Franz Xaver Kohlhauf zeigt Jugendlichen mit einem professionellen Teleskop den Isarwinkler Sternenhimmel.
+
Franz Xaver Kohlhauf zeigt Jugendlichen mit einem professionellen Teleskop den Isarwinkler Sternenhimmel.

Aufbau eines Netzwerks

Elon Musks Satelliten am Isarwinkler Nachthimmel: Arzbacher Astronom Franz Xaver Kohlhauf erklärt Phänomene

Ein Tölzer machte vor ein paar Tagen eine außergewöhnliche Beobachtung am Nachthimmel.

Bad Tölz – Harald Zorn aus Bad Tölz ist ein Freund des Sternenhimmels und geht abends, wenn es dunkel wird, gerne mal spazieren, um Phänomene wie Kometen oder vorbeiziehende Satelliten zu beobachten. Am Montag gegen 17.35 Uhr machte er eine Entdeckung, wie er sie noch nie zuvor erlebt hatte: nämlich mindestens 25 sterngroße Himmelskörper, welche in großer Höhe und in gleich großem Abstand in waagrechter Form vom Brauneck Richtung Tegernsee flogen. Zur gleichen Zeit hätten zwei weitere Satelliten die Sternenreihe durchquert. Nach knapp zwei Minuten sei das Schauspiel vorbei gewesen. Zorn bat den Tölzer Kurier um Veröffentlichung seiner Beobachtungen. Vielleicht könne das ja jemand aufklären.

Franz Xaver Kohlhauf, Hobbyastronom aus Arzbach, kann es tatsächlich. „Es handelt sich mit ziemlicher Sicherheit um eine Satellitenreihe des Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk“, erklärt er auf Nachfrage. „Musk arbeitet gerade an einem weltweiten Satellitennetzwerk für den Internetausbau – genannt Starlink.“

Besonders am frühen Morgen, aber auch abends könne man als aufmerksamer Beobachter Satelliten erkennen.

„Nach dem Start befinden sich diese zunächst in einer geraden Linie“, so Kohlhauf, „erst später werden sie auseinandergezogen und positioniert.“ Das war es vermutlich, was Harald Zorn entdeckt habe.

„Die Objekte welche die Satellitenreihe durchquert haben, waren vermutlich unabhängige Satelliten“, so Kohlhauf weiter, „sie hatten meines Wissens nach nichts mit der Mission ,Starlink‘ zu tun.“

Die rasant anwachsende Menge von Satelliten findet der Hobbyastronom bedenklich. „Mittlerweile sind es Unmengen von ihnen, die dort oben installiert werden“, erklärt er, „und das wird wohl noch lange so weitergehen.“ Bis zu 30 000 Satelliten sollen um den Erdball verteilt werden. „Damit man auch in den abgelegensten Regionen gutes Internet hat“, erklärt Kohlhauf. Was sich für den ein oder anderen sicher sinnvoll anhört, ist für viele Astronomen eher eine Katastrophe. „Im Grunde ist es Weltraumschrott, der gerade um den ganzen Erdball verteilt wird.“ Sterne aber könnten am Himmel in Zukunft nicht mehr sehr viele erkennbar sein.  (ana/chs)

Lesen Sie auch: Ungewohntes Silvester: Künstler-Paar hat Zeit für die Familie

Musikschule legt Jahresbericht vor: „Verlass ist nur auf die Veränderung“

30 000 Euro Schaden bei Werkstattbrand in Kochel am See

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare