Wirt Luca Lento aus Heilbrunn (re.) demonstriert humorvoll die Herausforderungen, vor denen er nun beim Servieren steht.

Gastronomie

„Ein Schritt in Richtung neue Normalität“

  • Felicitas Bogner
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Ab heute dürfen Restaurants auch im Innenbereich Gäste bewirten. Die Gastronomen im Tölzer Land sind gewappnet.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die erste Woche nach der Wiedereröffnung der Gastronomie-Außenbereiche ist vorbei. Das Wetter hat es mit den Wirten gut gemeint. Die meiste Zeit zeigte sich die Sonne über den Biergärten im Landkreis. Ab heute dürfen Restaurants auch im Innenbereich Gäste bewirten.

„Wir waren ab dem ersten Tag sofort wieder ausgebucht“, sagt Erich Schwingshackl, Sternekoch des gleichnamigen Restaurants in Bad Tölz. Seine Gäste nahmen die Sicherheitsanforderungen sehr ernst und zeigten sich verständnisvoll. Um aufgrund der Abstandsregelungen nicht auf zu viele Sitzplätze verzichten zu müssen, bestuhlte er auch im Hof. Ab heute können Gäste auch wieder drinnen speisen. „Darauf sind wir gut vorbereitet“, sagt Schwingshackl. Vier von 14 Innentischen fielen jedoch weg.

Auch Florian Haupt, Wirt des Tölzer Bistros „Inkognito“, ist gewappnet. „Ich hatte schon vor 14 Tagen das meiste innen vorbereitet“, sagt Haupt. Die Umsetzung der Vorschriften sei kompliziert. Während er im Innenbereich auf 40 Prozent seiner Plätze verzichten müsse, konnte er seinen Außenbereich ausdehnen, um die gleiche Tischanzahl wie vor Corona gewährleisten zu können. Im „Inkognito“ lief es schleppend an. „Am Freitag war der erste Tag, an dem das Mittagsgeschäft gut war.“ Der Wirt geht davon aus, dass die Gastronomie-Branche weiter mit Umsatzeinbußen rechnen muss. „Für eine genaue Prognose ist es aber noch zu früh“, sagt Haupt, meint aber optimistisch: „Dennoch ist es ein Schritt in Richtung Rückkehr zu einer neuen Normalität.“

Luca Lento, Inhaber der Heilbrunner Pizzeria „Da Luca“, berichtet von einen guten Start. Doch die Arbeit für seine Mitarbeiter sei jetzt schwieriger: „Unter der Maske bekommt man wenig Luft. Am schlimmsten ist das für den Pizzabäcker neben dem heißen Steinofen.“ Ähnlich wie Haupt, rechnet auch Lento mit weiteren Umsatzeinbußen, den drinnen könne man nur an sieben Tischen bewirten. „Wir sind also weiterhin extrem vom Wetter abhängig.“

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Auch in der „Reindlschmiede“ in Heilbrunn war der Biergarten in der vergangenen Woche relativ gut besucht, berichtet Wirt Rudi Rohrmoser. Von 200 Plätzen bewirte man derzeit an 100. Vor allem am Vatertag kamen Wanderer und Ausflügler. „Aber alle, die abends ein bisschen was trinken wollen, bleiben lieber zu Hause. Da müssen sie nicht um 20 Uhr Schluss machen“, hat Rohrmoser festgestellt. Auch er wird heute wieder den Innenbereich öffnen. „Dann können die Gäste wenigstens bis 22 Uhr bleiben, und wir können auch unser Personal auf knapp 50 Prozent aufstocken.“ Trotzdem muss Rohrmoser auf viele Plätze verzichten: „Drinnen haben wir statt 300 nur noch 150.“ Problematisch sei auch, dass größere Familienfeiern wie Geburtstage und Kommunion derzeit wegfallen. „Das waren immer planbare Umsätze“, sagt Rohrmoser. Trotzdem ist er optimistisch: „Die Lockerungen haben den Unternehmergeist wieder geweckt, und es ist schön, alles langsam wieder hochfahren zu können.“

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Monika Griffin, Restaurantfachfrau im Gasthof „Zum Papyrer“ in Fleck, musste sich mit uneinsichtigen Gästen herumschlagen. „Die Menschen strömten aus allen Ecken in den Biergarten. Das war wirtschaftlich gesehen natürlich schön, aber es gab leider einige Gäste, die die Vorschriften nicht akzeptieren wollten.“ Das koste das Personal Zeit und Nerven. „Manche Leute sind sogar laut geworden oder haben uns beleidigt und den Biergarten verlassen“, berichtet Griffin. Zwar sei der Großteil der Gäste vernünftig, aber die Unvernünftigen seien frustrierend. „Wenn man immer wieder Diskussionen führen muss, macht das Arbeiten keinen Spaß.“ Griffin freut sich, dass sie ab heute auch im Innenbereich wieder bewirten kann: „Das gibt uns mehr Sicherheit. Wir sind dann nicht mehr ganz so sehr vom Wetter abhängig.“

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Ärger um die Maskenpflicht im Biergarten gab es in der Jachenau einige Zeit später. Eine Wirtin gab nach einer Gäste-Beschwerde Konter - und trat damit eine Facebook-Debatte los.

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