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Der „Dreggsagg“ vom Dienst: Michl Müller begeisterte seine Fans im restlos ausverkauften Kurhaus.

Fränkischer Comedian

Michl Müller bringt Publikum im Kurhaus zum Lachen

Bad Tölz – Wenn Michl Müller, der selbsternannte „Dreggsagg“ aus Franken, ruft, dann strömen derzeit die Massen. Auch ins Tölzer Kurhaus, das am Freitagabend ausverkauft war.

All diejenigen, die gekommen waren, um den fränkischen Comedian und Kabarettisten live zu erleben, waren von ihm und seinem aktuellen Programm „Ausfahrt freihalten“ restlos begeistert. Ohne tieferen Sinn und ohne roten Faden blödelte er sich in seiner gewohnten Art durch die Themenfelder Politik, Gesellschaft und Boulevard und präsentierte zudem seine schon fast legendären „Protestlieder“.

Michl Müller, einer der Stars der Veitshöchheimer Fastnacht, ließ dabei (fast) nichts aus und bediente alle bekannten Vorurteile des kleinen Mannes: Vom Berliner Pleite-Flughafen, über die wenig tatenfreudige Bundeskanzlerin Angela Merkel über Olympia und Doping bis hin zu „Pokémon Go“ und weiteren zahlreichen ausufernden Trends der verschiedenen Altersgruppen und Geschlechter. Selbst Uli Hoeneß – „der war auf Fortbildung“ – und Bastian Schweinsteiger bekamen ihr Fett weg: „Nachdem der Basti geheiratet hat, hat sie zu ihm bestimmt gesagt: Du bleibst jetzt daheim.“ Und die Fußball-EM nahm der Franke zum Anlass, um Doping anzuprangern: „Ich will mehr gedopte Sportler sehen. Das hat ja viel zu lange gedauert, bis die EM in Schwung kam. Da war ja beim Yogi in der Hose mehr los.“ Der Bundeskanzlerin warf Michl Müller vor, dass sie, statt mal auf den Tisch zu hauen, immer nur sage: „Ich bin ein bisschen in Sorge.“ Über Horst Seehofer meinte er, während nach Franz-Josef Strauß ein Flughafen benannt worden sei, bekomme der bayerische Ministerpräsident als Denkmal „höchstens eine Bushaltestelle in Dietramszell.“ Den Grünen Toni Hofreiter bezeichnete er als „Ersatzjesus aus Sauerlach“, und Beatrix Storch (AfD) habe der Storch wohl „von zu weit oben fallen lassen“. Den Islamisten riet er, statt Anschläge auf belebten Flughäfen zu begehen, doch den Berliner zu sprengen: „Dann wäre der endlich weg.“ Auf seinen Wunsch nach einem Briefkaste in Panama habe ihm sein Postbote gesagt: „So weit lauf’ ich nicht.“ Und die Pokémon-Jagd sah er als Chance für die Katholiken, „ihre Kirchen wieder einmal voll zu kriegen.“ Zum aktuellen Trend zu „Dildo- und Dessous-Partys“ meinte der Comedian, dass die Dildos wohl aus „eingeschmolzenen Tupperschüsseln“ gefertigt werden. Er nahm zudem Helikopter-Mütter, Veganer und Flexitarier aufs Korn und betonte darüber hinaus, dass er keine Brieftauben-Züchter, keine Angler und keine Golfer möge. Müller zog alles und jeden durch den Kakao und seine Fans gingen begeistert mit. Sie bekamen einiges für ihr Geld geboten: Nach dreieinhalb Stunden Programm (inklusive Pause) wurden sie mit einem Medley der bekanntesten Songs von Michl Müller überaus zufrieden entlassen.

Ewald Scheitterer

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