das Meer immer erst am Nachmittag.“

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Charakteristisch ist Pollinas Offenheit für die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Sie hat dazu geführt, dass er sich in seiner langen musikalischen Laufbahn stets weiterentwickelt hat und verschiedene stilistische Varianten ausformte.

Er arbeitete unter anderem mit Georges Moustaki, Inti-Illimani, Franco Battiato, Nada, Konstantin Wecker, Linard Bardill und Schmidbauer/Kälberer zusammen.

Mit ein Höhepunkt seiner Karriere war sicher der Auftritt mit Letzteren in der Arena von Verona mit dem Schlusskonzert der Tournee „Süden“ 2013. Mit einem „Hit“ daraus verabschiedete sich Pippo Pollina in seinen Zugaben vom Tölzer Publikum. (esc)

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