Vor allem bei Derbys - hier ein Bild vom Testspiel gegen Rosenheim - war die Polizei verstärkt vor Ort.

Eishockey in Bad Tölz: Die meisten Fans sind brav

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Vielen Stadionbesuchern ist es schon aufgefallen: Die Polizei zeigt verstärkte Präsenz bei Spielen der Tölzer Löwen. Über die Gründe dafür sprach der Tölzer Kurier mit dem Vize-Chef der Tölzer Polizei, Andreas Rohrhofer.

Bad Tölz – In den 1980er- und 90er-Jahren verirrte sich nur hin und wieder mal ein Polizist ins Tölzer Eisstadion an der Peter-Freisl-Straße. Die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen kommt es nicht so selten vor, dass vor der Wee-Arena ein Dutzend Polizeifahrzeuge parkt und um die 20 Polizisten im Eisstadion sind. „Die Tölzer Fans haben noch immer einen relativ guten Ruf, aber es läuft nicht mehr so problemlos ab wie früher“, sagt Tölzer Polizei-Vize Andreas Rohrhofer.

Mit dem fachkundigen Publikum gebe es keinerlei Probleme, ebenso wenig mit „normalen“ Fans im Trikot, die einfach nur ihre Mannschaft unterstützen wollen, sagt Rohrhofer. „Ins Eishockey wandert aber allmählich die Fußball-Fanszene rein – das macht die Arbeit nicht leichter.“ Als Beispiel nennt Rohrhofer den Sonderzug aus Dresden, der im Dezember 2017 in Bad Tölz ankam. „Das waren die nettesten, lustigsten und problemlosesten Fans überhaupt“, sagt der stellvertretende Chef der Tölzer Polizei. „Aber was wäre gewesen, wenn da Hardcore-Fans von Dynamo Dresden mitgekommen wären?“ Auch bei anderen Clubs sei es möglich, dass Fans auftauchen, die auf Randale aus sind.

Die Tölzer Polizei will auf das, was kommt, möglichst gut vorbereitet sein. So spricht Rohrhofer immer mit den Gastvereinen und den Fanbeauftragten darüber, welches Fanaufkommen zu erwarten ist. Zudem gebe es Erfahrungswerte, in welchen Spielen es Probleme geben könnte. Dementsprechend sind mehr oder weniger Polizisten im Stadion. „Wenn zum Beispiel am Sonntag ein Spiel gegen Weißwasser oder Kassel ansteht, dann kommen vielleicht mal zwei oder drei Gästefans zu uns runter.“ Entsprechend könne auf einen Polizeieinsatz verzichtet werden. Anders läuft es aber ab, wenn Derbys gegen Kaufbeuren, Landshut oder Garmisch anstehen. Da kann es schon sein, dass ein Einsatzzug der sogenannten „Operativen Ergänzungsdienste“ aus Murnau anrückt. Im Testspiel gegen den SC Riessersee hätten die Polizisten die Fangruppen vor dem Stadion trennen müssen. Schlägereien habe es laut Rohrhofer aber nicht gegeben: „Es wäre ja traurig, wenn was passiert, obwohl wir mit einem großen Kräfteaufgebot vor Ort sind.“ Größere Vorfälle oder Ausschreitungen habe es zuletzt nicht gegeben.

Überrascht von Landshuter Fans: „Die waren ganz brav“

Hin und wieder wird die Tölzer Polizei aber doch überrascht. Beispielsweise von Landshuter Fans, die in unerwartet großer Anzahl mit dem Zug anreisten. Die Gruppe wurde dann von einigen Polizisten zum Bahnhof begleitet. Rohrhofer: „Die waren aber ganz brav.“

Ist es im Tölzer Stadion vergleichsweise ruhig, weil immer wieder viele Polizisten vor Ort sind? Oder würde es auch ohne ruhig bleiben? Rohrhofer: „Ich überlasse es jedem selbst, dass er sich darüber seine Gedanken macht.“

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