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Höhepunkt der Zeremonie: Die Schüler der Partnerklasse Benediktbeuern singen in der Aula den neuen Schulsong „Lernen, lieben, lachen“. Den Text hat Lehrerin Ulrike Büdke (Mitte) mit Psychologe Alexander Tchelebi geschrieben. Tchelebi komponierte auch die Melodie. Zur Von-Rothmund-Schule gehören insgesamt fünf Partnerklassen.

Millionenschweres Förderzentrum eingeweiht

Neues Haus, neues Abenteuer

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Wenn es keine förmlichen Grußworte gibt und der Pfarrer die anwesenden Politiker mit einer Extra-Portion Weihwasser bespritzt, handelt es sich um keinen gewöhnlichen Festakt. Geht auch gar nicht anders: Der Neubau der Von-Rothmund-Schule ist alles andere als gewöhnlich. Am Freitag war Einweihung.

Bad Tölz – Ganz schön pfiffig, der Text des Schulsongs der Von-Rothmund-Schule: „Neues Haus, neue Chance, neues Abenteuer – war ja auch ganz schon teuer“, sangen die Schüler. Und weiter: „Drum sagm ma Pfiadi zu unsra oidn Schui. Mia san jetzt brandgeschützt – Ui.“ Spätestens beim letzten Wort sangen und klatschten die meisten Anwesenden mit, die am Freitag auf Einladung der Lebenshilfe Bad Tölz-Wolfratshausen zu einem kleinen Festakt gekommen waren. Gefeiert wurde die Einweihung des neuen Schulgebäudes an der Bairawieser Straße.

Wie berichtet war der knapp 1400 Quadratmeter große Neubau nötig geworden, weil das alte Gebäude nicht mehr den aktuellen Brandschutz-Richtlinien entsprach. 6,8 Millionen Euro kostete das moderne Förderzentrum für geistige Entwicklung. Dort werden aktuell 108 Kinder und Jugendliche zwischen drei und 19 Jahren von 33 Lehrern unterrichtet. Sie haben laut Schulleiterin Sabine Pfeifer nun endlich „alle Möglichkeiten, die sie für ihre speziellen Bedürfnisse brauchen“. So war der Altbau zum Beispiel nicht barrierefrei. Jetzt können Schüler, die im Rollstuhl sitzen, überall alleine hingelangen. Auch das Händewaschen ist dank der speziellen Waschbecken kein Problem mehr – eines von vielen wichtigen Details. Schließlich sollen die Schüler zur Selbstständigkeit erzogen werden.

Hochmoderne Klassenzimmer und Werkräume

Außerdem stehen den Mädchen und Buben neben sechs hochmodernen Klassenzimmern inklusive Whiteboards ab sofort auch Werk-, Maschinen- und Textilarbeitsräume zur Verfügung. Die seien vor allem für die Schüler der Berufsschulstufe wichtig, erklärte Pfeifer bei einer der Führungen durch das Gebäude. Wegen des fehlenden Brandschutzes gab es solche Räume im Altbau nicht.

Bei der Feierstunde zuvor hatte die Sonderschulrektorin zusammen mit Schülersprecher Martin Hell kurz auf die vergangenen zwei Jahre zurückgeblickt, in denen das Gebäude im Hang gegenüber der alten Schule entstanden ist. Der Bub erinnerte sich, dass die Räume zwischendurch „nicht so schön ausgeschaut haben, weil sie so grau waren“. Dieses Problem gibt es nicht mehr: Ein wohldurchdachtes Konzept bringt Farbe in den Schulalltag. Auf der Ebene des Haupteingangs dominieren Blautöne, weshalb es „Himmelsgeschoss“ heißt. Eine Ebene tiefer im „Gartengeschoss“ beherrschen vor allem Grün- und Brauntöne die lichtdurchfluteten Räume. Das Farbkonzept sieht nicht nur schön aus. Es hilft den Kindern, sich in dem Gebäude zurechtzufinden.

Trotz all dieser Vorteile sei es alles andere als selbstverständlich, dass so ein Förderzentrum in der heutigen Zeit realisiert worden ist, sagte Martin Lechner mit Blick auf den Trend, behinderte Kinder in ganz normalen Schulen integrieren zu wollen. Der Kreisvorsitzende der Lebenshilfe hält es für den besseren Weg, differenzierte Schularten anzubieten – auch, damit die betroffenen Eltern eine Wahlmöglichkeit haben.

Das sieht Vize-Landrat Thomas Holz genauso. Statt ein Grußwort an die Anwesenden zu richten, stellte er sich wie der Zweite Tölzer Bürgermeister Andreas Wiedemann, Lebenshilfe-Geschäftsführer Franz Gulder und andere den Fragen von Sprecherin Susanne Gotzler. Um zu zeigen, wie wichtig dem Kreis das Förderzentrum ist, verwies Holz auf die Sitzung des Kreisausschusses am vergangenen Montag. Dabei beschlossen die Kommunalpolitiker, den Neubau mit 400 000 Euro zu bezuschussen.

Die Segnung des neuen Schulgebäudes übernahmen abschließend der evangelische Pfarrer Urs Espeel und sein katholischer Kollege Peter Demmelmair. Letzterer bedachte vor allem die anwesenden Politiker mit einer Extra-Portion Weihwasser. „Die können immer etwas brauchen“, scherzte der Geistliche. Bei einem großen Sommerfest stießen Lehrer, Eltern, Schüler, Förderer und Träger danach auf ihre „Schule mit Herz“ an.

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