Freut sich über die Wiedereröffnung: Michaela Biller vom Kaufhaus Rid.
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Freut sich über die Wiedereröffnung: Michaela Biller vom Kaufhaus Rid.

Dank niedriger Inzidenz

Endlich wieder einkaufen im Tölzer Land

Die niedrige Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis macht es möglich: Nach wochenlanger Zwangspause öffneten am Montag wieder die Geschäfte. Die Einzelhändler sind nach dem Lockdown, der seit Mitte Dezember galt, erleichtert.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Während die Sieben-Tage-Inzidenz in den Nachbar-Landkreisen Miesbach und Weilheim-Schongau über 50 liegt und dort einkaufen nur nach Terminvereinbarung möglich ist, durften die Geschäfte im Tölzer Land am Montag ganz ohne Einschränkung wieder öffnen. Mit 27,4 lag die Inzidenz am Montag deutlich unter dem Schwellenwert. Die Einzelhändler in Bad Tölz und Umgebung sind glücklich, nach so langer Zeit wieder aufsperren zu dürfen.

Gleich in der Früh begrüßte Maria Gmach, Filialleiterin des Modegeschäfts Sara Boni in der Tölzer Marktstraße die ersten Kunden. „Die Stammkundschaft hat uns nicht im Stich gelassen“, freut sie sich. Sie habe am Vormittag bereits einiges verkauft. „Wir sind glücklich mit den Kundenzahlen.“ Allerdings müsse man Abstriche beim Umsatz machen. Herbst- und Winterware müsse stark reduziert werden, um Platz für die Frühjahrskollektion zu schaffen. Trotzdem zeigt sich Gmach zufrieden mit dem ersten Tag der Öffnung.

Sie hofft, dass die Inzidenz im Landkreis weiterhin unter der 50er-Marke bleibt. Sonst wäre Einkaufen nur noch mit Terminvergabe möglich. Die Kunden könnten sich dann nicht mehr einfach nur im Laden umsehen, sondern hätten einen gewissen „Zwang, auch etwas zu kaufen“, glaubt Gmach.

„Vollgas“ geben - bis zum nächsten Lockdown ?

Zufrieden mit dem Auftakt am Montag ist auch Susanne Wernard, Inhaberin des Bekleidungs- und Wohnaccessoires-Geschäfts Sinnesfreuden an der Säggasse. „Wir hatten einen guten Run in der Früh“, berichtet sie. Zwischenzeitlich habe sich der Andrang wieder etwas beruhigt, sagt Wernard am späten Vormittag. Neben der Laufkundschaft, die sich im Laden umschaute, kamen auch Käufer zur Warenabholung. Seit dem Lockdown gibt es nämlich auch einen Online-Verkauf über Instagram.

Einige Kunden seien laut Wernard unsicher, wie die neuen Regelungen genau ausschauen. „Für viele war beispielsweise nicht klar, ob ein Termin nötig ist“, sagt die Inhaberin. Auch wenn sie sehr dankbar ist, dass ihr Laden wieder öffnen kann, bleibt die Ungewissheit. „Ich wäre nicht überrascht, wenn wir bald wieder schließen müssten“, meint Wernard. Deshalb werde sie in den nächsten Tagen und Wochen „Vollgas“ geben, damit sie „für den nächsten Lockdown abgepuffert“ ist.

Verunsicherung, aber auch Freude bei den Kunden

Seine Türen wieder geöffnet hat am Montag auch das Sportfachgeschäft Sport Sepp in Lenggries. Dort herrschte zwar kein „riesiger Andrang“, aber es seien den ganzen Tag über durchgehend Kunden im Laden gewesen, sagt Geschäftsführerin Manuela Schlosser. „Es ist schon ein bisschen mehr als an einem normalen Montag.“ Nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Kunden hätten sich über die Öffnung gefreut. Endlich könnten sie sich wieder im Laden umschauen, Ware anfassen und anprobieren. Insgesamt ist die Geschäftsführerin äußerst zufrieden: „So darf es gerne weitergehen“, sagt Schlosser.

In der Lenggrieser Buchhandlung Lesebar begrüßte Inhaber Walter Fladerer am Montag die ersten Kunden nach dem Lockdown. „Es herrscht aber ganz normaler Betrieb“, sagt er. Die Kunden seien froh, die Bücher wieder im Laden anschauen zu können. Allerdings würden viele der Öffnung noch nicht ganz trauen, so Fladerer. „Schauen wir mal, wie lange das jetzt geht“, haben ihm einige gesagt.

Von einer gewissen Verunsicherung berichtet auch Michaela Biller, Hausleitung im Tölzer Kaufhaus Rid. „Wir hatten viele Nachfragen am Telefon, ob und wann wir aufhaben“, sagt sie. In der Niederlassung an der Marktstraße gab es am Montag einen regelrechten Kundenansturm, berichtet Biller. Vor allem Wäsche und Strümpfe seien besonders nachgefragt worden. (Franziska Selter)

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