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Gemein sames Kistenschleppen (v. li.): Annette Baer, Leonhard Lenz und Monika Schneck beim Umzug.

Stadtverwaltung zieht um

Einzug im Rathaus-Neubau

Kisten werden geschleppt, Schreibtische umgeräumt, Schränke versetzt. Der Neubau des Tölzer Rathauses ist bezugsfertig – auch wenn hier und da noch ein paar Baustellen offen sind.

Bad Tölz „Die Treppengeländer müssen noch angebracht werden und die Aufzüge sind auch noch nicht installiert“, sagt Bürgermeister Josef Janker. Und mit das Wichtigste: „Der Sitzungssaal ist noch nicht fertig.“ Dieser soll aber spätestens zur Stadtratsitzung im Juli fertig sein.

Der Saal ist der ganze Stolz des neuen Anbaus. Tuffsteinwände vorne und hinten. Ein Blick über die Dächer von Bad Tölz durch die seitlichen Glasfronten. Im dritten Stock befindet sich der etwa 200 Quadratmeter große Raum. Natürlich barrierefrei zu erreichen mit einem der zwei Aufzüge. „Barrierefreiheit war ein ganz wesentlicher Punkt in der Planung des Neubaus“, erklärt das Tölzer Stadtoberhaupt. „Jeder kommt nun überall hin.“

Bereits 2001 wurden erste Überlegungen zu einer Sanierung des Rathauses angestellt. Nach mehreren Konzepten, Plänen und einer kleinen Finanzkrise im Jahr 2009, stimmte der Stadtrat 2013 schließlich endgültig dem Neubau zu. Kostenpunkt: 8,5 Millionen Euro. 2014 gab’s die Baugenehmigung, und man gründete die Arbeitsgruppe „Sanierung des Rathauses“, ehe die ersten vorbereitenden Arbeiten begannen. Nun ist der Neubau fast fertig.

Um jetzt auch mit der Sanierung des Altbaus starten zu können, mussten zuerst alle Abteilungen in das neue Gebäude ziehen. Auch Bürgermeister Janker ist in einem Übergangsbüro untergebracht. „In etwa fünf Monaten kann ich dann wieder in den Altbau ziehen“, erklärt Janker. Wenn das so weit ist, kommen die in die Jahnschule ausgelagerten Abteilungen in die neu errichteten Räume. „Und dann sind wir alle zusammen“, freut sich Janker.

Die Kosten belaufen sich auf voraussichtlich 9,4 Millionen Euro – inklusive der noch ausstehenden Sanierung der alten Räumlichkeiten. „Ob das so bleibt, kann man nicht sicher sagen“, so Janker. Im Altbau müsse man Heizung, Elektrik und IT erneuern. Außerdem werden neue Fenster eingesetzt. Etwas ganz Besonderes ist die energetische Versorgung des Neubaus. Ein Eisspeicher kühlt im Sommer von den Decken her leicht ab, im Winter heizt die aufgenommene Solarwärme. Für den weiteren Bedarf gibt es dann noch eine Gasheizung.

Auch wenn der Bürgermeister selbst beim Schleppen seiner Umzugskartons mit angepackt hat, lobt er besonders die Mitarbeiter des Betriebshofs und der IT: „Die haben teilweise auch die Wochenenden mit dem Umzug verbracht.“

Momentan kommt es im Rathaus noch zu einigen Einschränkungen im Parteiverkehr. Jeden Tag ziehen andere Abteilungen um. „Bisher gab es hierzu noch keine Beschwerden“, meint Janker. „Am besten ist, man telefoniert kurz durch und vereinbart einen Termin.“ Die Telefonnummern bleiben übrigens die gleichen.

Ein Projekt gilt es in naher Zukunft noch in Angriff zu nehmen: Die Außenanlagen rund um das alte und neue Rathaus. Auf der Seite des Schloßplatz-Parkplatzes soll die Mauer weggerissen werden. Auf einer neu angelegten Terrasse sollen Sitzmöglichkeiten entstehen. „Wir wollen ja, dass das hier alles offen ist“, so der Bürgermeister. Hinter dem Neubau, wo sich auch der direkte Aufgang zum neuen Sitzungssaal befindet, soll es dann noch weitere Parkmöglichkeiten geben.

Das Bürgerbüro befindet sich nun im Durchgang zwischen dem Alt- und Neubau. Die Wartezeiten werden sich laut Janker deutlich angenehmer gestalten. Dunkle, unfreundliche Flure gehören der Vergangenheit an. „Die Neuerungen sind nicht nur für unsere Mitarbeiter angenehmer, sondern auch für die Bürger“, sagt Janker. Aber er ergänzt: „Für die nächsten 35 Jahre muss es das jetzt tun.“

Tamara Scheid

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