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Ein „Tölzer im Herzen“: Trauer um Kunst-Mäzen Kurt Kappelmaier

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Von: Christiane Mühlbauer

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Rückblick in den Juli 2021: Kurt Kappelmaier (im Rollstuhl) und seine Frau Helga erhielten bei einer Feierstunde in der Franzmühle von Bürgermeister Ingo Mehner (li.) den „Tölzer Löwen“. Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart (re.) hielt die Laudatio.
Rückblick in den Juli 2021: Kurt Kappelmaier (im Rollstuhl) und seine Frau Helga erhielten bei einer Feierstunde in der Franzmühle von Bürgermeister Ingo Mehner (li.) den „Tölzer Löwen“. Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart (re.) hielt die Laudatio. © arp/a

Kurz vor dem Jahreswechsel ist in München Kurt Kappelmaier gestorben. Der 85-Jährige engagierte sich in der Kurstadt in den vergangenen Jahrzehnten vielfältig für Kultur und Kunst-Sanierungen.

Bad Tölz – Er hat viel für Bad Tölz getan, doch öffentlich in Erscheinung getreten ist er nur selten: Kurt Kappelmaier gehört zu den größten Mäzenen der Kurstadt in den vergangenen Jahrzehnten. Im Sommer 2021 erhielt er dafür von der Stadt zusammen mit seiner Frau Helga den „Tölzer Löwen“. Kurz vor dem Jahreswechsel ist der Münchner nun mit 85 Jahren gestorben.

Kurt Kappelmaier war sozusagen „Tölzer im Herzen“. Das Münchner Ehepaar, kinderlos geblieben, hatte Verwandtschaft in der Kurstadt und jahrelang auch einen Zweitwohnsitz. Es entwickelten sich zahlreiche Freundschaften.

Kunstbeflissen und vielseitig interessiert

Kappelmaier stammte aus einer begüterten Münchner Familie und lebte in einem Palais an der Maximilianstraße. Beruflich bezeichnete er sich als „Kaufmann“, er war jedoch auch promovierter Jurist. Tölzer Weggefährten beschreiben ihn als bescheidenen, vielseitig interessierten und kunstbeflissenen Mann. Zusammen mit seiner Frau Helga rief Kurt Kappelmaier eine Stiftung ins Leben, die unter dem Dach der Münchner Messerschmitt-Stiftung angesiedelt wurde, der größten privaten Denkmalschutzstiftung in Deutschland. Kunstschätze zu erhalten, war dem Ehepaar jahrzehntelang ein großes Anliegen – nicht nur in Bad Tölz, auch im übrigen Bayern und in Südtirol. Zudem sind die Kappelmaiers als große Förderer der Volksmusik bekannt.

Bad Tölz sei für sie „der Inbegriff der oberbayerischen Kleinstadt, die sehr viel Kultur ausstrahlt und Geschichte hat“, sagte der Mäzen vor einigen Jahren über die Stadt Bad Tölz. Und diese hat dem Ehepaar einiges zu verdanken: Es engagierte sich sowohl bei der Restaurierung der Kalvarienbergkirche als auch bei der Sanierung des Renaissance-Portals der Winzerer-Kapelle in der Stadtpfarrkirche. Zudem unterstützte es das Marionettentheater und die Musikschule.

Großes Engagement für wertvolle Sänfte im Stadtmuseum

Das größte Projekt der Kappelmaiers war jedoch die umfangreiche Sanierung der über 300 Jahre alten, wertvollen Sänfte („Portechaise“) im Tölzer Stadtmuseum. Bei der Sonderausstellung im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg mit dem Titel „100 Schätze aus 1000 Jahren“ (2019/2020) war sie ein vielbewundertes Objekt.

Der Tölzer Kurier berichtete damals über den Fund der Sänfte im Depot des Stadtmuseums und über den schlechten Zustand des Objekts. „Nach diesem Bericht ist Herr Kappelmaier auf uns zugekommen“, erinnert sich Museumsdirektorin Elisabeth Hinterstocker. Nach der Begutachtung finanzierte das Ehepaar die gesamte Sanierung, deren Kosten sich auf fast 100 000 Euro belaufen. „Dank dieser Unterstützung war es zum Beispiel wieder möglich, die Portechaise innen mit venezianischem Seidensamt auszukleiden“, dankt Hinterstocker. Eines sei den Mäzenen immer sehr wichtig: „Das Kunstwerk muss der Öffentlichkeit zugänglich sein.“

2021 mit dem „Tölzer Löwen“ gewürdigt

Für das jahrelange große Engagement wurde Helga und Kurt Kappelmaier 2021 der „Tölzer Löwe“ verliehen. Hinterstocker weiß, dass diese kleine Porzellanfigur dem Münchner viel bedeutete. „Er hielt sie gerne in Händen.“

„Tölz verliert einen großen Förderer des kulturellen Lebens“, sagt Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart, der Kappelmaier ebenfalls gut kannte. Er weiß, dass der Münchner seine gesundheitlichen Leiden geduldig und tapfer ertragen hat. „Den Lebensmut hat er nie verloren, er war bis zum Schluss voller Pläne“, erinnert sich Botzenhart. „Vor allem hat er die kleinen Dinge sehr geschätzt.“

Das Requiem findet am Mittwoch, 5. Januar, um 12 Uhr in der Pfarrkirche St. Anna in München (Lehel) statt. Die Beisetzung ist um 15 Uhr im Waldfriedhof in München (alter Teil).

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