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Auf die Umgebung abgestimmt: Die Bilder der Sachsenkamer Malerin Maria Boschner (www.atelier-m-sachsenkam.de).

"Tölz Kunst 3"

Eine Freiluft-Ausstellung für Flaneure

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Bad Tölz – Eine schönere Ausstellungsfläche ist kaum denkbar: Zum dritten Mal präsentierten am Sonntag Künstler aus dem Umland ihre Werke unter freiem Himmel an der Tölzer Isarpromenade. Bei der vom Kunstverein Tölzer Land veranstalteten Schau „Tölz Kunst 3“ waren die Stände allerdings etwas luftiger angeordnet als in den vergangenen Jahren. Viel zu entdecken gab es trotzdem.

Als Blickfang der Ausstellung sind am Isarufer weithin die zwölf Wanderer und ein Vogel des Künstlers Jürn Ehlers sichtbar. Die schemenhaften Gestalten aus Robinienholz wirken nur auf den ersten Blick ähnlich. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sie sich als bunte Truppe: Einer balanciert Bücher auf dem Kopf, der andere trägt ein Kind auf den Schultern, die Dritte ist eine Muslima im Tschador. Und mittendrin läuft eine Gestalt, die eine rätselhafte Goldkugel anzubeten scheint. Voraussichtlich Mitte September wird die Wandererschar einen Platz auf dem Kunstwanderweg am Blomberg einnehmen.

Doch auch hier, wo die grüne Isar vorbeirauscht, fügen sie sich prächtig in die Landschaft. „Das hier ist so ein besonderer Ort“, schwärmt Jürn Ehlers, der sein Atelier in Herrsching hat. „Man sollte auch sonst mehr daraus machen.“ Seine Frau Eva Ehlers, die nebenan ihre Goldschmiedearbeiten zeigt, freut sich: „Wir können hier auch selbst wunderbare Fotos machen, die wir dann weiterverwenden.“

Das Ehepaar Ehlers hat einen von 22 Ständen aufgebaut. Angemeldet hätten sich eigentlich 30 Künstler, sagt Birgit Haas-Heinrich, Vorstandsmitglied im Kunstverein. „Vielleicht hat der Regen am Vormittag einige abgeschreckt.“ Auf der Fläche, die die Stadt für die Kunstschau genehmigt hat, sei noch Platz für mehr Künstler. „Aber wenn nicht alles so vollgestellt ist, ist es ja auch schön.“ Sinn der Veranstaltung sei es, „Kunst mal anders zu präsentieren“ und die Werke außerhalb von Ateliers einem breiten Publikum zu zeigen.

Das weiß auch der Heilbrunner Rainer Schmitten zu schätzen. Er lädt einige Meter weiter die Besucher ein, mit Hilfe von Platten, die er gefertigt hat, selbst Kunstdrucke im Linolschnitt anzufertigen. Daneben hängt an einer Leine seine ausdrucksstarke Werkserie „Roots“ (Wurzeln), bei der er Tusche auf Papier „verblasen“ hat. Die Resonanz sei gut, sagt er. „Ich kann mich hier präsentieren, ich werde gesehen“, sagt er. Die Besucher seien zahlreich und vielfältig – und kämen vor allem zufällig vorbei. Dem Heilbrunner fehlt dabei aber „das kunstaffine Publikum, das auch zum Kaufen herkommt“. Diese Gäste hätte der Kunstverein seiner Ansicht nach mit systematischerer Werbung anlocken können.

Freiluft-Ausstellung an der Isarpromenade

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