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Kleidertauschpartys gibt es in der Region jetzt häufiger. Das Bild zeigt eine solche Veranstaltung in Unterföhrung.

Veranstaltung von Tölzer FWG-Stadtratskandidaten

Eine gute Figur machen: Kleidertauschparty am Sonntag in Tölz

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Nachhaltiger Konsum ist derzeit ein viel diskutiertes Thema. Die beiden Tölzer Stadtratskandidaten Caroline Munkert und ihr Bruder Andreas von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) veranstalten am Sonntag eine Kleidertauschparty.

Bad Tölz – Die erste „Party“ dieser Art veranstaltete 2104 die Kunstvereinsvorsitzende Patrizia Zewe – und stieß mit dem „Fashion-Café“ auf große Resonanz (wir berichteten). Unsere Zeitung hat mit Caroline Munkert über ihre Form des Projekts gesprochen. Es findet in den leerstehenden Räumen des ehemaligen Matratzengeschäfts Concord statt.

Frau Munkert, warum veranstalten Sie und Ihr Bruder eine Kleidertauschparty in Tölz?

Ich war selbst schon auf einigen Kleidertauschpartys in München und fand es immer super. In der Regel hat doch jeder von uns einige Anziehsachen zu Hause, die er nicht mehr trägt und überlegt sich, diese auf den Flohmarkt zu bringen, aber meistens macht man es doch nicht. Außerdem sind Kleidertauschpartys auch ein klares Statement gegen „Fast Fashion“. Oft wird Kleidung günstig gekauft und dann kaum bis gar nicht getragen. Den Preis dafür zahlen Mensch und Natur. Der Deutsche kauft im Durchschnitt 60 Kleidungsstücke im Jahr. Die Veranstaltung soll auch zu einem reduzierten Konsum anregen.

Wie läuft die Party denn ab? Kann man nur kommen, wenn man auch etwas mitbringt?

Nein, es ist jeder eingeladen, egal ob er etwas mitbringt oder nicht. Voraussetzung ist nur, dass die Kleidungsstücke sauber und heil sind. Wir nehmen Sachen aller Art von Babys, Kindern, Frauen und Männern, gerne auch Faschingskostüme. Nicht akzeptiert werden Decken, Bettwaren, Handtücher und jegliche Dekorationsartikel, denn es ist ja kein Flohmarkt.

Kleidungsstücke muss man ja auch anprobieren. Gibt’s denn Kabinen in den Räumen?

Eigentlich sind Kleidertauschpartys recht unkompliziert. Jacken zum Beispiel kann man leicht anprobieren und sich überziehen. Für andere Sachen schaffen wir aber geschützte Bereiche. Spiegel wird es auch geben.

Caroline Munkert (26)

Die Veranstaltung findet in einer leerstehenden Gewerbeimmobilie statt. Warum haben Sie so einen Ort gewählt?

Wir finden es schade, dass in Tölz so wenig für Zwischennutzung von Gewerberäumen getan wird und einige Objekte einfach leerstehen. Manches kennt man gut, zum Beispiel das ehemalige Café Marché oder den Leonhardikeller. Eine Zwischennutzung ist sinnvoll, weil es Aufmerksamkeit auf diese Räume lenkt. Wir haben uns für die Kleidertauschparty im Vorfeld an Verwaltungs- und Immobilienbüros gewandt, aber letztlich war es leichter und unkomplizierter, die Veranstaltung über Privatvermieter zu organisieren. Wir hatten auch an Wandelhalle und Leonhardikeller gedacht, aber das ging leider nicht.

Was machen Sie eigentlich, wenn die Resonanz sehr groß ist und mehr Kleidung abgegeben als mitgenommen wird?

Nach unseren Erfahrungen bleibt immer etwas übrig. Das geben wir nach der Party ans BRK und ans Schenkräumchen weiter.

Sie kandidieren beide für den Stadtrat und wollen mit der Veranstaltung auch auf sich aufmerksam machen. Werden Sie sich auch nach der Wahl engagieren?

Ja, wir würden das gerne weitermachen, auch neue Ideen zur Zwischennutzung finden. Eine Idee ist, eine Kleidertauschparty mit einem Upcycling in Verbindung zu bringen, also etwa noch einen Schneider vor Ort zu haben, der zum Beispiel eine Hose gleich kürzen kann.

Weitere Infos: Die Kleidertauschparty findet am kommenden Sonntag, 16. Februar, von 14 bis 17 Uhr in den Räumen des ehemaligen Matratzengeschäfts Concord an der Hindenburgstraße 5 in Bad Tölz statt.

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