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Herzlichen Glückwunsch: Anna Orterer feiert heute ihren 40 Geburtstag. Ihr Alter sieht man der Tölzerin nicht an. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Erzieherin heute streng genommen erst zum zehnten Mal richtig Geburtstag feiern kann. Den 29. Februar gibt es schließlich nur alle vier Jahre. 

Endlich mal wieder ein richtiger Geburtstag

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Der eine begeht wirklich nur alle vier Jahre sein Wiegenfest, die andere feiert, wann sie will: Wer am 29. Februar das Licht der Welt erblickt hat, geht ganz unterschiedlich mit diesem besonderen Datum um. Der Tölzer Kurier hat bei einigen Geburtstagskindern nachgefragt.

Heuer ist es soweit: Der Sohn von Anna Orterer hat seine Mama mit seinen zwölf Jahren altersmäßig überholt. Denn die Tölzerin feiert heute streng genommen erst ihren zehnten Geburtstag. Zwar hat sie bereits vor 40 Jahren das Licht der Welt erblickt. Aber den 29. Februar gibt es bekanntermaßen eben nur alle vier Jahre.

„Als ich ein Kind war, war das schon manchmal komisch, auch wenn wir natürlich jedes Jahr gefeiert haben“, erinnert sich Orterer. Inzwischen findet es die Erzieherin aber uneingeschränkt gut, an so einem besonderen Datum das Licht der Welt erblickt zu haben: „Es ist doch schön, wenn nicht alles so ist wie bei den anderen auch.“

Und eben weil das so ist, fallen auch die Geschenke zum Teil etwas ungewöhnlich aus: Zu ihrem 24. Geburtstag hat Orterer beispielsweise mehrere Schultüten geschenkt bekommen, weil es offiziell ja erst ihr sechster Geburtstag war. „Sozusagen zur Einschulung“, sagt die Tölzerin, die in Nicht-Schaltjahren am 1. März ihr Wiegenfest feiert.

So hält es auch Richard Herpich aus Bad Tölz, der heute seinen 64. Geburtstag begeht – oder seinen 16., je nachdem, wie man es sieht. „Viele Gratulanten rufen zwar schon am 28. Februar an, aber da feiere ich noch nicht“, erzählt der Beamte. Zwar sei er im Februar und nicht im März geboren worden. Aber es sei sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert, dass in Nicht-Schaltjahren der Tag an die Stelle des 29. tritt, der nach dem 28. Februar kommt, sprich der 1. März.

Kathi Gilgenreiner aus Lenggries hat dagegen schon an allen drei Tagen Geburtstag gefeiert: „Ich darf es mir aussuchen“, erzählt die Schülerin, die heute zwölf Jahre alt wird. Fällt der 28. Februar in Nicht-Schaltjahren zum Beispiel auf einen Freitag, nimmt Kathi lieber den 1. März als Geburtstag, weil an einem Samstag mehr Freunde Zeit haben, um mit ihr zu feiern, verrät Mama Elisabeth. Sie findet es lustig, dass ihre Tochter an so einem besonderen Datum geboren worden ist – auch wenn Kathi manchmal versucht, diesen Umstand charmant auszunutzen: „Wenn sie zum Beispiel ihr Zimmer aufräumen soll, sagt sie manchmal, dass das nicht geht, weil sie ja erst drei Jahre alt ist“, verrät Elisabeth Gilgenreiner und lacht.

„An Weihnachten Geburtstag zu haben, stelle ich mir sehr viel blöder vor“

Während sich Kathi in Nicht-Schaltjahren aussuchen darf, an welchem Tag sie feiert, hat sich Sebastian Hild aus der Jachenau dazu entschieden, nur dann Geburtstag zu feiern, wenn es auch wirklich einen 29. Februar gibt. Und weil das nur alle vier Jahre der Fall ist, hat sich der seit heute 36-Jährige ein paar ganz besondere Rituale zu eigen gemacht: „An meinem Geburtstag nehme ich mir immer frei und höre morgens als erstes ,Birthday’ von den Beatles an“, erzählt Hild. Gibt es den 29. Februar nicht, wartet der Jachenauer lediglich, bis der Sekundenzeiger um Mitternacht den Wechsel vom 28. Februar auf den 1. März anzeigt. „Das war’s dann, ganz kurz und schmerzlos.“ Seine Familie und Freunde finden diese Einstellung weniger gut und beschenken Hild trotzdem, in der Regel am 1. März. Vorfeiern bringt schließlich Unglück.

Um solchen Problemen aus dem Weg zu gehen, kennt der 36-Jährige sogar eine Frau, die ihr Baby per Kaiserschnitt hat holen lassen, damit das Kind nicht am 29. Februar auf die Welt kommt. Ganz nachvollziehen kann Hild diese Entscheidung nicht: „An Weihnachten Geburtstag zu haben, stelle ich mir sehr viel blöder vor.“

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