Das ehemalige Post-Hotel in Lenggries wird derzeit zu Kindergarten, Mehrzwecksaal, Büros und Wohnungen umgebaut.
+
Neuer Balkon, neue Gaube, neuer Anstrich, neue Spielgeräte im Garten: Auch von außen ist die Verwandlung der „Post“ deutlich zu erkennen.

Eröffnung im September

Großbaustelle „Post" in Lenggries: Endspurt im neuen Kindergarten

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
    schließen

Endspurt auf der Großbaustelle: Im ehemaligen Posthotel an der Lenggrieser Marktstraße laufen im Erdgeschoss die Arbeiten auf Hochtouren. Dort soll im September der Kindergarten eröffnen. Auch in den Stockwerken darüber geht die Millionensanierung auf die Zielgerade.

  • Seit gut einem Jahr saniert die Gemeinde Lenggries das ehemalige Post-Hotel
  • Als erstes soll der neue Kindergarten fertig sein. Die Eröffnung ist für September geplant.
  • Die Kosten für das Großprojekt sind auf 7,9 Millionen Euro gestiegen

Lenggries – Das Gelb-Grau der alten „Post“ ist verschwunden. Die Fassade des markanten Gebäudes an der Marktstraße erstrahlt in frischem Weiß. Die Ornamente um die Fenster sind in zartem Grau gehalten. Auch die Mauern im Erdgeschoss werden wieder einen grauen Anstrich erhalten. Auf einer Mauer kann man die Farbmuster erkennen. „Wir nehmen den mittleren Ton“, sagt Karl Ertl, Leiter des Technischen Bauamts. Gestrichen werden kann aber erst, wenn das Baugerüst komplett abgebaut ist.

Im Außenbereich lässt sich schon deutlich erkennen, welche Nutzung ab September im Parterre einziehen wird. Spielhaus und das Gerüst für die Vogelnestschaukel stehen bereits. Die Wippe wird demnächst geliefert. Dann fehlen noch die Terrasse aus Holz, der Rasen und die Hecke, die den Freibereich umgeben wird. Zwei Gruppen wird der neue St.-Jakobus-Kindergarten – diesen Namen hat der Gemeinderat kürzlich beschlossen – haben. Die Plätze sind voll, die notwendigen Mitarbeiterinnen eingestellt. Die Leitung übernimmt Maren Klute-Lausberg, die bislang im Kindergarten Wegscheid gearbeitet hat. „Mitte August werden noch die Einrichtung und die Spielsachen geliefert“, sagt Ertl. Bis Bauklötzchen & Co. in Regale geräumt werden können, ist allerdings noch einiges zu tun. In den großzügigen Räumen – vom Gruppenzimmer bis zum Hauswirtschaftsraum – wird praktisch an vielen Gewerken gleichzeitig gearbeitet, um alles rechtzeitig fertigstellen zu können.

Ehemalige Post: Fliesen in Retrooptik und Parket im Fischgrätmuster

Weitergearbeitet wird aber auch in den Stockwerken darüber. „Da machen wir uns aber keinen Druck. Nur der Kindergarten, der muss fertig werden“, sagt Zweiter Bürgermeister Franz Schöttl. Fast fertig ist jedenfalls der Mehrzwecksaal im ersten Stock. Das Parkett im Fischgrätmuster ist verlegt – genauso wie die Fliesen in Retrooptik in den Sanitärbereichen. Auf der kleinen Bühne im historischen (und denkmalgeschützen) Bühnenhaus am Ende des Saals warten die OSB-Platten darauf, eingebaut zu werden. „Da drauf kommt dann auch wieder Parkett, damit die Optik einheitlich ist“, sagt Ertl. Die Lampen im Saal hängen bereits, die Möbel sind derzeit noch im Bauhof eingelagert. Bis sie aufgestellt werden können, tagt der Gemeinderat weiterhin in der Mehrzweckhalle.

Hier toben bald Kinder: Der Außenbereich des neuen Kindergartens.

Alles ruhig ist derzeit im zweiten Stock. Dort entstehen bis zu vier Büroeinheiten. Vermietet sind sie noch nicht. „Wir wollen relativ fertig sein, bevor wir sie potenziellen Mietern zeigen“, sagt Schöttl. Denkbar ist aber auch, dass doch ein Teil der Verwaltung aus den beengten Verhältnissen im Rathaus in die Räume umzieht.

Sozialer Wohnungsbau unterm Dach

Echte Schmuckstücke sind die beiden Wohnungen unter dem Dach. Weil es sich dabei um sozialen Wohnungsbau handelt, wird die Gemeinde sie entsprechend den Vorgaben vergeben. Der Mieter auf der Marktstraßenseite darf sich über einen großen Balkon und Blick auf den Geierstein freuen, der Mieter im rückwärtigen Bereich über eine neue Gaube und Traumaussicht aufs Brauneck.

Seit März 2019 laufen die Arbeiten. Bis Ende des Jahres soll alles fertig sein. Die Kosten sind gestiegen. War die Gemeinde anfangs von rund sieben Millionen Euro ausgegangen, wird man nun wohl bei etwa 7,9 Millionen landen, sagt Ertl. Das liegt daran, dass einige Maßnahmen erst im Laufe der Arbeiten dazukamen – wie die komplett neue Überdachung des Tennengebäudes samt Bühnenhaus. Anderes entpuppte sich als aufwendiger als gedacht. Damit müsse man rechnen, wenn man ein denkmalgeschütztes Haus aus dem 17. Jahrhundert saniere, so Ertl. Letztlich – da ist er sich mit Schöttl einig – entstehe hier aber ein Schmuckstück. Alleine stemmen muss die Gemeinde die Investition übrigens nicht: Gut drei Millionen Euro gibt es aus Förderprogrammen.

Lesen Sie auch:

Der Ort Fall und der Sylvensteinsee werden von Ausflüglern überrannt - mit vielen negativen Auswirkungen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tölz live: Kinderradl aus Carport gestohlen
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz live: Kinderradl aus Carport gestohlen
Bad Tölz, das bayerische Hollywood
Bad Tölz war nicht nur Drehort für „Der Bulle von Tölz“, sondern für zahlreiche Film- und TV-Produktionen: Unterwegs bei einer Stadtführung mit einem Hauch Hollywood.
Bad Tölz, das bayerische Hollywood
Heilbrunner Hochwasserschutz:  Endlich ein trockenes Wohnzimmer
Das Thema Hochwasserschutz hat in den vergangenen Wochen zur Sperrung der Straße zwischen Kiensee und Mürnsee geführt. Nun ist der erste große Schritt der Bauarbeiten …
Heilbrunner Hochwasserschutz:  Endlich ein trockenes Wohnzimmer
Helfern am Walchensee passiert im Einsatz ein Missgeschick
Die Retter wollten am Ufer des Walchensees helfen - und verursachten dabei selbst einen Unfall: Ein Wasserwacht-Fahrzeug touchierte einen Radfahrer.
Helfern am Walchensee passiert im Einsatz ein Missgeschick

Kommentare