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Reine Gewohnheitssache: Norbert Prommersberger arbeitet draußen – egal, bei welchem Wetter.

Jobs im Freien

Eiskalte Arbeitsplätze

Es ist frostig. Der kälteste Januar seit 2010 bringt zweistellige Minusgrade in den Landkreis. Wohl dem, der eine Heizung in der Nähe hat. Für diejenigen, die draußen arbeiten, heißt es allerdings: Zähne zusammenbeißen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Norbert Prommersberger sitzt in seinem Bulldog und räumt die Gehwege in Bad Tölz frei. Der Mitarbeiter des Betriebshofs hat seinen Arbeitsplatz draußen – auch bei minus sieben Grad. Prommersberger macht das aber nichts aus. „Ich bin das gewohnt“, sagt er. In seinem Bulldog sei es ohnehin etwas wärmer. Deswegen reicht ihm eine Fleecejacke. Zur Not hat er auch ein Paar Handschuhe griffbereit.

Elisabeth Danner kann keinen Schutz in einem Fahrzeug suchen. Die Parküberwacherin ist bis zu zehn Stunden zu Fuß in der Stadt unterwegs. Besonders an den Händen werde es ziemlich kalt, sagt sie. Ansonsten helfe aber gute Kleidung. Vier Schichten hat Danner an, dazu einen Hut und einen dicken Schal. „Warm anziehen ist das A und O“, sagt sie.

Auf den Zwiebellook setzt Steffi Knott, Erzieherin im Albert-Schweitzer-Waldkindergarten. „Unterwäsche aus Merinowolle, Leggings, Jogginghose und Schneehose, sonst geht der Wind durch“, sagt sie. Aber der Geheimtipp schlechthin sei Fettcreme fürs Gesicht. Ansonsten: „Bewegen, bewegen, bewegen.“

Zum Brotzeitmachen gehen bei diesen Temperaturen aber selbst die hartgesottenen Waldkinder in den wärmenden Zirkuswagen. Danach können die Heranwachsenden entscheiden, ob sie drinnen bleiben wollen. „Der größte Teil geht aber wieder raus“, sagt die Erzieherin. Die Kinder versuchen nämlich gerade, ein Iglu zu bauen und gehen gerne Schlittenfahren.

Über solchen Winterspaß können sich Postboten nicht freuen. Sie müssen in diesen Tagen frühmorgens raus, wenn es am kältesten ist. Neben der Kleidung aus Funktionsfasern, mit der die Mitarbeiter ausgestattet sind, hat jeder sein persönliches Rezept gegen die Kälte, sagt DHL-Sprecher Klaus Dieter Nawrath. Das reiche von der Thermoskanne mit Tee bis zur privaten Daunenweste unter der Dienstkleidung.

Die Kälte ist aber nicht das einzige, das Postboten die Arbeit im Winter schwer macht. Wenn der Weg zum Briefkasten zu rutschig ist, darf ein Brief auch einmal in der Tasche bleiben. „Das kommt selten vor, kann aber bei Blitzeis passieren“, erklärt Nawrath.

Michael Müller aus Dietramszell steht jeden Freitag am Tölzer Bauernmarkt. Anfangs sei es schwer, sich bei der Kälte aufzuraffen. „Aber wenn man in Aktion ist, mag ich das gern“, sagt Müller. Das Beste sei ein guter Kreislauf, damit Füße und Hände nicht kalt werden. Letzteres klappe bei dem Demeter-Landwirt allerdings nicht immer. Dann hilft nur noch: im Café aufwärmen.

Und eigentlich hat das Arbeiten im Freien auch einen Vorteil, da sind sich alle einig: Die frische Luft stärkt die Abwehrkräfte. Danner und Müller hatten schon lange keine Erkältung mehr. Und auch Knott sagt: „Wir haben sehr wenig Erkältete im Waldkindergarten.“

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