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Einer, der nicht mit dem Strom schwamm: Trauer um Ex-Stadtrat Max Frey

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Max Frey ist im Alter von 78 Jahren gestorben.
Max Frey ist im Alter von 78 Jahren gestorben. © privat

Ex-Stadtrat Max Frey ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Der Träger der silbernen Bürgermedaille der Stadt Bad Tölz war immer ein Stimmenfänger der FWG.

Bad Tölz – Als Max Frey im Dezember 2013 die Silberne Bürgermedaille der Stadt Bad Tölz erhielt, brachte es der damalige Bürgermeister Josef Janker schön auf den Punkt: „Max, du warst kein Lobbyist, sondern einer, der immer seinen eigenen Kopf gehabt hat. Du warst das Gegenteil von stromlinienförmig.“ Max Frey ist am vergangenen Dienstag nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren gestorben.

Max Frey, einer der oft gegen den Strom schwamm

Man könnte das Lob Jankers an vielen Beispielen erläutern. Gegen den Strom schwamm Max Frey etwa, als der Stadtrat 1984 – da hatte der gelernte Metzger und Berufsschullehrer Frey gerade sein Amt übernommen – einer von dreien war, der den stadtbildprägenden Charakter der Franzmühle erkannte und sich massiv für den Erhalt des sanierungsbedürftigen Turms einsetzte. Als 2004 die Kurklinik Waldherr am Kogel in eine Suchtklinik umgewandelt werden sollte, gab es enorme Vorbehalte im Stadtrat. Man fürchtete Probleme durch die Klientel. Nur Frey und Karl Drexl waren weitsichtig genug, um die Vorteile der Einrichtung zu erkennen. Probleme gab es nie.

Freundlich, gerne verschmitzt, wurden Streitigkeiten auch mal mit einem Witz aus der Welt geschafft

Frey saß 30 Jahre im Stadtrat und prägte die Arbeit und das Miteinander. Zum einen durch seine Erfahrung, zum anderen durch sein stets aufrechtes Einstehen für Überzeugungen. Freundlich, gerne verschmitzt wurden Streitigkeiten auch mal mit einem Witz aus der Welt geschafft. Und wenn’s sein musste, wurde gekämpft.

Große Bürgernähe zeichnete ihn aus

Hinzu kam eine große Bürgernähe. Frey war stets ansprechbar, ohne den Beschwerdeführern nach dem Mund zu reden. Kein Wunder, dass er von den Tölzer Bürgern überaus geschätzt wurde und bei seiner letzten Wahl 2008 mit dem viertbesten Ergebnis aller Räte den Wiedereinzug schaffte. Max Frey gehörte zu den Mitbegründern der FWG und war immer eine sichere Bank als Stimmenfänger.

Oft sah man ihn mit seinem Vierbeiner spazierengehen

Man kann sich Frey gut als Lehrer an der Berufsschule vorstellen. Auf Augenhöhe und mit viel Verständnis für den Heranwachsenden. Der Metzgermeister mit eigenem Betrieb war zudem Innungsmeister. In Erinnerung bleibt auch der Hundefreund Frey. Oft sah man ihn mit seinem Vierbeiner spazierengehen.

Er war ein Globetrotter, der die Welt erkundete

In der Todesanzeige der Familie ist vom „großen Abenteurer“ die Rede, der seine letzte Reise angetreten hat. Ja, auch das war Max Frey: Ein Globetrotter, der die Welt erkundete. Allein in Neuguinea etwa, wo er, wie er amüsiert erzählte, „den Menschenfressern aus dem Topf gesprungen“ sei. Oder bei vielen Reisen nach Südamerika, wo er 2011 am Fitz Roy beinahe erfroren wäre und schwere gesundheitliche Schäden davontrug.

Die Berge blieben sein Schicksal, auch wenn sie kleiner wurden. Zuletzt, auf dem Foto der Todesanzeige ist es zu erkennen, war der Zwiesel ein gerne besuchtes Ziel. Es ist ein gelungenes Abschiedsbild.

Die Urnenbeisetzung findet in aller Stille statt. (cs)

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