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Sommerruhe im Tölzer Eisstadion. Die Wee-Arena hat noch kein Eis.
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Noch in Sommerruhe: Im Tölzer Stadion wird dieses Jahr erst sehr spät das Eis bereitet – ein großes Problem für die Mannschaften des ECT.

Später Trainingsstart in der Wee-Arena

Tölzer Eisclub ohne Eis: Verein in Sorge

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Normalerweise gab es im Tölzer Stadion schon früh im Sommer wieder Eis. Ideale Trainingsbedingungen. Heuer ist das anders.

  • Im Tölzer Eisstadion gab es normalerweise früh im Sommer Eis
  • Heuer wird das anders sein. Erst Anfang September steht Eis zur Verfügung
  • Dem ECT bereitet das große Sorgen

Bad Tölz – Bad Tölz, die Eishockeystadt schlechthin in der Region. Viele Vereine kamen bislang im Juli und August mit ihren Mannschaften in die Kurstadt, da es im Stadion schon früh im Sommer Eis gab. Für den Nachwuchs des ECT ebenfalls ein nicht zu verkennender Vorteil, schon zwei bis drei Wochen vor der Konkurrenz auf Eis üben zu können. Das eine oder andere Talent entschied sich auch aus diesen Gründen für einen Wechsel zum ECT. Nirgendwo im weiteren Umkreis konnte mit dem Kufensport früher begonnen werden als in Bad Tölz.

Stadtwerke weisen auf organisatorische Probleme hin

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Während beispielsweise in Kaufbeuren (3. August), Mittenwald (10. August), Garmisch-Partenkirchen (17. August) und Miesbach (27. August) bald die Schlittschuhe geschnürt werden können, wird es in Bad Tölz nach Auskunft der Stadtwerke erst ab dem 3. September Eis geben. „Ab diesem Zeitraum steht die Eisfläche auch dem ECT für Trainingseinheiten zur Verfügung“, so die Stadtwerke auf Anfrage. Es gebe bereits einen Belegungsplan. Personell, organisatorisch und technisch sei ein früherer Start in den Trainings- und Spielbetrieb in diesem Jahr nicht möglich.

In richtige Nöte bringt die späte Eisbereitung die Nachwuchs-Teams des EC Bad Tölz. „Das ist für uns natürlich ein großer Nachteil“, sagt ECT-Präsident Hubert Hörmann. „Normalerweise kommen die kleineren Vereine aus der Umgebung nach Tölz und buchen hier Eis. Jetzt müssen unsere Nachwuchsteams woanders hinfahren.“

ECT: Teams weichen ins Allgäu aus

Konkret beispielsweise die U15 des ECT. Deren Trainer Klaus Kathan sagt: „Für leistungsorientierte Mannschaften ist die Lage sehr schwierig.“ Er wolle mit seinem Team in diesem Jahr in der Bayernliga ganz oben angreifen. Der Saisonstart ist bereits für 19. September angesetzt. „Für mein Team ist es nicht gut, wenn wir erst zwei Wochen vor dem Start das erste Mal aufs Eis könnten“, so Kathan. „Die Kinder sind ja auch sehr ehrgeizig, sie wollen so schnell wie möglich richtig trainieren.“ Um eine vernünftige Vorbereitung zu gewährleisten, habe er bereits Eiszeiten in Pfronten im Allgäu angemietet.

Dort ist nämlich schon ab 9. August Eis vorhanden, wie Bernd Trinkner von der Gemeinde Pfronten auf Anfrage bestätigt. „Sommereis ist in Pfronten in den letzten Jahren immer ein Thema gewesen“, so Trinkner. Normalerweise hätte das Eis schon zum 27. Juli für ein Camp zur Verfügung gestanden. Dieses musste aber aufgrund der Unsicherheiten durch Corona abgesagt werden.

Wer aufs Eis will, braucht ein Hygienekonzept

Jetzt aber liege ein eigenes Hygienekonzept für die Eishalle vor. Damit können alle weiteren Camps abgehalten werden. „Die Nutzung des Eisstadions und der Kabinen sowie der Duschen wurde in diesem Konzept beschrieben und die Anzahl der Teilnehmer begrenzt“, so Trinkner. Auch die Veranstalter der Camps hätten reagiert und eigene Vorgaben für Teilnehmer gemacht: Gruppenzwang in der Kabine und auf der Eisfläche, getrennte Schulungs- und Essenszeiten, eingeschränkte Personenzahlen zu den Übungen auf dem Eis und Selbstversorgung der Ausrüstungen durch die Teilnehmer beispielsweise. Trinkner: „Wir ziehen mit den Veranstaltern, dem ortsansässigen Verein und den Eismeistern alle an einem Strang, um dies umzusetzen.“ Letztlich sei aber vor allem natürlich der Heimatverein EV Pfronten Nutznießer vom frühen Eis.

Wie die Stadtwerke Tölz betonen, müsse auch, wer ab Anfang September in der Wee-Arena aufs Eis wolle, einen gültigen Pandemieplan, also ein Hygienekonzept, und einen Pandemiebeauftragten stellen. „Wir halten uns freilich an die geltenden Sicherheits- und Hygienevorgaben der bayerischen Staatsregierung.“ Für Hobbymannschaften, öffentlichen Lauf und Eisdisco gebe es derzeit noch keine Lösung. Sobald es weitere Lockerungen gebe, „passen wir uns gerne an geänderte Bedingungen an“.

ECT sucht noch einmal Gespräch mit Stadtwerken

Wie Hubert Hörmann sagt, habe der EC Bad Tölz seine Hausaufgaben gemacht: „Wir haben ein Hygienekonzept und einen Hygienebeauftragten, der gerade alle Betreuer und Trainer schult.“ Natürlich hätten alle Verständnis für die momentane Situation. Aber auch wenn etwa Kabinen und Duschbereiche vorerst nicht genutzt werden können, gebe es eine Lösung, sagt Hörmann. Die Mannschaften könnten sich zum Umziehen auf mehrere Kabinen verteilen. „Oder die Kinder kommen schon in voller Montur und müssten nur noch ihre Schlittschuhe schnüren.“

Es sei klar, dass sich durch Corona in diesem Jahr einiges nach hinten verschoben habe, so Hörmann. „Aber warum wird jetzt bei allen umliegenden Vereinen Eis gemacht und bei uns nicht? Es ist eine riesige Blamage, wenn es der in der Region hochkarätigste Verein nicht schafft, Eis zu machen.“ Der ECT-Präsident hofft, dass in einem Gespräch mit den Stadtwerken eine Lösung gefunden wird.

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