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Einige Gemeinden haben heuer wieder eingeladen – die anderen warten wohl bis 2022

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Von: Andreas Steppan, Christiane Mühlbauer

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Ein Bild aus dem Jahr 2019: Bei der Bürgerversammlung in der Jachenau vor mehr als zwei Jahren verfolgten etwa 80 Interessierte den Rechenschaftsbericht des damaligen Bürgermeisters Georg Riesch. Der jetzige Bürgermeister Klaus Rauchenberger hielte eine Versammlung unter den aktuellen Bedingungen für schwierig.
Ein Bild aus dem Jahr 2019: Bei der Bürgerversammlung in der Jachenau vor mehr als zwei Jahren verfolgten etwa 80 Interessierte den Rechenschaftsbericht des damaligen Bürgermeisters Georg Riesch. Der jetzige Bürgermeister Klaus Rauchenberger hielte eine Versammlung unter den aktuellen Bedingungen für schwierig. © Pröhl/A

Bürgerversammlungen durchzuführen ist verpflichtend für Gemeinden – doch Corona hat dafür gesorgt, dass diese Art des Dialogs mit den Bürgern in einigen Gemeinden seit bis zu zweieinhalb Jahren ruht. Im Sommer und Herbst haben einige Kommunen die Phase der niedrigen Infektionszahlen genutzt, um den Bürgern wieder Rede und Antwort zu stehen. Ansonsten steht im südlichen Landkreis heuer aber wohl keine weitere Bürgerversammlung an.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Zuletzt waren einige Kommunen für ihre Bürgerversammlung an ungewöhnliche Orte ausgewichen: Bad Tölz etwa ins Bergwachtzentrum, Benediktbeuern ins Feuerwehrhaus und Bad Heilbrunn in die Turnhalle. Auch in Bichl, Lenggries, Königsdorf und Dietramszell wurden Bürgerversammlungen abgehalten. In den anderen Gemeinden im südlichen Landkreis hingegen fand seit Ausbruch der Corona-Pandemie keine Bürgerversammlung mehr statt.

Gaißach

In Gaißach steht dieser Termin traditionell Anfang Dezember an. Im vergangenen Jahr wurden die relevanten Informationen aus der Gemeinde stattdessen in einer umfangreichen Broschüre veröffentlicht, auch im Internet. Inzwischen hat der Gaißacher Gemeinderat beschlossen, dass die Bürgerversammlung heuer Corona-bedingt nicht stattfindet.

Greiling

In der Verwaltungsgemeinschaft Reichersbeuern, Greiliung und Sachsenkam wurde schon beschlossen, die Versammlung für 2021 bis spätestens März 2022 durchzuführen und im Herbst 2022 eine weitere Versammlung fürs laufende Jahr. „Wir haben heuer schon daran gedacht, aber der Platz in unserem Gemeindesaal ist einfach begrenzt“, sagt Greilings Rathauschef Anton Margreiter. Auch eine Freiluft-Versammlung war im Gespräch. „Aber was hätten wir dann bei Regen gemacht?“ Infos für die Bürger gebe es derzeit zweimal im Jahr im Gemeindeblatt „Dorfbote“, „umfangreich mit Sitzungsprotokollen“, sagt Margreiter. „Man kann sich aber auch jederzeit mit Fragen bei mir oder in der Verwaltung melden.“

Sachsenkam

In Sachsenkam will Bürgermeister Andreas Rammler die Zusammenkunft Anfang nächsten Jahres durchführen. „Im Freien wäre der Aufwand nicht stemmbar gewesen“, sagt er über die Überlegungen im Gemeinderat. Er will, dass die Veranstaltung in einer Form stattfindet, „die niemanden ausschließt“. Es solle ja auch ein „Austausch für die Bürger“ sein, bei dem sie ratschen und etwas essen und trinken könnten. „Wenn man mit Maske und nur eine begrenzte Zeit zusammensitzen darf, macht das für mich keinen Sinn“, sagt Rammler. Er wolle es nicht durchführen, „um es einfach nur durchzuziehen“.

Reichersbeuern

Auch der Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann hofft darauf, dass es die Corona-Situation zulässt, im ersten Quartal 2022 wieder eine Bürgerversammlung im gewohnten Rahmen im „Altwirt“-Saal durchzuführen. Über die Daten und Fakten der Gemeinde, die er heuer normalerweise in der Bürgerversammlung referiert hätte, könnten sich die Reichersbeurer einstweilen im „Gmoabladl“ informieren.

Da gerade ein aktuelles Thema ansteht, bei dem die Bürger mit einbezogen werden sollen, hat die Gemeinde kurzfristig eine Informationsversammlung am Freitag, 22. Oktober, um 19 Uhr in der Schulaula anberaumt. Dann geht es um die Dorferneuerung.

Schlehdorf

An eine Freiluft-Versammlung dachte man auch in Schlehdorf. „Aber in diesem Jahr hat es so viel geregnet, und man muss ja bei den Einladungen gewisse Fristen wahren“, sagt Bürgermeister Stefan Jocher. Ohnehin gebe es ein Platzproblem, weil der Saal im „Klosterbräu“ weggefallen sei. „Wir überlegen, ob wir in den Festsaal im alten Kloster ausweichen können.“ Dort gebe es aber keine Bewirtung. Für die Bürger gebe es dreimal im Jahr Informationen aus dem Rathaus, abrufbar auch im Internet. Auch Jocher sagt: „Wer Fragen hat, kann sich jederzeit bei mir melden.“

Jachenau

In der Jachenau fällt die Bürgerversammlung ebenfalls im zweiten Jahr in Folge aus. Unter den aktuellen Bedingungen hielte Bürgermeister Klaus Rauchenberger die Durchführung im „Schüzenhaus“ für schwierig – zum Beispiel wegen der Kontrolle der 3G-Regel. „Was macht man, wenn einer sich weigert, ein Impf- oder Testzertifikat vorzulegen?“, fragt er sich. Er setzt stattdessen darauf, dass die Veranstaltung turnusgemäß wieder zum traditionellen Termin Anfang März 2022 stattfinden kann. Dann will er die Rechenschaftsberichte für die Jahre 2020 und 2021 zusammen vortragen.

Wackersberg

Wie Rauchenberger wartet auch sein Wackersberger Amtskollege Jan Göhzold noch auf seinen ersten Auftritt als Rathauschef bei einer Bürgerversammlung. „Klar, der persönliche Austausch fehlt – aber im Moment wäre mir das noch zu heiß“, sagt er mit Blick auf die Corona-Lage. Deswegen arbeitet er ersatzweise an einem schriftlichen Rechenschaftsbericht für die Jahre 2019 und 2020, der demnächst online veröffentlicht wird.

Kochel am See

„Wir sind noch nicht in der Normalität zurück, das ist leider so“, meint auch der Bürgermeister von Kochel am See, Thomas Holz. Weil die Corona-Infektionszahlen im Landkreis derzeit wieder „in die Höhe schießen“, plant er heuer keine Bürgerversammlung mehr.

Erfahrungsgemäß kämen in Kochel 150 bis 200 Bürger zu der Veranstaltung. In der „Heimatbühne“ könne man so viele unter Einhaltung der Abstände nicht unterbringen, „und in der Turnhalle ist auch nicht so viel mehr Platz“. Holz ist aber guter Dinge, dass sich die Corona-Lage bis Frühjahr wieder entspannt.

Laut Gemeindeordnung sind die Gemeinden auch verpflichtet, im Jahr 2021 ausgefallene Bürgerversammlungen bis spätestens 31. März 2022 nachzuholen. Doch es wäre nicht das erste Mal, dass Corona alles über den Haufen wirft.

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